MSI RS480M2

Sehr schnelles, günstiges und lautloses Sockel-939-Mainboard mit DirectX-9-Grafikchip. Die magere Ausstattung und das langweilige Bios drücken die Note.

von Daniel Visarius,
11.02.2005 14:06 Uhr

Athlon-64-Mainboard mit PCI Express und integrierter DirectX-9-Grafik für schlappe 110 Euro: Nach der überzeugenden Vorstellung von Nvidias PCI-Express-Untersätzen Nforce 4 Ultra und SLI steigt jetzt auch ATI in den Sockel-939-Markt ein. Unser Testmuster, das RS480M2 von MSI, ist ein so genanntes OEM-Produkt für Hersteller wie zum Beispiel HP zum Bau vom Komplett-PCs. In der Regel sind solche Modelle nicht im Handel erhältlich; das MSI-Board verkaufen aber bereits einige Online-Shops für günstige 110 Euro.

Chipsatz-Revolution?

Um es vorweg zu nehmen: Für Spieler liefert der RS480 zum Nforce 4 vergleichbare Frameraten. Allerdings suchen Sie vergeblich clevere Zusatz-Features wie Unterstützung für zwei Grafikkarten oder eine integrierte Firewall. Der Onboard-Sound fabriziert nur AC'97-Gequäke, selbst ein GBit-Netzwerkanschluss fehlt. Immerhin können Sie bis zu vier IDE-Geräte anschließen und die vier Serial-ATA-Anschlüsse laufen auf Wunsch im Raid-Verbund. Als RS480-Vorteil bleibt die integrierte DirectX-9-Grafik auf Basis der Radeon X300. Je
nach Einstellung zwackt sich der 333 MHz schnelle Chip bis zu 128 MByte vom RAM ab. Für ausgewachsene Spiele-PCs fertigt ATI die etwa gleich teure RX480-Variante ohne Grafikchip - fertige Boards sollen im ersten Quartal 2005 in den Handel kommen.

Kompakt oder mager

Beim lautlosen RS480M2 setzt MSI auf die kompakte Micro-ATX-Bauform. Die passt zwar auch in normale ATX-Gehäuse, schränkt aber die Anschlussmöglichkeiten ein: Mangels Platz gibt's nur einen PEGSteckplatz für Grafikkarten und drei konventionelle PCI-Slots, aber keine PCI-Express-1x-Buchsen. Vier USB-Ports, Firewire und ein TV-Ausgang warten auf Anschluss. Bei unserer Testinstallation von Windows XP versagte stets die Formatierung der SATA Festplatte - erst die Vorbereitung des Laufwerks in einem anderen PC und anschließend die Setup-Option »Bestehendes Dateisystem beibehalten« lösten das Problem. Auch beim PCMark2004 hat das RS480M2 trotz aktueller Bios-Version Platten-Probleme: Der HDD-Test stürzt ab.

Langsamer als Nforce4

Bei der Spieleleistung muss ATIs RS480-Chipsatz eine knappe Niederlage gegen Nvidias Nforce 4 hinnehmen. Half-Life 2 (1024x768) läuft auf dem RS480M2 mit einem Athlon 64/3500+, 1,0 GByte DR400-Arbeitsspeicher und einer Geforce 6800 GT mit schnellen 64,6 fps. Aber die Nforce-4- Platine Asus A8N-SLI Deluxe schafft in der gleichen Konfiguration noch bessere 68,1 fps. Die Onboard-Grafik können ernsthafte Spieler unter »Schön wär's gewesen« abhaken. Wer nur in niedrigen Auflösungen oder genügsame Titel wie Fifa 2005 spielt, bekommt noch ausreichende Performance. Half-Life 2 lief in 800x600 bei niedrigen Details mit spielbaren 31,0 Frames.


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