In der vergangenen Woche lief die GPU Technology Conference im US-kalifornischen San José und brachte einige Kontroversen mit sich.
Die viel diskutierte Ankündigung von DLSS 5 zählt dazu, doch auch abseits davon ging nach einem Vorschlag von Nvidia-CEO Jensen Huang ein Raunen durch die Tech-Welt.
Konkret geht es um die Idee, dass Softwareentwickler künftig nicht nur ein klassisches Grundgehalt, sondern zusätzlich ein jährliches Budget in Form von KI-Tokens erhalten sollen (via CNBC):
Sie [die Entwickler] werden ein paar hunderttausend Dollar im Jahr als Grundgehalt verdienen. Ich werde ihnen wahrscheinlich die Hälfte davon zusätzlich als Tokens geben, damit sie zehnmal produktiver sein können.
52:00
DLSS 5: Echte Grafik-Revolution oder nur AI-Slop?
KI-Tokens als Gehaltssäule
Laut Huang etabliere sich dieses Token-Budget bereits als eine von (höchstens) vier Gehaltssäulen neben dem gewöhnlichen Grundgehalt, Bonuszahlungen und potenziellen Unternehmensanteilen.
Business Insider zufolge meint der Nvidia-CEO, dass im Silicon Valley die Frage nach der Anzahl Tokens während des Einstellungsprozesses neuer Ingenieure immer häufiger gestellt werde; schließlich sei nach Ansicht Huangs jeder Mitarbeiter produktiver, wenn dieser Zugriff auf Tokens hat.
Was sind Token? Vereinfacht formuliert: die Recheneinheit hinter KI-Sprachmodellen. Jeder Text, den ein Modell liest oder erzeugt, wird in kleine Textbausteine aufgeteilt – rund vier Zeichen entsprechen einem Token.
Als Beispiel: OpenAIs leistungsfähigstes Modell kostet aktuell 15 US-Dollar pro einer Million Tokens.
»Jeder Entwickler wird hundert Agenten haben«, sagte Huang in diesem Kontext gegenüber Tom's Hardware.
Das sei kein fernes Zukunftsszenario, sondern eine direkte Konsequenz daraus, dass leistungsfähige KI-Agenten bereits heute komplexe Mehrschritt-Aufgaben eigenständig ausführen können.
Für Nvidia selbst beschreibt Huang das eigene Unternehmen als »42.000 biologische Mitarbeiter und auf dem Weg zu Hunderttausenden digitalen«.
Zumindest der Nvidia-CEO selbst ist davon überzeugt, dass dieser Schwung an KI-Agenten dafür sorgen wird, dass in Zukunft nicht weniger, sondern mehr Jobs entstehen werden.
- Den Maßstab, den Huang dabei ansetzt, ist nicht ohne. Wer als Entwickler 500.000 US-Dollar im Jahr verdient, sollte nach seiner Überzeugung mindestens 250.000 US-Dollar pro Jahr in Tokens verbrauchen – also die Hälfte des Gehalts nochmals in KI-Rechenleistung investieren.
- Andersherum wäre er laut Tom's Hardware »bestürzt, wenn dieser Entwickler am Jahresende sagt, er hat 5.000 US-Dollar an Tokens verbraucht«.
- Einen solchen Entwickler, der die KI-Werkzeuge nicht nutzt, vergleicht er in diesem Punkt mit einem Chipdesigner, der auf CAD-Software verzichtet und stattdessen auf Bleistift und Papier setzt.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.