OpenAI und Anthropic wurden bei KI-Agenten rechts überholt – und zwar direkt auf WhatsApp

Claude Duet startet mit Warteliste und richtet sich an Profis, genau wie Dots. Währenddessen haben Meta und das Startup eines 23-Jährigen KI-Agenten längst zu einem Werkzeug für den Alltag aller gemacht.

Meta hat bereits seit längerer Zeit KI-Agenten aufs Handy gebracht – zwei davon können direkt in WhatsApp verwendet werden. (Bildquelle: GameStar Tech; Meta; Instinct; OpenAI, Claude) Meta hat bereits seit längerer Zeit KI-Agenten aufs Handy gebracht – zwei davon können direkt in WhatsApp verwendet werden. (Bildquelle: GameStar Tech; Meta; Instinct; OpenAI, Claude)

Anthropic hat mit Claude Duet einen proaktiven KI-Agenten in einer Vorabversion für Profis sowie kleine und mittlere Unternehmen vorgestellt. Der Start erfolgt sechs Wochen nach Metas Muse und drei Wochen nach Dots von OpenAI.

Die beiden tonangebenden KI-Labore kommen damit als Letzte in einem Bereich an, in dem Meta bereits Millionen von Menschen für sich gewonnen hat.

Dieser Artikel stammt im Original von unserer spanischen Schwesterseite XATAKA und erscheint bei GameStar Tech in übersetzter und angepasster Form.

So ist es zum Erfolg von Meta gekommen

Duet überwacht verknüpfte Apps, liefert euch jeden Morgen eine Zusammenfassung und arbeitet selbstständig auf einem Cloud-Rechner weiter, selbst wenn ihr die Anwendung schließt. Der Agent übernimmt das Gedächtnis sowie die Schnittstellen von Claude, sodass kaum Konfigurationsaufwand anfällt, wenn ihr bereits im Ökosystem unterwegs seid.

Aktuell ist das System jedoch nur für Personen mit Pro- und Max-Abo und exklusiv in den USA über eine Warteliste nutzbar. Weitergehend räumt Anthropic eine bekannte Schwachstelle ein: Persönliche Erledigungen gehören aktuell nicht zu den Stärken des Agenten.

Metas Muse ging bereits am 8. September kostenlos und direkt in WhatsApp an den Start – und das als ein Tool, das für alle Personen offensteht. Laut Meta, selbst wenn nur geringes Technikverständnis vorhanden ist. Innerhalb von 22 Tagen übertraf der Dienst fünf Millionen Aktivierungen und verzeichnete Anfang Oktober bereits mehr als drei Millionen wöchentliche Nutzer.

Video starten 0:55 So erstellt ihr einen Sticker auf WhatsApp in unter 60 Sekunden

Einen noch minimalistischeren Weg geht das Projekt Instinct. Dieses besitzt nicht einmal eine eigene App. Stattdessen schreibt ihr dem System schlicht via WhatsApp oder iMessage. Generell ist der Dienst zwar deutlich kleiner, doch laut dem Gründer wickelt der Dienst bereits Transaktionen im Wert von knapp einer Milliarde Dollar pro Jahr ab – die Hälfte davon im Reisesektor.

Während Duet Dashboards, Meeting-Planungen und Finanzprognosen verspricht – also deutlich stärker auf den Business-Bereich ausgerichtet ist –, unterstützt Instinct die Community bei Dingen wie dem Wocheneinkauf, der Organisation von Konzertkarten oder hilft, hartnäckige Abos loszuwerden.

Doch genau die kleinen Alltagsaufgaben fesseln jene, die zuvor noch nie etwas an eine KI abgegeben haben.

Auch wirtschaftlich gibt es starke Unterschiede

Meta und Instinct verdienen daran, wenn der Agent einkauft. Mark Zuckerberg kündigte an, dass Muse für die Mehrheit kostenlos bleibt und Meta von Händlern eine kleine Provision pro Transaktion verlangt. Instinct testet ein ähnliches Modell. Wer Provisionen kassiert, kann euch den Agenten gratis überlassen.

Anthropic und OpenAI verknüpfen ihre Helfer stattdessen mit teuren Abonnements. Dots startet ab 100 Dollar mit nur einem Agenten pro Account, während europäische Pro-Kundschaft vorerst komplett außen vor bleibt.

Dieser Vorsprung hat seinen Haken. Meta stellte Muse zeitweise bis zur Hälfte seiner täglichen internen Werbeplätze zur Verfügung, während Amazon dem Bot vor einem Monat die Tür vor der Nase zuschlug.

Diese Lücke spielt Anthropic in die Hände. Duet fragt erst nach, bevor er in eurem Namen aktiv wird. Sollten die Einkaufsagenten der Konkurrenz also vermehrt gesperrte Konten und Fehlbuchungen produzieren, könnte sich die vorsichtige Herangehensweise schon bald als stärkstes Verkaufsargument entpuppen.

Doch wie sieht es bei euch aus? Nutzt ihr den KI-Agenten von Meta? Oder setzt ihr auf ein anderes Tool? Hinterlasst uns gerne einen Kommentar!


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