Hotmail-Nutzer zahlen mehr - Britischer Versicherer verlangt laut Sun Aufpreis bei Hotmail-Adresse

Hotmail-Nutzer können anscheinend als erhöhtes Risiko gelten: Ein britischer Autoversicherer verlangt laut einem Bericht der Sun von Verbrauchern mit entsprechenden E-Mail-Adressen eine höhere Prämie.

von Sara Petzold,
25.01.2018 15:53 Uhr

Wollen sich Hotmail-Nutzer gegen Autounfälle versichern lassen, müssen sie bei britischen Anbietern teilweise ordentlich draufzahlen. Wollen sich Hotmail-Nutzer gegen Autounfälle versichern lassen, müssen sie bei britischen Anbietern teilweise ordentlich draufzahlen.

Was haben Hotmail-Nutzer und Fahranfänger gemeinsam? Ein erhöhtes Unfallrisiko – zumindest, wenn es nach der Meinung einiger britischen Auto-Versicherer geht. Diese benachteiligen Verbraucher offenbar bei der Festsetzung von Vertragsprämien, wenn sie Hotmail-Nutzer sind.

Zu diesem Ergebnis kam laut The Inquirer eine Untersuchung des Boulevardblattes The Sun. Dabei prüften die Reporter über ein Vergleichsportal die Versicherungspreise, indem sie Profile nutzten, die sich lediglich bei der E-Mail-Adresse voneinander unterschieden.

Hotmail-Nutzer zahlen fast zehn Prozent mehr

Die Sun fand im Fall des Versicherers Admiral heraus, dass Anfragen per Hotmail-Adresse über das Portal gocompare.com um £31,36 teurer waren: Sie sollten £467,04 zahlen, während für Gmail-Nutzer lediglich eine Summe von £435.68 fällig wurde - ein Preisunterschied von fast zehn Prozent. Admiral erklärte dazu: »Bestimmte Domain-Namen werden eher mit Unfällen assoziiert als andere.«

Die Admiral-Versicherung war vor kurzem schon einmal wegen der Diskriminierung von Verbrauchern in die Kritik geraten: Aus einem ebenfalls von der Sun veröffentlichten Bericht geht hervor, dass für Admiral-Kunden, deren Vorname Mohammed lautet, der Preis für Versicherungsprämie bei £2.252 lag.

Gaben die Tester als Namen John Smith an, betrug der Preis nur £1.333, sprich: £949 weniger. Aber auch andere Versicherer wollen Mohammeds offenbar höhere Prämien abknöpfen. Laut der Sun waren hier Steigerungen um £205 bis £543 möglich.

Admiral weist die Vorwürfe zurück

Andere Quellen als die Recherchen der Sun scheint es bislang allerdings nicht für die erhöhten Prämienzahlungen unter fragwürdigen Bedingungen zu geben, insofern sind diese Berichte mit etwas Vorsicht zu genießen.

Laut einem Bericht der BBC weist Admiral die Vorwürfe der Sun mit Blick auf die erhöhten Preise je nach Vornamen indes klar zurück, gleiches gilt für die ähnlichen Vorwürfen ausgesetzte Firma M&S.

Ein Sprecher von Admiral lies laut BBC außerdem verlauten, dass die Versicherungsfälle nicht komplett identisch gewesen seien, dass man die Anschuldigungen sehr ernst nehme und dass man bereits mit seinen Anwälten in Kontakt stehe.

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