Gamer mit leistungsstarken Grafikkarten geraten unter Umständen etwas ins Schwitzen, angesichts der Jahresabrechnung ihres Stromanbieters. Über 500 Watt Leistungsaufnahme alleine einer Grafikkarte vom Schlage der RTX 5090 lassen den Stromzähler ja auch tatsächlich kräftig rotieren, wenn gezockt wird.
Seit einigen Jahren sinken die Strompreise allerdings wieder, sogar unter das Niveau von vor dem Preisschock Ende 2022. Nur hat sich das offenbar noch nicht sehr weit herumgesprochen.
Eventuell liegt es auch daran, dass immer wieder Meldungen zu sehen sind, der deutsche Strompreis sei rekordverdächtig hoch. Dann lohnt es sich ja gar nicht, überhaupt nach günstigeren Preisen zu suchen. Oder?
Mach hier den Vergleich für deinen StrompreisWie hoch ist der durchschnittliche Strompreis in Deutschland?
Laut der Statistikwebseite Statista hat Deutschland die höchsten Strompreise in ganz Europa, im April 2024 beispielsweise gibt die Seite über 45 Cent pro Kilowattstunde als Durchschnitt an. Und das stimmt tatsächlich auch, entsprechende Berichte sind nicht gelogen.
Problematisch ist nur, dass oft nicht erklärt wird, was Statista da ermittelt hat: Den durchschnittlichen Preis, den deutsche Stromkunden für ihre privaten Kilowattstunden in der Grundversorgung tatsächlich bezahlen. Das ist allerdings nicht zwingend auch der Preis, den die Stromkunden zahlen könnten, wenn sie wollten.
Die von Statista abgebildete Grundversorgung ist generell sehr hilfreich, hier landet beispielsweise jeder, sonst keinen Stromvertrag hätte. Wenn ihr umzieht und versäumt, einen neuen Stromvertrag abzuschließen, versorgt euch der jeweilige Grundversorger trotzdem mit Strom. Teils geht das sicherlich auch in der Hektik unter.
Allerdings zu mitunter sehr hohen Kosten, da in der Grundversorgung oft besonders hohe Preise abgerufen werden. Einige Nutzer, die eventuell aus finanziellen Gründen keinen anderen Stromvertrag bekommen, sind sogar quasi in der teuren Grundversorgung gefangen.
Strompreisvergleich gegen überhöhte StromkostenDas Wechseln des Stromanbieters rechnet sich meistens
Laut den Daten der Strompreisentwicklung des Vergleichsportals Verivox lag der Kilowattstundenpreis für Neukunden im April 2024 bei durchschnittlich nur knapp 26 Cent. Das kann bei euch je nach Region etwas höher oder niedriger ausgefallen sein, jeder Stromnetzbetreiber verlangt unterschiedliche Stromnebenkosten. Da zählt auch der Ausbau der Netze und Erzeugungskapazitäten der jeweiligen Region hinein.
Ihr seht, die Preisunterschiede zwischen dem tatsächlich gezahlten Strompreis und dem, der bei einem Neuvertrag anfällt, sind durchaus beachtlich. Zwar steigen die Preise für Neuanschlüsse aktuell wieder etwas, im Schnitt liegt der Preis aber immer noch bei spürbar günstigeren 31 Cent die kWh. Das kann sich, je nach Stromverbrauch, auf mehrere hundert Euro im Jahr an Ersparnis addieren.
Die Zahlen von Statista stimmen also, bilden aber trotzdem ein sehr stark nach oben verzerrtes Bild des deutschen Strompreises ab.
Es kann sich aber auch lohnen, für Eltern oder Großeltern zu recherchieren, ob hier nicht zu viel gezahlt wird. Zwar bieten einige Altverträge sehr verlockende Preise und sollten dann besser nicht angerührt werden, nicht selten fällt der Wechsel des Stromanbieters nach Preiserhöhungen aber hinten über. Firmentreue auf Kosten des Kontostandes lohnt sich selten.
Mehrere hundert Euro im Jahr sparen dank Strom-Preisvergleich