Die Prämien, die Musik-Streamingdienste an Künstler auszahlen, berechnen sich nach der Menge der Zugriffe. In den USA hat sich ein Mann dieses System über Jahre zunutze gemacht und wurde so zum Millionär.
Über 10 Millionen US-Dollar durch Fake-Streams
Dass die Aufrufzahlen von Musikern durch Bots »frisiert« werden, wird immer wieder behauptet. Gegen den Rapper Drake läuft etwa eine Sammelklage, weil er mithilfe von solchen Bots seine Aufrufzahlen in die Höhe getrieben haben soll.
Wie solche Praktiken in der Realität aussehen, zeigt nun ein besonders perfider Fall aus den USA (via justice.gov). Ein Betrüger, der seine Taten schon gestanden hat, hatte dort über Jahre ein ganzes Netzwerk aus KI-Musik und Bots aufgebaut.
Die Musik hatte er einem Komplizen abgekauft. Tausende solcher Fake-Songs wurden dann auf Streaming-Plattformen wie Amazon Music, Apple Music, Spotify und YouTube Music hochgeladen.
Danach griffen tausende von Bots über Bot-Accounts auf diese Songs zu. Dabei wurde ein »normales« Nutzerverhalten imitiert. Mithilfe von VPNs wurden die Zugriffe zudem so verteilt, dass sie aus aller Welt zu kommen schienen.
40:49
GameStar Talk: Macht KI die Musik kaputt?
Die Auszahlung funktioniert bei Streamingdiensten gewissermaßen mit einem großen Ausschüttungspool. Wer die meisten Aufrufe generiert, bekommt auch den größten Anteil an diesem Pool. Mit seinem Netzwerk hat er also aktiv anderen Künstlern Geld »gestohlen«.
Und das ziemlich erfolgreich. Laut den Gerichtsunterlagen kamen zwischen 2017 und 2024 mehr als 10 Millionen US-Dollar auf diese Weise zusammen. Der 54-jährige Betrüger wurde durch die KI-Songs zum Multimillionär.
Dem Angeklagten drohen nun bis zu fünf Jahre Gefängnis. Er hat sich allerdings schon zu einer Entschädigungszahlung in Höhe von knapp 8 Millionen US-Dollar bereit erklärt. Das finale Urteil soll im Juli 2026 verkündet werden.
KI-Musik hat auf Streamingdiensten schon öfter für Aufsehen gesorgt. Ende 2025 berichtete etwa eine australische Rockband, dass kurz nach ihrem Abgang von Spotify dreiste Kopien ihrer Songs auf der Plattform zu finden waren.
In den Augen vieler Fans und Künstler liegt es an den Betreibern dieser Plattformen, solche Phänomene stärker einzudämmen und zu sanktionieren. Der Wille dazu ist allerdings oft nur schwer zu erkennen. Zudem sind die Hürden für potenzielle Betrüger sehr niedrig, da im Grunde jeder einen Account erstellen und Inhalte verbreiten kann.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.