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»Keiner unserer Kunden fragt nach virtueller Realität« - Microsoft sieht VR als Nischenthema

Microsofts Gaming-Chef Phil Spencer hat sich zum Thema Virtual Reality geäußert. Demnach hätten die eigenen Kunden daran (noch) kein Interesse.

von Sara Petzold,
27.11.2019 08:18 Uhr

Microsofts nächste Xbox wird wohl keinen VR-Support bieten. Microsofts nächste Xbox wird wohl keinen VR-Support bieten.

Während Half-Life: Alyx das Interesse an VR-Brillen zumindest bei Steam deutlich vergrößert hat und Sony bereits vor drei Jahren mit Playstation VR den Sprung ins Virtual-Reality-Geschäft wagte, hält sich Microsoft seit jeher vornehm zurück - und daran wird sich in naher Zukunft wohl auch nichts ändern.

Microsofts Gaming-Chef Phil Spencer erwiderte in einem Interview mit Stevivor, dass VR derzeit nicht im Fokus des Unternehmens liege. Die eigenen Kunden interessierten sich nicht für VR, es gebe keine Nachfrage, so Spencer:

"Ich habe einige Vorbehalte gegen VR - es isoliert und ich halte Spiele für eine gemeinschaftliche Aktivität, eine gemeinsame Erfahrung. Wir reagieren darauf, was unsere Kunden sich wünschen und [...] niemand fragt nach VR. Der Großteil unserer Kunden weiß, dass wenn sie VR erleben wollen, es Orte gibt, wo sie sie bekommen können. Wir sehen den Großteil dessen am PC und anderswo."

Spencer gab außerdem zu, dass auch das Verkaufspotential von VR eine Rolle bei der Entscheidung Microsofts gegen die Technologie spiele. Niemand verkaufe »Millionen über Millionen« an VR-Geräten, sagte er.

AR statt VR: Microsofts Hololens

Microsofts Hololens richtet sich (noch) eher an Industriekunden als an Spieler. Microsofts Hololens richtet sich (noch) eher an Industriekunden als an Spieler.

Zugleich setzt Microsoft aber schon länger auf ein anderes Pferd, nämlich Augmented Reality. Dass das Redmonder Unternehmen dieser Technologie deutlich mehr Potential zuspricht als VR, zeigt die Entwicklung von Microsoft Hololens.

Das Unternehmen hatte Anfang 2019 bereits mit der Hololens 2 den Nachfolger der 2015 erschienen AR-Brille präsentiert. Die Hololens richtet sich allerdings noch weniger an Spieler als an Industrie und Forschung, was sich auch im Preis von rund 3.500 US-Dollar widerspiegelt.

Trotzdem bleibt ein Hoffnungsschimmer für VR-Fans, denn ganz abschwören wollte Spencer dem Thema Virtual Reality noch nicht: »Ich denke, wir werden irgendwann dorthin gelangen«, schob er abschließend in Bezug auf seine Aussage von 2016 nach, dass die Xbox eine VR-Erfahrung bieten werde, sobald VR sich nicht mehr nur wie »Demos und Experimente« anfühle.

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