Keine 50 Mbit/s für alle - Breitbandausbau hinkt stark hinterher

Die Bundesregierung verfehlt das bereits für 2018 angepeilte Ziel von mindestens 50 Mbit/s Anschlussgeschwindigkeit für alle deutschen Haushalte deutlich.

von Sara Petzold,
19.06.2019 20:07 Uhr

Die Bundesregierung hat ihr Ziel verfehlt, bis Ende 2018 alle deutschen Haushalte mit Breitbandinternet zu versorgen. (Foto: escapechen/pixelio.de)Die Bundesregierung hat ihr Ziel verfehlt, bis Ende 2018 alle deutschen Haushalte mit Breitbandinternet zu versorgen. (Foto: escapechen/pixelio.de)

Internetgeschwindigkeiten von 50 Mbit/s in jedem deutschen Haushalt bis Ende 2018 - das versprach die Bundesregierung im Jahr 2014. Doch wie eine Anfrage der FDP-Bundestragsfraktion ergibt, hat der Bund dieses Ziel verfehlt.

Denn der Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage zufolge (via Handelsblatt) besaßen im Dezember 2018 nur »rund 88 Prozent der Haushalte in Deutschland Zugang zu schnellem Internet mit einer Geschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s«.

Demnach warten 12 Prozent der Deutschen immer noch auf den versprochenen, drahtlosen oder kabelgebundenen 50-Mbit/s-Anschluss.

Dabei ist die Verfügbarkeit in den deutschen Bundesländern laut Daten von von Statista.de stark unterschiedlich (siehe Grafik unten).

Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen mit 50 Mbit/s und mehr (drahtlos und kabelgebunden) Ende 2018, aufegschlüsselt nach Bundesland (Quelle: Statista.de)Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen mit 50 Mbit/s und mehr (drahtlos und kabelgebunden) Ende 2018, aufegschlüsselt nach Bundesland (Quelle: Statista.de)

Nur 150 Millionen von 4,5 Milliarden Euro

Das vom damaligen Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CDU) ausgelobte Förderprogramm zum Breitbandausbau sollte ab 2014 die Versorgung mit schnellem Internet beschleunigen.

Allerdings fruchtete das Programm bislang wenig: Von 4,5 Milliarden Euro, die der Bund für die Förderung bewilligte, wurden bislang nur 150 Millionen Euro beziehungsweise 3,3 Prozent tatsächlich für Ausbauprojekte ausbezahlt.

Als Grund dafür gibt das Bundesverkehrsministerium die verzögerte Auszahlungspraxis an: Der Bund zahlt die Gelder erst dann aus, wenn ein Bauprojekt fertiggestellt ist.

Außerdem verweist das Ministerium auf die lange Vorlaufzeit für entsprechende Bauprojekte, die aktuell im Schnitt bei rund 25 Monaten liegen soll.

Glasfaser statt Vectoring

Trotzdem gibt die Koalition die Förderung des Breitbandausbaus nicht auf, auch wenn man sich nur noch auf den Ausbau von Glasfaserkabeln und nicht mehr ergänzend auf DSL-Vectoring konzentrieren will.

Dazu plant der Bund eine zusätzliche Investition von zwölf Milliarden Euro, die unter anderem aus der Versteigerung der 5G-Frequenzen stammen sollen.


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