Was längst als No-Go galt, soll AMDs neue Gaming-Grafikkarte retten

Im Jahr 2022 klingen 4,0 GByte VRAM für eine neue Grafikkarte nicht mehr zeitgemäß. Genau das soll AMDs neue RX 6500 XT aber vor extremen Preisen retten.

von Nils Raettig,
06.01.2022 16:49 Uhr

Was würdet ihr auf die folgende Frage antworten: Wie viel Videospeicher sollte eine Grafikkarte im Jahr 2022 mindestens haben? Ich habe eine starke Vermutung, will euch aber zunächst möglichst unvoreingenommen an der passenden Umfrage teilnehmen lassen:

Mein Tipp: Die meisten werden 8,0 GByte auswählen. Dazu passen bislang auch alle neuen Grafikkarten von AMD (RX 6000) und Nvidia (RTX 3000), die inklusive der neu auf der CES 2022 angekündigten Geforce RTX 3050 mindestens auf 8,0 GByte setzen.

AMD tanzt aus der Reihe: Anders sieht das bei der ebenfalls auf der CES vorgestellten RX 6500 XT von AMD aus. Sie hat nur halb so viel Videospeicher zu bieten. Was aber im Jahr 2022 auf den ersten Blick längst nicht mehr zeitgemäß wirkt, könnte sich als das genaue Gegenteil erweisen.

Wenig VRAM als Schutz vor Minern

Wie AMD in einem Interview mit PC World bestätigt, hat man sich auch aufgrund der hohen Grafikkarten-Nachfrage durch Miner für diese Speichermenge entschieden. Hier die entsprechende Äußerung von Vize-Präsidentin Laura Smith über die RX 6500 XT:

Wir haben dieses Modell wirklich so optimiert, dass es Gaming First sein wird. [...] Auch die 4,0 GByte Videospeicher, das ist wirklich eine gute Menge für die meisten Triple-A-Spiele, aber sie ist nicht gerade besonders attraktiv, wenn du Blockchain- oder Mining-Aktivitäten durchführen willst.

Als Auflösung hat AMD dabei Full HD im Blick, wie auch die auf der CES veröffentlichten Grafiken zur erwarteten Performance zeigen. Dass AMD dabei nicht von maximalen, sondern von hohen Details spricht, dürfte auch mit Blick auf die Speichermenge kein Zufall sein:

Jedoch ist weder aus der Grafik noch aus den Hinweisen im Anhang dazu ersichtlich, ob die als ein Gegner ausgewählte RX 570 aus dem Jahr 2017 in der Variante mit 4,0 oder 8,0 GByte genutzt wurde. Den zweiten Gegner GTX 1650 gibt es dagegen nur mit 4,0 GByte VRAM.

Erscheinen soll die RX 6500 XT am 19. Januar, die offizielle Preisangabe liegt bei 199 US-Dollar. Wir werden also bald schon testen können, wie groß der Nachteil von nur 4,0 GByte VRAM im Jahr 2022 ist - und vor allem sehen, ob diese Maßnahme seitens AMD wirklich Abhilfe im Kampf gegen schlechte Verfügbarkeit und viel zu hohe Preise schafft.

Was haltet ihr vom AMDs Vorgehen in Sachen Videospeicher bei der RX 6500 XT? Ein sinnvoller Schritt, schon vor Release der Gaming-Sargnagel für die neue Grafikkarte oder etwas dazwischen? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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