Sonos Sound-Systeme - Hersteller zwingt Kunden Datenschutz-Richtlinien auf

Der Hersteller Sonos hat seine Datenschutzbestimmungen angepasst. Bei Kunden, die dem nicht zustimmen, könnten die Geräte ihre Funktion verlieren.

von Georg Wieselsberger,
23.08.2017 13:33 Uhr

Sonos will Daten von Kunden sammeln. Wer nicht zustimmt, muss mit Funktionsverlust rechnen. (Bildquelle: Sonos)Sonos will Daten von Kunden sammeln. Wer nicht zustimmt, muss mit Funktionsverlust rechnen. (Bildquelle: Sonos)

Letzte Woche hat Sonos, ein Hersteller von Sound-Systemen, damit begonnen, seine Kunden über Veränderungen bei den Datenschutzrichtlinien zu informieren. Der Hersteller gibt sich darin das Recht, umfangreiche Daten über seine Kunden zu sammeln, beispielsweise die IP-Adresse, Login-Daten, Daten über das heimische WLAN, Einstellungen, Fehler-Meldungen, Daten über andere Geräte und die ohnehin schon vorhandene E-Mail-Adresse.

Widerspruch hat unangenehme Folgen

Die Kunden können zwar den neuen Richtlinien widersprechen, doch das hat laut Sonos wohl unangenehme Konsequenzen. Das geht aus einer Stellungnahme eines Sprechers des Unternehmens gegenüber ZDNet hervor.

"Wenn sich ein Kunde entscheidet, den neuen Datenschutzbestimmungen nicht zuzustimmen, wird der Kunde nicht in der Lage sein, die Software seines Sonos-Systems zu aktualisieren und im Laufe der Zeit wird die Funktionalität des Produktes abnehmen. Der Kunde kann wählen, den Bestimmungen zuzustimmen oder akzeptieren, dass das Produkt nach einiger Zeit nicht mehr funktioniert."

Zwar stehe es den Kunden offen, die Übermittlung mancher Informationen zu deaktivieren, beispielsweise zur Leistung oder Aktivität der Produkte. Aber die Daten, die Sonos unbedingt erhalten möchte, müssten übermittelt werden. Dazu gehören die oben bereits genannten Informationen.

Kritik von Kunden und Datenschützern

Die Reaktionen von Kunden im Web sind daher nicht gerade sehr freundlich und auch Datenschutz-Experten kritisieren Sonos. Die Kunden bräuchten selbst effektive Kontroll- und Wahlmöglichkeiten, so Joe Jerome vom Center for Democracy & Technology.

Immer mehr Dienste und Funktionen, für die die Kunden bezahlt haben, würden von ständig veränderten Richtlinien und Nutzungsbedingungen abhängig gemacht. Das sei nicht fair, wenn die Nutzer nicht gleichzeitig die Wahl hätten und die grundsätzlichen Funktionen auch bei einer Ablehnung erhalten blieben.


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