Vandalismus als Entertainment? - Bike-Sharing-Firma gibt Frankreich auf

Der Bike Sharing-Anbieter Gobee zieht sich aus Frankreich zurück. Der Grund sei ausufernder Vandalismus an der eigenen Fahrrad-Flotte.

von Sara Petzold,
27.02.2018 15:05 Uhr

Das Bike-Sharing-Unternehmen Gobee zieht sich aus Frankreich zurück, da laut eigenen Angaben die Schäden an den Leihfahrrädern zu groß waren.Das Bike-Sharing-Unternehmen Gobee zieht sich aus Frankreich zurück, da laut eigenen Angaben die Schäden an den Leihfahrrädern zu groß waren.

Gobee gibt auf: Das chinesische Bike-Sharing-Unternehmen hat seinen Rückzug vom französischen Markt bekannt gegeben. Der Grund: »Massenvernichtung« der eigenen Fahrradflotte. Wie der Guardian schreibt, sind laut Gobee in Frankreich rund 3.400 Leihfahrräder beschädigt und 1.000 gestohlen worden.

Bike-Sharing ohne Docking gescheitert?

Eigentlich hatte Gobee für den europäischen Markt große Pläne, die auf dem Papier auch durchaus attraktiv klangen: Anstatt leihbare Fahrräder ausschließlich über sogenannte Docking-Stationen zugänglich zu machen, sollten Nutzer das per App geliehene Rad einfach an einem beliebigen Ort stehen lassen können. Klingt bequem und ist es für die meisten Nutzer auch - vielleicht zu bequem.

Denn wie TheVerge berichtet, hat Gobee offenbar nicht mit derart viel Vandalismus gerechnet. Dadurch, dass niemand die Fahrräder an einem vorgegeben Ort abliefern muss, um das Leihverhältnis zu beenden, landen die Fahrräder gerne mal in Flüssen oder Bäumen oder wo es eben gerade (nicht) passt. Die teils sehr unpassend abgestellten Leihfahrräder sorgen in vielen Städten mittlerweile für Unmut, gleichzeitig steigt die Zahl an beschädigten Fahrrädern.

"Während der Monate Dezember und Januar haben jugendliche Individuen die Massenzerstörung unserer Flotte zu einer neuen Art des Entertainments erklärt. (Stellungnahme von Gobee)"

Aus diesem Grund sieht sich die Firma eigenen Angaben zufolge gezwungen, sich vom französischen Markt zurückzuziehen. Aus dem gleichen Grund zog sich Gobee im Januar bereits aus Belgien zurück, da auch dort die Beschädigungen der Leihfahrräder nicht mehr wirtschaftlich tragbar gewesen seien.


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