Der Traum von teurer Profi-Software zum Nulltarif scheint derzeit eine ungewöhnliche und unabsehbare Dynamik zu entwickeln.
Nachdem in den vergangenen Tagen bereits Nachbauten diverser Adobe-Programme für Aufsehen gesorgt hatten, rücken nun offenbar auch die Office-Klassiker von Microsoft in den Fokus.
Aktuell hat ein Entwickler unter dem Projektnamen Story Told kostenlose Open-Source-Versionen von Programmen wie Excel, Word oder PowerPoint im Netz veröffentlicht, die nach eigenen Angaben mithilfe von Künstlicher Intelligenz von Grund auf neu programmiert worden sein sollen.
Während der Urheber diese sogenannten »Clean-Room«-Kopien als legitimen Protest gegen teure Abo-Modelle verstanden wissen möchte, ist vorerst völlig offen, inwieweit die KI-generierten Klone im Alltag tatsächlich fehlerfrei funktionieren – und ob die betroffenen Firmen dieses Vorgehen rechtlich langfristig dulden werden.
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Microsoft Office geklont
Unter dem Namen Story Told stehen die neuen Office-Programme als quelloffene Software über die Entwicklerplattform GitHub bereit:
- GridCraft übernimmt dabei die Rolle von Excel.
- DeckCraft soll PowerPoint ersetzen.
- WordCraft tritt als Klon von Word auf.
Den Angaben des Entwicklers zufolge gelingt es den Werkzeugen bereits, die Benutzeroberflächen und grundlegenden Kernfunktionen der Originale – etwa simple Formatierungen, einfache Folienlayouts oder gängige Tabellenoperationen – nah am Original abzubilden. Alle Programme werden als Alpha-Versionen beschrieben, die in etwa 50 Prozent der kompletten Funktionalität abdecken. Bis zu einem verlässlichen, produktiven Einsatz dürften laut dem Entwickler selbst noch Monate vergehen.
Ein Vorteil gegenüber den Originalen ist, dass die Programme auch auf Systemen laufen, die von Adobe oder Microsoft unter Umständen nicht direkt berücksichtigt werden.
Klar ist: Die vorgestellten Versionen decken nicht den vollen Funktionsumfang der Vorbilder ab. So fehlen Spezialwerkzeuge, fortgeschrittene Automatisierungen und andere Funktionen noch vollständig. Zudem bieten die Produkte keine Cloudanbindung und daher keine direkte Einbindung in die bestehenden Ökosysteme von Microsoft und Adobe.
Wie geht es weiter?
Das Entwicklerteam hat Roadmaps vorgestellt, die den Plan für die nächsten Monate aufzeigen. So sollen die fehlenden Funktionen nach und nach eingebaut werden, um schlussendlich nahezu vollständige Klone der bekannten Apps zu sein.
Allerdings schwebt über dem ambitionierten Projekt ein möglicher Rechtsstreit. Wie es für die Apps nun weitergeht, dürfte entscheidend davon abhängen, ob und wie schnell die großen Software-Konzerne auf diese Entwicklung reagieren. Bisher haben sich weder Microsoft noch Adobe zu der Veröffentlichung geäußert.
Eine neue Welle der KI-Portierungen
Die veröffentlichten Programme sind dabei nur Teil eines Trends der vergangenen Wochen und Monate. Die Zahl öffentlich geteilter KI-Klone und Portierungen beliebter Software hat zuletzt deutlich zugenommen, auch Dank verbesserter KI-Modelle.
Dass dieses Prinzip längst über klassische Büroanwendungen hinausreicht, zeigten unlängst vergleichbare Experimente aus dem Gaming-Bereich, bei denen Retro-Klassiker wie Command & Conquer Generals Zero Hour als KI-Remaster aufbereitet oder direkt in den Browser portiert wurden.
Was bisher jahrelange Entwicklungsarbeit durch Entwicklerteams erforderte, lässt sich mit modernen KI-Werkzeugen mittlerweile deutlich schneller realisieren.
Jetzt ist eure Meinung gefragt. Würdet ihr ein KI-erstelltes Programm nutzen oder bevorzugt ihr eher Alternativen? Schreibt uns dazu gerne unten einen Kommentar.

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