Starten im abgesicherten Modus unter Windows 10: Wie es geht, was es bringt

Auch unter Windows 10 gibt es ihn noch, den berühmten abgesicherten Modus. Wir sagen euch, wie ihr in startet - und ob ihr ihn überhaupt noch braucht.

von Mark Geiger,
29.05.2021 07:22 Uhr

So alt wie das Betriebssystem von Microsoft ist auch der abgesicherte Modus unter Windows. Er bootet das System unter veränderten Bedingungen, doch wie ihr ihn startet und was er tatsächlich noch bei Windows 10 bringt, wissen viele nicht. Wir klären euch kurz und knapp auf.

Falls euch außerdem die häufig gestellte Frage umtreibt, ob es legal ist, Windows 10 kostenlos und ohne Aktivierung zu nutzen, findet ihr in diesem Artikel eine Hilfe:

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Windows 10 im abgesicherten Modus starten

Unter Windows 10 hat sich der Zugang im Vergleich zu früheren Version etwas verändert. Aus dem laufenden System heraus geht der Vorgang nun folgendermaßen vonstatten:

  • Bei gedrückter Hochstell-Taste (Shift) im Windows-Startmenü auf »Neu starten« drücken.
  • Nach dem Neustart erscheint »Bitte warten« und danach das erweiterte Boot-Menü in Blau.
  • Auf »Problembehandlung« drücken.
  • Auf »Erweirterte Optionen« drücken.
  • Auf »Starteinstellungen« klicken und danach rechts unten auf »Neu starten«
  • Nach dem erneuten Start erscheint wie im Bild unten zu sehen eine Liste, in der ihr mit den Tasten F4, F5 oder F6 die Art auswählen könnt, wie der abgesicherte Modus hochfährt. Grundsätzlich reicht es, wenn ihr die normale Option wählt, also F4 drückt.

Win 10 Starteinstellungen : Hier könnt ihr mit den Nummern-Tasten oder F-Tasten die Optionen wählen. Win 10 Starteinstellungen
Hier könnt ihr mit den Nummern-Tasten oder F-Tasten die Optionen wählen.

Was tun, wenn Windows 10 nicht mehr bootet?

Fährt Windows 10 gar nicht mehr hoch, gibt es die oben beschriebene Option nicht mehr, weil ihr keinen Zugriff auf den Desktop und das Startmenü habt. In diesem Fall müsst ihr etwas brachialer vorgehen:

  • Startet den Rechner mindestens dreimal neu, indem ihr den Neustart-Knopf oder Anschalter kurz drückt.
  • Drückt danach den Anschalter so lange, bis der Computer sofort wieder ausgeschaltet wird.
  • Startet den Rechner, der nun nach der Anzeige »Automatische Reparatur wird vorbereitet« das Reparatur-Menü aufruft. Dort wählt ihr wie im Bild unten zu sehen unter »Problembehandlung« die Option »Erweiterte Reparaturoptionen anzeigen«. Danach geht es weiter wie oben beschrieben.

Win 10 erweiterte Option : Hier wählt ihr verschiedene Reparatur-Optionen aus, wie die erweiterten Starteinstellungen. Win 10 erweiterte Option
Hier wählt ihr verschiedene Reparatur-Optionen aus, wie die erweiterten Starteinstellungen.

Am Laptop müsst ihr ähnlich vorgehen, jedoch erst das Netzwerkkabel anschließen und die Batterie entfernen (sofern das bei eurem Gerät möglich ist). Dann startet ihr mindestens dreimal neu und zieht das Netzwerkkabel. Nun wieder die Batterie einsetzen oder das Kabel anschließen und der Reparatur-Modus sollte starten.

Alternative Boot-Stick: Bei der Reparatur eines nicht mehr startende Windows kann auch ein Boot-Stick mit Windows 10 helfen. Wählt dazu den USB-Stick als Boot-Medium im BIOS aus oder öffnet beim Hochfahren das Boot-Menü (meist per F10-, F11 oder F12-Taste).

Nach einer kurzen Wartezeitet startet das Windows-Setup. Darüber könnt ihr nicht nur Windows 10 neu installieren, sondern nach dem Klick auf »Weiter« im ersten Fenster unten links auf »Computerreparaturoptionen« klicken. Unter »Problembehandlung« findet ihr nun dieselben Optionen wie im Bild oben zu sehen.

Was bringt der abgesicherte Modus?

Grundsätzlich erfüllt der abgesicherte Modus vor allem einen Zweck: Windows 10 in einer abgespeckten Variante starten, um etwa Fehler zu beheben oder Treiber sauber neu zu installieren.

Wenn beispielsweise der Grafiktreiber Probleme macht, kann es helfen, ihn vor einer Neuinstallation im abgesicherten Modus zu deinstallieren. Das beliebte Tool Display Driver Uninstaller bietet direkt die passende Option dafür an, mehr dazu lest ihr im folgenden Artikel am Beispiel der Nvidia-Treiber:

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Zwingend nötig ist diese Vorgehen in den meisten Fällen allerdings nicht. Außerdem hat der abgesicherte Modus auch dadurch an Bedeutung verloren, dass Windows 10 tendenziell weniger fehleranfällig als seine Vorgänger ist - oder zumindest selten Probleme entstehen, die sich (nur) im abgesicherten Modus lösen lassen.

Dazu passt auch die Tatsache, dass Microsoft die früher noch vorhandene Option, beim Booten die F8-Taste zu drücken, um unter anderen in den abgesicherten Modus zu gelangen, standardmäßig entfernt hat (auch wenn sie sich per Registry-Eintrag wiederherstellen lässt).

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