Die USA haben Ernst gemacht: In der Nacht auf den 9. April sind neue, hohe Zölle eingeführt worden. Besonders stark betroffen ist China. Einfuhren aus dem Land sind nun mit Abgaben von 104 Prozent belegt.
Das hat wenig überraschend große Auswirkungen an der Börse, die unter anderem Apple stark zu spüren bekommt. Grund dafür ist, dass Apple stark von China als Produktionsstandort abhängig ist.
Apple muss deutlichen Kursabfall hinnehmen:
- Der Aktienkurs des Unternehmens aus Cupertino ist innerhalb weniger Stunden klar gesunken. Waren es am Nachmittag des 8. April noch knapp 174 Euro, steht die Aktie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels bei etwa 158 Euro. Das entspricht einem Verlust von etwa neun Prozent.
- Die Marktkapitalisierung im Tagesverlauf liegt laut Yahoo bei 2,59 Billionen US-Dollar. Damit büßt Apple seinen Spitzenplatz als wertvollstes Unternehmen der Welt ein.
- Neuer Spitzenreiter ist Microsoft, auch wenn der Aktienkurs des Unternehmens im selben Zeitraum ebenfalls gesunken ist (von 342 Euro auf aktuell 322 Euro beziehungsweise um circa sechs Prozent). Die Marktkapitalisierung dieses Unternehmens beträgt 2,64 Billionen US-Dollar.
Update, 9. April 20:37 Uhr: Trump hat die Zölle für China auf 125 Prozent erhöht, wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung berichtet. Für die meisten anderen Ländern gibt es dagegen eine Aussetzung der hohen Zölle für einen Zeitraum von 90 Tagen. Stattdessen greift hier nun ein universeller Zollsatz von 10 Prozent.
China hatte zuvor seinerseits die Zölle auf US-Waren auf 84 Prozent erhöht. Auch die EU hat inzwischen für erste Gegenzölle auf US-Produkte gestimmt.
Auch die Börse hat sich dadurch leicht erhöht, zum Zeitpunkt dieses Updates liegt Microsoft aber noch knapp vor Apple mit Blick auf die Marktkapitalisierung.
Wie sich die langfristigen Auswirkungen der neuen Zölle gestalten werden, bleibt indes abzuwarten, insbesondere für Endverbraucher.
32:53
Ich habe 72 Stunden die Apple Vision Pro getragen – und nie gedacht, was das mit mir macht
China hat Trump besonders im Blick
Zusätzlich zu den Sonderzöllen von 104 Prozent wurden in den USA Zölle von 90 Prozent auf geringwertige Waren aus China angeordnet. Das entspricht einer Erhöhung der bisherigen Abgaben um das Dreifache, wie der Spiegel berichtet.
Für ein Unternehmen wie Apple spielen diese Zölle zwar eine geringere Rolle. Aber große chinesische Unternehmen für Billigshops wie Temu und Shein werden davon stark betroffen sein und den generellen Handlungsbedarf seitens China vergrößern, was sich wiederum generell auf die Situation auswirken könnte.
Laut dem Spiegel gibt sich Trump indes verhandlungsbereit und geht davon aus, dass China zwecks Absprachen auf die USA zukommen wird: Wir warten auf ihren Anruf. Es wird geschehen!
, sagt Trump demnach auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social.
Warum Trumps Zölle nicht nur ein US-Problem sind, sondern alle Gaming-Fans betreffen
Inwiefern die neuen Zölle aus den USA auch aus Sicht von Gaming-Fans ein Problem sein können, erörtert unser Chefredakteur Heiko Klinge im oben verlinkten Beitrag bei GameStar Plus näher.
Letztlich ist mit steigenden Preisen in vielen Bereichen zu rechnen. Derzeit werden außerdem Gegenmaßnahmen erwogen, unter anderem seitens der EU. Im schlimmsten Fall könnten sie jedoch zu einer Eskalation des Handelskonfliktes führen, was die Situation sehr heikel macht.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.