Reise ins Ich - Mikroroboter entwickelt, die menschliche Zellen reparieren sollen

Eine Gruppe von Forschern hat winzig kleine, vierbeinige Roboter entwickelt, die in naher Zukunft über die menschliche Blutbahn Zellreparaturen durchführen könnten.

von Sara Petzold,
17.03.2019 08:05 Uhr

Ein Microroboter, der sich auf Beinen aus Platin und Titan fortbewegt und von Laser-Licht angetrieben wird.Ein Microroboter, der sich auf Beinen aus Platin und Titan fortbewegt und von Laser-Licht angetrieben wird.

In dem 1987 erschienen Film Die Reise ins Ich, der auf dem Sci-Fi-Klassiker Die Phantastische Reise basiert, gerät die Hauptfigur in einem U-Boot auf mikroskopische Größe geschrumpft in den Körper eines anderen Menschen.

Die Idee, mit Mini-Fahrzeugen den menschlichen Körper zu infiltrieren, galt dabei lange Zeit als Science-Fiction. Doch ein Team der Cornell University in Ithaca, New York hat einem Bericht von Heise zufolge eine neue Form von Mikrorobotern vorgestellt, die sich auf vier Beinen bewegen.

Das ist ein Novum, weil man bisher davon ausging, dass derartig winzige Roboter mit traditioneller Motorik nicht funktionieren würden. Stattdessen kommen bei den meisten Forschungsprojekten für die Fortbewegung von außen wirkende Magnetfelder zum Einsatz.

Video-Link - Microroboter bewegt sich fort

So groß wie ein Haar dick

Die 70 Mikrometer messenden Roboter (etwa die Dicke eines Haares) bestehen aus dünn mit Silizium überzogenem Glas inklusive eingeätzter Schaltkreise sowie zwei oder vier Solarzellen. Die werden nicht einzeln, sondern millionenfach wie Computerchips auf einem Silizium-Wafer gefertigt.

Die Beine der Roboter bestehen aus Platin und Titan und sind nur 100 Atome dick sowie extrem stark - die vier Beine bewegen einen Körper, der 1.000 Mal so schwer und 8.000 Mal so dick ist wie sie selbst.

Ein weiterer Vorteil der Nanoroboter liegt in ihrer Widerstandsfähigkeit: In ersten Tests überlebten sie das Aufsaugen und die folgende Injektion per Spritze in eine Blutbahn und blieben voll funktionsfähig.

Video-Link - Microroboter winkt einer Amöbe

Laser-Antrieb

Die Beine bewegen sich, sobald man sie mit einem Laser bestrahlt. Dadurch dehnt sich das Platin aus, während das Titan im Bein seine Form behält. Das Bein krümmt sich und der Roboter setzt sich in Bewegung. Das Problem dabei: Die Bestrahlung des Roboters per Laser funktioniert nur in den oberen Hautschichten

Für Stellen, die tiefer im Körper liegen, will das Forscherteam andere Antriebsmöglichkeiten wie Ultraschall und die bereits für andere Mikroroboter genutzten Magnetwellen ausprobieren.

Video-Link- Microrobter werden in eine Spritze gesaugt


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