PC-Verlosung wird zum PR-Desaster: Ganze Gaming-Firma muss schließen

Einem amerikanischen Anbieter von PCs für das Gaming und Streaming mit Twitch-Fokus wird ausgerechnet ein Live-Stream mit PC-Verlosung zum Verhängnis.

von Kay Nordenbrock,
11.03.2022 13:38 Uhr

Auf Twitch geht es hin und wieder heiß her, zuletzt durch den PC-Anbieter Artesian Builds. Auf Twitch geht es hin und wieder heiß her, zuletzt durch den PC-Anbieter Artesian Builds.

Das US-amerikanische Unternehmen Artesian Builds baut Custom-PCs für seine Kunden zusammen, oft live über den eigenen Twitch-Kanal mit über 250.000 Followern. Genau dort wollte das Unternehmen vor ein paar Tagen zwei solcher PCs im Live-Stream bauen und an die eigenen Marken-Botschafter verlosen. Dabei handelt es sich um eine Art Partnerprogramm für Streamer und Content Creator.

Bei der Verlosung lief aber anscheinend nicht alles wie geplant. Eine Gewinnerin des Give-Aways war die Twitch-Steamerin Kiapiaa. Der CEO von Artesian Builds, Noah Katz, entschied noch im Stream, dass die Streamerin zu wenig Mehrwert für das Unternehmen biete und den PC deshalb nicht verdiene. Das gleiche Schicksal ereilte auch weitere Marken-Botschafter, die bei neuen Ziehungen an die Reihe kamen.

Katz sagt zu Kiapiaa, sie sei bereits seit drei Monaten Botschafterin, habe aber noch keinen einzigen Klick generiert. Weiter sagt er, dass es sich um ein Give-Away für Botschafter handle und Teilnehmer mit seinem Unternehmen kooperieren müssen, um gewinnen zu können. Die ganze Begründung findet ihr im Twitch-Clip unter diesem Link.

Wie heikel es sein kann, dort live zu streamen, zeigt auch unsere Video-Reihe zu den größten Livestream-Fails, hier am Beispiel der dritten Folge zu sehen:

Twitch - Die größten Livestream-Fails, Teil 3 7:03 Twitch - Die größten Livestream-Fails, Teil 3

Kritik von der Gewinnerin und großen Tech-Youtubern

Kiapiaa hat sich daraufhin auf Twitter zu Wort gemeldet. Dort sagt sie, sie haben den PC fair und ehrlich gewonnen. Die Regeln für das Give-Away würden lediglich besagen, dass die Markenbotschafter das Panel von Artesian-Builds in ihrer Beschreibung auf Twitch haben müssen. Diese Bedingung würde sie erfüllen. 

Außerdem sagt sie, dass Katz die Regeln mitten im Stream geändert habe, weil sie nicht genügend Follower hat. Sie kritisiert auch, dass der CEO Verleumdung eine Diffamierung ihre Streaming-Tätigkeit betreibe. Den ganzen Twitter-Thread findet ihr hier: 

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Kurz danach meldet sich unter anderem der große Hardware-YouTuber JaysTwoCents zu Wort, der auf der Plattform über 3,5 Millionen Abonnenten verzeichnen kann. Seiner Meinung nach wurde Kiapiaa hier ungerecht behandelt, weshalb er ihr anbietet, einen Gaming-PC als Ausgleich zu schicken. Das Video zu der Aktion hat mittlerweile über eine Million Aufrufe.

Andere Youtube-Größen aus dem Tech-Bereich wie GamersNexus und Linus Tech Tips äußern sich ebenfalls sehr kritisch zu der Aktion. Im Zuge der großen Aufmerksamkeit, die das Thema erlangt hat, stehen außerdem weitere Vorwürfe gegen den CEO im Raum, unter anderem in Bezug auf Steuern und eingefrorene Bankkonten sowie gestoppte Lieferungen an Kunden, die bereits bezahlt haben.

Der CEO von Artesian Build hat zwar Entschuldigungen in schriftlicher und in Videoform veröffentlicht, sie wurden mittlerweile aber wieder gelöscht. Gleiches gilt für seinen Twitter-Account.

Partner und Sponsoren springen ab

Wie die Gaming-Seite Mein-MMO berichtet, sprangen im Zuge der Kritik große Streaming-Partner und Sponsoren von Artesian Builds nach dem Vorfall im Live-Stream ab. Rund eine Woche nach dem Vorfall meldete sich Artesian Builds nun selbst auf Twitter zu Wort:

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In oben zu sehenden Beitrag teilt das Unternehmen mit, dass ab sofort alle Aktivitäten eingestellt wurden. Eine Analyse des Unternehmens von Außenstehenden sei im Gange, um eine faire Behandlung von Kunden, Gläubigern und Mitarbeitern zu gewährleisten. Dazu seien sie offen für Hilfestellungen und Investitionen.

Ob die Firma ihren Betrieb wieder aufnehmen kann und wie es für die etwa 50 Mitarbeiter an zwei verschiedenen Standorten weitergeht, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar.

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