Ein unscheinbarer USB-Stick, versteckt mit etwas Toilettenpapier hinter einem Fernseher: So simpel war offenbar das Spionagewerkzeug, mit dem die Führungsetage des KI-Pioniers OpenAI belauscht werden sollte.
Wie OpenAI (via Der Spiegel) berichtet, hat das FBI am 9. Oktober 2026 in San Francisco einen 35-jährigen saudi-arabischen Ingenieur und ehemaligen Mitarbeiter des ChatGPT-Entwicklers festgenommen.
Ihm wird vorgeworfen, heimlich ein Aufnahmegerät im Fernseher eines besonders gesicherten Konferenzraums installiert zu haben, um vertrauliche Gespräche der Unternehmensspitze über Forschungsprojekte und Geschäftsgeheimnisse abzuhören.
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Kriminalfall in den Büroräumen
Die Entdeckung der behelfsmäßigen Wanze glich dabei einem Spionagethriller. Wie Gerichtsunterlagen enthüllen, wurde die Wanze am 30. September entdeckt.
Das Aufnahmegerät steckte im USB-Anschluss eines Fernsehers im besagten Konferenzraum und war notdürftig mit Toilettenpapier getarnt.
Die Ermittler gehen davon aus, dass es dort erst zwei Tage zuvor platziert worden war. Offenbar wusste der Täter sehr genau, was er tat. Die auf dem Gerät gespeicherten Daten waren verschlüsselt.
Die Tat des 35-jährigen A. wird durch einen weiteren Fund unterstrichen: In einer Tasche, die er in den Büroräumen von OpenAI zurückgelassen hatte, stießen die Ermittler auf ein weiteres, baugleiches Abhörgerät.
Überwachungsvideos führten das FBI auf die Spur
Auf die Spur des mutmaßlichen Täters brachten die Ermittler schließlich Überwachungsvideos und ein verräterischer digitaler Fußabdruck.
Obwohl der 35-jährige Ingenieur, der erst seit Juli 2025 für das Unternehmen arbeitete, keine Zutrittsberechtigung für den sensiblen Konferenzraum besaß, tauchte er auf Kameraaufzeichnungen mehrfach in dessen unmittelbarer Nähe auf.
Den endgültigen Verdacht bestärkte ein digitaler Fund. Über das Konto eines KI-Assistenten, das seiner Ehefrau zugeordnet war, waren im Vorfeld detaillierte Fragen zum Bau eines Aufnahmegeräts, zum Abhören in Echtzeit sowie zur Datenverschlüsselung gestellt worden.
Schnelle Reaktion von OpenAI
OpenAI reagierte prompt auf den massiven Sicherheitsvorfall: Das Unternehmen schaltete umgehend das FBI ein und feuerte den Ingenieur, der zuvor bereits für Tech-Giganten wie Meta und Microsoft tätig war, noch am Tag seiner Festnahme.
Gegenüber der Öffentlichkeit bemüht sich der ChatGPT-Entwickler nun um Schadensbegrenzung. Ein Sprecher betonte, dass es bislang keine Hinweise darauf gebe, dass der Mann unberechtigten Zugriff auf wertvolle Modellparameter, Quellcodes oder gar Kundendaten erlangt habe.
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Für den 35-Jährigen könnte die improvisierte Spionageaktion weitreichende Folgen haben: Im Falle einer Verurteilung drohen dem Mann bis zu fünf Jahre Haft sowie eine Geldstrafe von 250.000 US-Dollar. Bereits am 19. Oktober soll vor Gericht über seine weitere Inhaftierung entschieden werden.

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