Es gibt Tech-Skandale, die zwar aus den Schlagzeilen verschwinden, aber niemals ganz vergehen. Cambridge Analytica ist genau so ein Fall.
Es ist Jahre her, seit bekannt wurde, wie sehr die Architektur von Facebook es Drittanbieter-Apps ermöglichte, auf Daten von Nutzerinnen und Nutzern sowie deren Freundeskreisen zuzugreifen – doch die juristischen Nachbeben dieses Vorfalls reißen nicht ab.
Nun erreichen sie ein Ausmaß, das ihr kaum übersehen könnt: Was als beispiellose Vertrauens- und Datenschutzkrise begann, trifft Meta jetzt erneut mit einer der schwersten finanziellen Strafen, die je gegen einen Tech-Riesen verhängt wurden.
Dieser Artikel stammt im Original von unserer spanischen Schwesterseite XATAKA und erscheint bei GameStar Tech in übersetzter und angepasster Form.
Eine Rechnung über 25 Milliarden Dollar
Dieses neue Kapitel hat nun eine konkrete Zahl erhalten. Richter Francis J. Mathew aus New Mexico hat Meta zur Zahlung von 25 Milliarden Dollar verurteilt, nachdem Geschworene zu dem Schluss kamen, dass der Konzern zig Millionen Mal gegen das Verbraucherschutzrecht des US-Bundesstaates verstoßen hat.
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Die Entscheidung sticht durch ihre schiere Höhe hervor, bedeutet aber noch nicht, dass das Geld sofort von den Konten des Unternehmens fließt: Meta hat angekündigt, Rechtsmittel einzulegen, und will versuchen, die Strafe im Berufungsverfahren abzumildern oder komplett zu kippen.
Alles führt zurück zu Cambridge Analytica
New Mexico zog Meta im Jahr 2021 infolge jenes Skandals vor Gericht. Facebook selbst schätzte bereits 2018, dass die Daten von bis zu 87 Millionen Menschen unrechtmäßig über die App von Aleksandr Kogan mit Cambridge Analytica geteilt worden sein könnten.
Der Bundesstaat warf dem Online-Netzwerk vor, die Nutzerschaft darüber getäuscht zu haben, wer tatsächlich Zugriff auf ihre Daten hatte und welche Kontrolle ihnen darüber blieb.
Der Prozess weitete sich am Ende jedoch auf ein deutlich größeres Feld aus und behandelte auch Unternehmensangaben zu Desinformation, Hassrede und anderen internen Richtlinien.
Die Geschworenen stellten Millionen Verstöße fest
Das Urteil beschränkte sich nicht darauf, festzustellen, dass Meta irreführende Angaben gemacht hatte – es bezifferte auch exakt, wie oft gegen das Gesetz verstoßen wurde.
Von 29 untersuchten Aussagen stuften die Geschworenen 26 als unlauter oder irreführend ein, und der Schuldspruch zählte insgesamt 43.899.725 Verstöße gegen das Recht von New Mexico.
Der Schlüssel dazu liegt in der angewandten Methode: Als Berechnungsgrundlage diente die geschätzte Zahl an Facebook-Nutzerinnen und -Nutzern beziehungsweise Einwohnern von New Mexico, die mit jeder Aussage erreicht wurden. So führte eine einzelne Behauptung mitunter zu Millionen separaten Gesetzesverstößen.
Die Summe hätte noch weitaus höher ausfallen können
Die 25 Milliarden Dollar ergeben sich nicht aus einer einfachen Anwendung der gesetzlichen Höchststrafe. Der Richter stellte fest, dass die 43.899.720 Verstöße im Zusammenhang mit den irreführenden Angaben mit dem gesetzlichen Höchstbetrag von 5.000 Dollar pro vorsätzlichem Verstoß hätten geahndet werden können – was rechnerisch zu einer astronomischen Gesamtsumme von rund 220 Milliarden Dollar geführt hätte.
Das Urteil deckelte diesen Betrag auf 25 Milliarden Dollar. Der Bundesstaat hatte zwischen 35 und 40 Milliarden Dollar gefordert, während Meta eine Obergrenze von 3,4 Milliarden Dollar beantragt hatte.
Meta könnte das Blatt noch wenden
Die Zahlungsanordnung steht zwar, doch entschieden ist der Fall noch nicht. Das Unternehmen hat angekündigt, in Berufung zu gehen und vor einem höheren Gericht für eine Aufhebung oder Reduzierung der Strafe zu kämpfen.
Während dieser Rechtsstreit andauert, tickt allerdings eine kostspielige Uhr: Das Urteil sieht Zinsen in Höhe von 15 Prozent pro Jahr vor, bis der Betrag vollständig beglichen ist. Trotzdem solltet ihr nicht voreilig davon ausgehen, wie viel der Konzern am Ende tatsächlich zahlen muss – die Berufung kann die Endsumme noch deutlich verändern.
Kein Einzelfall für den Konzern
Meta trifft dieses Urteil nach mehreren juristischen Rückschlägen der jüngsten Zeit – allen voran in New Mexico, wo ein weiteres Verfahren zum Schutz von Minderjährigen dem Konzern in diesem Jahr eine finanzielle Belastung von 942 Millionen Dollar sowie neue Pflichten für Facebook und Instagram einbrachte.
Auch der historische Präzedenzfall wiegt schwer: Im Jahr 2019 stimmte Facebook einer zivilrechtlichen Strafzahlung von 5 Milliarden Dollar an die US-Handelsbehörde FTC zu, um Datenschutzverstöße beizulegen.
Keiner dieser Fälle ist direkt Teil des aktuellen Verfahrens, doch sie verdeutlichen die Dimension der anhaltenden Probleme.
Cambridge Analytica mag einer früheren Ära des Internets angehören – die juristischen Konsequenzen spürt Meta jedoch bis heute.





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