Ich liebe Nudeln und Pasta in jeder Form und Variation. Aber Nudelteig selbst hat mich immer abgeschreckt. Die Sauerei auf der Küchentheke, das Saubermachen hinterher ... mir ist das einfach zu viel Arbeit gemessen daran, dass ich dann auch noch die Nudeln in Form bringen muss. Und wenn ich mir den Stress schon mache, dann muss ja auch gleich eine gewisse Menge dabei herauskommen, denn für einmal Essen ist das dann doch zu viel.
Nun habe ich am Wochenende den Pastarella von Rommelsbacher ausprobieren dürfen. Eine Nudelmaschine, die den Teig und das Formen für mich übernimmt. Wie gut das funktioniert, lest ihr hier.
Hier findet ihr das Gerät aus dem Artikel bei Amazon - gerade sogar im Sale!Pastarella: 800g Frischteignudeln in 15 Minuten - kann das klappen?
Meinen Kaffee macht schon lange der Vollautomat, also warum nicht auch meine Nudeln? Das dachte ich mir auch, daher war ich richtig heiß darauf, das erste Mal in meinem Leben echte Pasta selber zu machen. Ich habe auch extra am Abend zuvor eine Bolognese aufgesetzt, damit sie 12 Stunden lang einkochen kann.
Zurück zur Pastarella: Die Nudelmaschine will fast den gesamten Vorgang abnehmen:
- Ihr füllt Wasser in einen Wassertank
- Ihr gebt das Mehl oder die Mehlmischung in den Behälter - eine Waage ist integriert
- Rommelsbacher gibt euch in einer Anleitung und einem Heft direkt ein paar Rezepte mit
- Die Maschine hat einige Automatikprogramme, bei denen sie das Wasser selbst dosiert
- Die Pastarella knetet den Teig
- Die Maschine presst den fertigen Teig selbst durch eine austauschbare Matrize
- Ihr müsst nur noch die Nudeln in der gewünschten Menge abschneiden
Theoretisch kann man innerhalb von 15 bis 20 Minuten eine ausreichend große Portion Nudeln selbermachen. Ob das funktioniert?
So lief mein erster Test ab
Wenn man sich ein bisschen ins Thema eingräbt, stellt man schnell fest: Nudelteig ist eine Wissenschaft für sich. Ich habe mich bei meinem ersten Versuch für das simpelste aller Rezepte dafür entschieden: Eine 50/50-Mischung aus Hartweizengrieß und Typ 405 Weizenmehl. Man könnte aber auch genauso gut spezielles Pastamehl aus Italien verwenden, bunte Nudeln mit Rotebeetepulver oder gewürzte Nudeln mit Chili oder Knoblauchgranulat zubereiten. Die Möglichkeiten sind immens!
Dennoch: Ich wollte erstmal die Grundlagen abchecken, ehe ich mich bald an Experimente wagen werde. Für die von mir gewählte 50/50-Mischung hat die Pastarella sogar ein Automatikprogramm, bei dem sie automatisch die Wassermenge zu insgesamt 400 Gramm Mehl dosiert.
Die Vorbereitungszeit ist somit nahezu null: Maschine aufstellen, einschalten, Waage tarieren, Mehl rein. Danach muss ich nur das Automatikprogramm drei auswählen und los geht die Fahrt. An der Stelle muss ich auch mal die Betriebsanleitung und das beiliegende Heft mit Rezepten loben. Das ist alles gut und verständlich umgesetzt.
Hier geht's zur Rommelsbacher Pastarella PM220 bei AmazonWie kann ein guter Nudelteig aus dem Automaten gelingen?
Grundsätzlich sollte ein Nudelteig ja ein relativ fester Teig sein. Beim Pastarella gibt es eine kleine Besonderheit zu beachten: lieber zu trocken als zu feucht. Zwar dosiert der die Maschine in den Automatikprogrammen das Wasser selbst, aber dennoch kann ein wenig Feinjustieren nötig sein.
Ich habe am Wochenende zwei Chargen gemacht. Die erste rein mit dem Automatikprogramm. Das Ergebnis der ersten seht ihr im Video hier:
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Pasta-Vollautomat: Der »Pastarella« macht frische Nudeln fast ganz von alleine!
Ich muss echt sagen: Die Konsistenz war schon ziemlich gut. Ich habe selbst einen winzigen Hauch Wasser dazugegeben, da der Teig am Anfang noch etwas zu bröselig war. Die Pastarella selbst funktioniert aber am besten auch mit Teig, der tendenziell noch eher ins Krümelige geht anstatt eine rein homogene Masse zu sein. Je feuchter der Teig ist, desto eher bleibt er kleben und verzieht sich beim Formen wieder.
Der Automat rührt also das Mehl-Wasser-Gemisch zu einem Teig, beim Automatikprogramm mit dem 50/50-Verhältnis hat das nur 4 Minuten gedauert. Danach fängt die Maschine an, über eine Schnecke den Teig Richtung Matrize zu schieben und dort in die Nudelform zu pressen. Das klappt echt erstaunlich gut. Wenn die Konsistenz nicht passt, gibt euch die Maschine übrigens mit dem Fehler E15 Bescheid.
Die Tagliatelle, mit denen wir angefangen haben, hatten eine sehr gute Struktur und waren fest. Sie klebten auch in der Form, wo ich sie aufgefangen habe, nicht zusammen. Ihre Oberfläche war auch richtig rau und griffig, was super ist, damit die Nudeln später die Soße gut mitnehmen können. Noch ein kleiner Tipp: Bestreut die Nudeln, die schon fertig sind, ein wenig mit Hartweizengrieß. Das verhindert ein weiteres Aneinanderkleben komplett und entzieht noch ein klein wenig Wasser, damit die Pasta richtig schön bissfest wird.
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Mein zweiter Versuch lief manuell ab. Ich habe selbst versucht das perfekte Wasser-Mehl-Gemisch zu finden und sowohl Rührvorgang als auch das Pressen selbst einzustellen. Das war tatsächlich deutlich schwieriger als gedacht und letztlich muss ich leider zugeben, dass die Automatik besser funktioniert hat.
Ich habe allerdings auch nicht das richtige Mehl gewählt. Hartweizengrieß + Typ 405 gehen, sind aber nicht perfekt. Die optimale Wahl wäre eigentlich das Semola Rimacinata. Das werde ich beim nächsten mal probieren.
Die Reinigung ist relativ einfach
Relativ. Einerseits könnt ihr wirklich alles auseinandernehmen und tatsächlich sind alle Bereiche, die schmutzig werden können, leicht erreichbar. Sogar die Dichtungen kann man easy abzupfen und saubermachen. Der Nachteil: Rommelsbacher rät nicht dazu, die Teile regelmäßig in die Spülmaschine zu schmeißen. Aber auch händisch kostet das letztlich nur etwa 15 Minuten Zeit, wenn man es gründlich macht.
Eine Sache macht mir ein bisschen Sorgen
Mein größter Kritikpunkt betrifft eigentlich nur eine Sache: Der komplette Auslauf, durch den der Teig gepresst wird, ist bis auf ein Teil komplett aus Plastik. Und je nachdem, wie hart der Teig geworden ist, knarzt es da ganz schön. Wenn die Förderschnecke den Teig Richtung Matrize schiebt, dann wirken da durchaus hohe Kräfte. Ich kann da zwar nun keine Erfahrungswerte liefern, aber das könnte irgendwann durchaus eine Schwachstelle sein.
Mein Fazit: Lohnt sich der Pastarella?
Tja, jetzt fehlt natürlich noch eine Antwort: Wie gut waren denn jetzt die selbstgemachten Nudeln eigentlich? Hat sich der Aufwand gelohnt?
Lasst es mich einfach auf den Punkt bringen: Genial und JA! Rein geschmacklich hatte ich nun nicht den krassen Unterschied zu (hochwertigen) gekauften Nudeln. Aber die Konsistenz und die Art, wie die Soße von der Pasta aufgenommen wurde, war einfach gigantisch. Besonders die Penne aus der zweiten Ladung waren dahingehend echt stark. Und das, obwohl ich wirklich absolut keine Ahnung zuvor vom Pastamachen hatte.
Am Ende war es ungefähr eine halbe Stunde Aufwand - für den ersten Versuch geht das echt in Ordnung.
In Zukunft werde ich noch einige Experimente mit italienischem Pastamehl, bunten Nudeln und mehr Geschmack im Teig durchführen. Ich muss jedenfalls sagen: Das Grundprinzip des Pastarella funktioniert echt erstaunlich gut. Es ist so simpel und so unaufwändig. Und vor allem: Es ist sauber. Die Küchentheke ist nicht voller Mehl und ich habe keinen Stress mit dem Kneten.
Einzig eine Abschneideautomatik der fertigen Nudeln wäre noch super, denn das war tatsächlich der Part, der mich am meisten Zeit gekostet hat. Die Pasta braucht eine Weile, bis sie durch die Matrize geht und man muss danebenstehen und sie abschneiden.
Ansonsten aber ein echt tolles Gerät mit gutem Zubehör und einer leichten Bedienung. Sie tut genau das, was sie kann. Und ich werde nun definitiv öfter Pasta machen. Yay!
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