Ich liebe mein iPhone, aber bald könnte es dafür kaum mehr einen Grund geben

Redakteur Alex hat sich vom langen Produktsupport bei Apple überzeugen lassen. Ein neues Gesetz könnte aber dafür sorgen, dass er wieder zu Android wechselt.

von Alexander Köpf,
08.09.2021 07:00 Uhr

Ich liebe mein iPhone! Genauer gesagt mein iPhone 12 Mini. Und das nicht etwa, weil ich ein Apple-Jünger wäre. Das bin ich nämlich nicht! Aber es bietet ein für mich wichtiges Design und ist dabei mit guter Hardware und Funktionen ausgestattet, die ich in der Kombination anderswo nicht gefunden habe.

Es ist relativ klein, passt in jede Hosentasche und ich kann es auch beim Radfahren gut in eine Satteltasche verstauen. Gleichzeitig bietet es mit dem A14 Bionic Apples aktuellen Flaggschiff-Prozessor, ein schickes OLED-Display und eine richtige gute Kamera.

Geschwindigkeitsvergleich: Wie schnell die mobilen Geräte in den letzten Jahren geworden sind, zeigt ein Vergleich zwischen dem originalen iPhone und einem 14 Jahre jüngeren iPhone 12:

iPhone im Geschwindigkeitsvergleich   36     1

Mehr zum Thema

iPhone im Geschwindigkeitsvergleich

Apple ist immer noch Vorreiter

Neben der Größe ist mir aber vor allem ein Service wichtig: Apple unterstützt seine iPhones teils bis zu sechs Jahre lang mit Funktionsupdates, respektive neuen iOS-Versionen, und sogar noch länger mit Sicherheitsupdates - dafür schlägt mein Herz.

So wird das iPhone 6S/6S Plus aus dem Jahr 2015 noch ein Upgrade auf das kommende neue Betriebssystem iOS 15 erhalten. Kleinere Updates, beispielsweise um Bugs zu beheben oder Sicherheitslücken zu schließen, werden teilweise sogar noch länger angeboten, wie im Falle des iPhone 4S aus dem Jahr 2011, das 2019 noch einen Patch für ein GPS-Problem erhielt (via Connect.de).

Andere Hersteller sind hier mittlerweile ein Stück nachgezogen: So etwa verspricht Samsung, eine große Anzahl an Geräten vier Jahre lang mit Sicherheitsupdates zu versorgen. Und dennoch bietet Apple nach wie vor einen ungleich besseren Service.

Redakteursbild Alex Köpf Neu

Alexander Köpf
@NebulaMutara

GameStar-Redakteur Alex ist zwar seit jeher in Technik vernarrt, ein Smartphone hat er sich aber erst 2018 zugelegt. Davor hatte er ein Nokia 6310, weil er der Meinung war, Smartphones komplett überspringen zu können und direkt auf neurale Interfaces oder zumindest auf biegsame, transparente Geräte zu setzen. Die Realität hat Alex dann jedoch eingeholt. Nachdem er sich keine 20 Kilometer vor der eigenen Haustür mit dem Rad verirrt hat und beinahe verdurstet wäre, verstand er die Notwendigkeit von Smartphones samt Google Maps.

Es tut sich allerdings was

Das soll sich aber bald ändern, zumindest wenn es nach der Europäischen Union und insbesondere nach Deutschland geht. Die EU plant nämlich strenge Umweltregeln für Smartphones und Tablets, die c't (via Heise.de) in Erfahrung gebracht haben will:

So sollen neue mobile Geräte ab dem Jahr 2023 bessere Reparierbarkeit gewährleisten und fünf Jahre lang mit sowohl Sicherheitsupdates als auch Ersatzteilen versorgt werden - verpflichtend.

Die Bundesregierung gehe sogar noch einen Schritt weiter und wolle mit der EU-Kommission ganze sieben Jahre aushandeln. Außerdem sollen Ersatzteil nicht nur zu »angemessenen Preisen« angeboten werden, um Kunden nicht indirekt zum Kauf eines Neugeräts zu bewegen, sondern innerhalb von garantierten höchstens fünf Tagen geliefert werden, wie erneut c't (via Heise.de) berichtet.

Warum Kinderschutzmaßnahme auf iPhones für große Aufregung sorgen, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Aufregung um Kinderschutzmaßnahmen   0     3

Mehr zum Thema

Aufregung um Kinderschutzmaßnahmen

Der Industrie gehen die Vorschläge zu weit

Der Industrievereinigung Digitaleurope zufolge (ebenfalls via Heise.de), die große Hersteller wie Apple, Huawei, LG, Samsung und Sony vertritt, gehen diese Vorschläge jedoch entschieden zu weit. Ein Gegenvorschlag sehe drei Jahre Sicherheitsupdates und zwei Jahre Funktionsupdates vor. Darüber hinaus seien die Hersteller ohnehin bemüht, die Geräte immer effizienter zu bauen und Akkus zu verwenden, die besonders viele Ladezyklen bei gleichzeitig kaum Kapazitätsverlust bieten.

Ihr ahnt es wahrscheinlich längst, meine Liebe zu Apple und dem iPhone ist nicht wirklich bedingungslos. Sollte es also wirklich zu einer Gesetzgebung kommen, die mir sieben Jahre lang zumindest die neuesten Sicherheitsupdates zusagt, kann ich wieder frei aus allen Geräten wählen und mich vielleicht neu verlieben.

zu den Kommentaren (174)

Kommentare(174)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.