Danke, Merkel!

Von Bakefish · 2. Februar 2018 · Aktualisiert am 5. Februar 2018 ·
Kategorien:
  1. Das Internet. Unendliche Weiten. Unendliche Möglichkeiten. Und unendlich viel Neuland.

    Was haben wir uns alle amüsiert, als unsere liebe Kanzlerin damals am 19. Juni 2013 im Rahmen einer Pressekonferenz mit dem damaligen US-Präsidenten Obama diese fast schon heiligen Worte aussprach. Gelächter, Kopfschütteln, Verwirrung löste dies bei diversen Communitys aus. Das ganze Land lachte über die Kanzlerin. Das Internet lachte. Und ja, auch ich zählte zu diesen Menschen, welche lachten. Ich lachte, denn für mich ist das Internet an sich so selbstverständlich. So alltäglich. So normal, so überall.

    Mehr als vier Jahre sind vergangen. Und ich lache nicht mehr. Es ist mir vergangen. Monate um Monate vergingen, bis musste ich zu einer grausigen Erkenntnis kam. Denn bei aller Liebe: Unsere Kanzlerin hat letztendlich doch Recht gehabt. Irgendwie. Warum? Tja, das werde ich nun lang und breit erklären. Eins vorweg: Ich werde dabei allerdings oft mal abschweifen, etwas weiter ausholen, über- und untertreiben. Ich werde mich auch nicht auf irgendeine Seite schlagen und auch nicht weiter auf Frau Merkel eingehen. Weiterhin ist das alles hier nur meine Meinung. Also kein Anspruch auf Allgemeinheit. Ich akzeptiere andere Meinungen, nein, ich will sie sogar hören. Doch lest erst dies hier durch, bevor ihr kommentiert. Bitte.



    „Es sitzen nicht nur Nerds und Programmierer am PC!“



    Zuerst zu mir. Ich bin mit meinen Anfang 20 Teil der Generation „Dazwischen“.

    „OMG!“, schreien die kleinen Kinder mit ihren Tablets. „Modern Warfare? Was ist das? Iiih, das sieht ja grauenhaft aus! Vier Gigabyte RAM? Wie wenig ist das denn bitte?“

    „Pah“, machen die alten EDV-Hasen. „Ihr kennt doch nicht mal mehr Wing Commander! Oder Doom! Damals hatten die Festplatten nicht mal so viel Speicher wie heute der CPU-Cache!“

    Ja… ich finde meine Situation unglaublich witzig. Und auf Arbeit ist es noch besser. Damit ich mir trotz Studentendasein auch mal alle paar Tage den Döner leisten kann, arbeite ich bei einer recht bekannten Softwarefirma im Support. Und so hipsterhaft sich die Bude geben will, so bitter ist die Realität: Ein Haufen alter Säcke (nein, damit meine ich ausnahmsweise mal nicht alle über 30), bei welchen man sich fragt, wie sie überhaupt den Rechner einschalten konnten. Das mag durchaus bei uns für Belustigung sorgen, zumal oft genug die Schuld natürlich immer bei den anderen liegt. Wir Supporter sind die Bösen, verstehen die alte Belegschaft natürlich nicht. Wir können ja nicht verstehen, dass halt nicht nur ein Haufen von Nerds und Programmierern am PC sitzt, wie es ein verärgerter Kunde einst schrieb. Mist, er hat mich! Ich bin ja beides davon!1!

    Jetzt eigenen Blog oder Spieletest bei GameStar veröffentlichen: Die besten Beiträge werden mit freier Spiele-Auswahl bei GOG.com für 60 Euro belohnt!

    Aber hier sieht man einmal wieder gut die Probleme, welche die Digitalisierung für alte Menschen mit sich bringt. Sie kommen einfach nicht mehr hinterher. Gerade in Zeiten, in denen sich alles immer schneller entwickelt, macht sich das alles andere als gut. Fette Tower, dann Notebooks, dann Tablets und Smartphones, Smart Watches, Smart Homes, alles auf einmal. Und die Anwendungen, die Software. Und auch die Kultur, der Umgang von uns Menschen zueinander verändert sich. Die ältere Schicht bleibt dabei oft außen vor. Und wenn gerade der Alltag einer ganzen Gesellschaft zunehmend durch das Internet verändert wird, kommt es zu Konflikten.

    Natürlich hängt oft auch gerad bei alten Menschen der typische „Früher war alles besser“-Gedanke mit drin. Konservatismus, Unverständnis gegenüber Neuem. Die Jugend, welche gar nicht merkt, wie gut sie es hat, alles schon viel zu leicht hat, zu viel bekommt. Wir alle haben diese Argumentation garantiert schon mal zu Ohren bekommen. Gut, ich denke, dass wir es in Zeiten von Amazon, Spotify, Lieferando und PornHub tatsächlich sehr leicht haben. Ich teile die Argumentation, dass es früher besser war, aber garantiert nicht. Allein die Vorstellung, dass ich früher extra in den Plattenladen hätte stolzieren dürfen, um wieder irgendein neues Death-Metal-Album aus den Ständen zu wühlen, anstatt einfach „Obituary Cause of Death“ im Netz einzuhämmern und sofort John Tardys krankes Gerotze zu hören… weia. Allerdings teile ich die Meinung, dass viele Dinge schon fast zu schnell gehen. Hypes, Entwicklung von Apps, oft komme auch ich da gar nicht mehr hinterher. Dass der Oppa am anderen Ende mit seinen verkalkten Gelenken erst recht nicht mehr hinterherkommen kann (ich wollte jetzt nicht „mitlaufen“ schreiben…), ist da doch irgendwie selbstverständlich.

    Das dürfte den meisten eigentlich auch bekannt sein. Das Ganze ändert sich zunehmend, denn in der nicht ganz so alten Bevölkerung (okay, diesmal sind die über 30 auch gemeint) haben die ganzen Dinge, wie wir sie alle als selbstverständlich wahrnehmen, schon lange Einzug gehalten. Meine Arbeitskollegen um die 35 zocken ebenso wie ich, bloggen, kommentieren, sind in Communitys aktiv. Und selbst bei Rentnern hat das Ganze zumindest etwas Einzug gefunden. Sogar mein Opa nutzt WhatsApp!



    Kein 3G? Lebe ich hier in der Steinzeit?!?!



    Doch ganz ehrlich, es geht hier nicht um die Leute mit vielen Jahren auf dem Kasten. Den Mittelpunkt, auf welchen ich anspiele, die Menschen, die gemeint sind… das sind all die ganz normalen User. Menschen, welche das Internet (fast) jeden Tag nutzen. Womit sicherlich auch die meisten von euch gemeint sind. Und natürlich auch ich selbst.

    Für alles nutzen wir das Internet. Sei es das Einkaufen diverser Artikel (ob nun legale oder illegale Substanzen, sei dahingestellt), Essensbestellungen, Recherchen, alles Mögliche buchen, sich informieren. Das ganze Sozialleben erst. Wir tun so dermaßen viele Dinge hier, dass wir einfach gar nicht mehr ohne können. Versucht es doch mal. Einfach nur für drei Tage komplett ohne das Internet. Ist das überhaupt noch möglich, wenn auch die Arbeit schon so viel davon beeinflusst wird? Durchaus. Leicht ist es aber nicht. Wir haben uns komplett abhängig vom Internet gemacht. Ob das schlimm ist, das ist eine andere Frage, macht uns das Internet doch so Vieles leichter, ja überhaupt erst möglich. Wie war das mit dem „Früher war alles besser“ nochmal, wenn ich dank Telegram direkt mit Bekannten aus der ganzen Welt direkt schreiben kann und nicht zwei Wochen warten muss, bis die Post bei mir klingelt?

    Ja, wir brauchen es. Gleichzeitig muss man sich aber auch klarmachen, dass auch das Internet verletzlich und kostbar ist. Server können angegriffen werden oder überlastet sein. Die Verbindung ist manchmal grauenhaft. Fiese, fiese Cyberterroristen knacken PCs und tun die fiesesten Dinge. Oder die „Sicherheit“ muss mal wieder erhöht werden, gegen noch mehr fiese Terroristen!

    Wir haben dieses Neuland blitzschnell eingenommen und es uns bequem gemacht. Und jetzt wollen wir das Neuland nicht mehr verlassen und missbrauchen es. Oder richten es gleich zugrunde- Stichwort Netzneutralität. Dabei haben wir nicht verstanden, dass dieses „Neuland“ unglaublich wertvoll ist, sowohl für uns als auch für unsere Nachkommen. Und auch deshalb ist es Neuland. Wir müssen uns klarmachen, wie sehr wir das Internet unser aller Schutz braucht.



    Witchhunt riding through, shortest straw



    Und indirekt resultiert aus dem Ganzen etwas, das in meinen Augen mindestens genauso wichtig ist wie oberer Abschnitt.

    Das Internet, ein Haufen an Technik. Riesige Server verarbeiten Anfrage um Anfrage. Endlose Datenspeichermengen warten nur darauf, von emsigen Nutzern und/oder Spammern vollgestopft zu werden. Künstliche neuronale Netze werden trainiert, Algorithmen und darauf basierende KIs analysieren die Nutzer und passen das Internet ihren Vorlieben immer weiter an. Bots müllen Seiten mit Unsinn zu. Doch hinter all den Scripts und dem HTML, hinter all den Datenbanken und Katzenvideos stecken Menschen. Ja richtig, das sind die zweibeinigen Säugetiere, die kein Fell tragen und alles nur ihrem abgespreizten Daumen verdanken. Das sind die Wichte, die immer noch zwischen den monströsen schwarzen Serverblöcken sitzen und Leitungen reparieren (oder was auch immer die auf den Bildern von Servern machen), die auf Tastaturen einhämmern und ihren Facebookfreunden schreiben, wie lieb sie doch alle haben.

    Und so groß das Internet ist, so oft kommen Menschen doch zusammen. Soziale Netzwerke. Communitys. Ratgeber. Nachrichtenseiten. Blogs. Alles Mögliche. Und überall, wo Menschen aneinander kommen, kommunizieren sie miteinander.

    Ist das nicht besonders erwähnenswert? Wir kommunizieren! Tauschen uns mit anderen Nutzern aus, welche wir nie gesehen, nie gehört und auch niemals gefühlt haben! Teilweise bauen wir Bindungen zu ihnen auf, assoziieren Dinge mit ihnen. Ein krasser Gedanke, für den man uns vor einigen hundert Jahren noch auf den Scheiterhaufen geworfen hätte. Fühlt sich noch jemand an „Charred Remains“ von Autopsy erinnert?

    Warum erwähne ich das extra? Die Antwort ist simpel. Denn genau hier liegt der Hund begraben: Einige von uns scheinen immer noch nicht ganz verstanden zu haben, dass wir auch hier mit anderen Menschen interagieren. Denn so „nett“ Menschen zueinander sind, wenn sie bei ihrer Kommunikation Augenkontakt führen oder zumindest telefonieren (freilich nicht immer), so anders sind sie plötzlich drauf, wenn das alles nicht vorhanden ist und in irgendeiner Weise über das Internet abläuft. Fast also wie im Straßenverkehr. Wir alle kennen die Ursachen dafür, ich gehe da nicht weiter drauf ein. Anonymität und so was.

    Nun mag man denken „Naja, so schlimm wirds schon nicht sein“. Ich sage entschieden: Falsch. Nein, auf gar keinen Fall. Ich gebe mal einen kleinen Plottwist. Seit einiger Zeit bin ich als Communitymoderator für GameStar zuständig und darf mich tagein, tagaus mit den Kommentaren rumärgern. Generell respektloses Verhalten ist der Anfang. Mit sinnlosen Beleidigungen geht es weiter. Mit sinnlosem Gespamme. Und bei Gewaltandrohung hört es zum Glück auf. In anderen Foren (ein Schelm, wer jetzt an 4chan denkt!) ist es noch viel schlimmer. Angeblich erwachsene Menschen mit Diplomabschluss oder gar Doktortitel verhalten sich plötzlich wie Kinder im Sandkasten.

    Meistens sind es einfach nur irgendwelche Versus-Themen. Intel vs. AMD, AMD vs. Nvidia, Star Citizen, Windows oder Linux, Java oder C++ (wobei, erfahrene „Informatiker“, zu denen ich nicht gehöre, wissen wohl, was wofür gut ist…), Vegan oder nicht, Atheist oder religiös, Kartoffel- oder Nudelsalat, die Leute kriegen sich teilweise wegen der größten Belanglosigkeiten in die Haare. Und blitzschnell fliegen die Fetzen. Bei kontroverseren Themen wie Politik wird es noch schlimmer. Und bei Debatten wie sexuellem Missbrauch teilweise richtig hässlich.

    Ich gebe hier keine Position ab. Ist auch absolut irrelevant. Oft genug sehe nämlich ich eins: Zumindest bei Gaming-Themen sind beide Seiten in der Regel gleich schlimm. Beide Seiten schmeißen mit vulgärem Inhalt, mit Respektlosigkeit und Obszönität. Beide Seiten beschuldigen und unterstellen. Und natürlich ist immer die andere Seite schuld. Hoffentlich ist das bei politischen Themen anders… aber meine Erfahrung ist hier eine andere.

    Und dabei sind solche Diskussionen nicht einmal das Schlimmste. Viele scheinen sich immer noch nicht klargemacht zu haben, was ihre Aktionen selbst über das Internet bewirken können. Man kann den Leuten gerne Verweichlichung vorwerfen; doch wenn man innerhalb kurzer Zeit etliche hasserfüllte Todesdrohungen erhält, wird auch mal selbst Angst bekommen.

    Das Internet ist ein wundervoller Ort. Menschen können mit Leuten auf der anderen Seite des Planeten live skypen. Sich blitzschnell über Dinge informieren, ihr halbes (oder vielleicht auch ganzes) Leben darin organisieren, die tollsten und verschiedensten Dinge kennenlernen. Menschen helfen sich, sprechen sich Mut zu, geben sich Rat, informieren und lassen andere an ihrem Leben oder vielen tollen Dingen teilhaben.

    Und gleichzeitig ist das Internet so ein furchterregender Ort.

    Nur aus Spaß an der Freude spammen Menschen oder verärgern andere.

    Menschen beleidigen. Menschen verfluchen und hassen.

    Sie stalken andere Menschen oder schicken ihnen SWAT-Teams auf den Hals und nehmen dabei in Kauf, das Opfer jahre-, vielleicht sogar lebenslang zu traumatisieren.

    Sie ziehen zu Hunderten auf Internetseiten, weil ihre Idole mit irgendjemandem aneinandergerieten. Und treten dann eine beispiellose Hetzjagd los.

    Sie relativieren oder feiern abscheulichste Gewaltverbrechen oder rufen gleich noch selbst dazu auf.

    Sie treten virtuell auf andere ein, nur weil sie eine andere Meinung haben. Auge um Auge, Zahn um Zahn, vernichtet die böse Hexe, was auch immer.

    Das Internet ist solch ein moderner, futuristischer Ort. Und gleichzeitig herrscht hier an manchen Stellen das finsterste Mittelalter. Es ist, als würden die menschlichen Eigenschaften noch einmal mit Steroiden aufgepumpt und dann auf andere losgelassen.

    Natürlich können einige behaupten, solch ein Verhalten auch im realen Leben zu zeigen. Und bei manchen ist das vielleicht auch tatsächlich so. Ich glaube aber nicht, dass jemand im realen Leben einem anderen Menschen einfach mal ohne Nachdenken das Gesicht polieren würde, selbst wenn der Gegenüber ein zwei Meter hoher Schrank mit dem Kreuz eines Undertakers ist.



    Sind wir so? Oder nicht?



    Gibt es eine Lösung hierfür? In meinen Augen ja. Bedauerlicherweise ist es jedoch keine Wunderwaffe. Wir sind Menschen. Wir machen Fehler. Wir haben alle irgendwelche Eigenschaften, die mindestens irgendeinem anderen Menschen gehörig auf den Sack gehen.

    Und genau das muss man sich klarmachen. Denn am anderen Ende sitzt in der Regel auch nur ein Mensch. Das ist Schritt 1 in der ganzen Sache.

    Schritt 2 ist die Befolgung eines eigentlich sehr bekannten Grundsatzes: Behandle andere so, wie auch du behandelt werden möchtest. Zeige Respekt. Zeige Würde. Auch dann, wenn der andere es nicht tut. Denn Fehlverhalten anderer Leute ist keine Rechtfertigung dafür, es auch zu tun (das musste ich auch schon mehrfach Leuten erklären, deren Nachrichten als Reaktion gelöscht wurden…). Sei bereit, auch deine Fehler einzugestehen oder den Fakt, dass der andere eventuell mehr Ahnung vom Thema hat als du selbst.

    Das ist in der Praxis schwerer zu befolgen als es hier steht. Ich weiß das. Jeder von uns kriegt auch mal einen Anfall, wenn er den Kommentar von anderen liest. Aber in dem Fall macht man es nur noch schlimmer, wenn man dann durchgängig in Capslock auf die Tastatur schmettert. Es bringt lediglich die zeitweilige Befriedigung, dass man es jetzt dem anderen voll gegeben hat. Mein Tipp: Einfach mal kurz durchatmen. Eine Zeit lang warten, bis man wieder abkühlt. Dann ist man nicht nur konstruktiver, in der Zeit fallen auch mehr Argumente ein. Die Debatte wird vernünftiger. Man selbst vielleicht sogar überzeugender.

    Ja, wie gesagt- es ist schwieriger gesagt als getan. Doch hiermit werden Diskussion einladender, positiver, freundlicher. Wie gesagt ist das keine Wunderwaffe, gegen typische Trolle hilft das alles nicht. Aber man wird selbst mehr ernstgenommen, denn man zeigt selbst mehr Ernst.



    Was bleibt…



    Letztendlich ist das Internet eben genau das, was unsere Kanzlerin dazu sagte: Neuland. Es ist Neuland, weil immer noch ein unfassbar hoher Teil an Menschen einfach nicht damit klarkommt. Es ist Neuland, weil es in all den Dingen, die es gerade so wertvoll machen, beschnitten wird, Stichwort „Mehr Sicherheit“ oder Netzneutralität. Und es ist Neuland wegen seiner Benutzer.

    Wir vergiften uns das Internet selbst. Mit Hass, Kriminalität und Rücksichtslosigkeit. Ich weiß nicht, ob dieser Blog jemals Menschen erreichen wird, die Schadcode im Netz verteilen oder gleich so was wie Wannacry draufhauen. Ich weiß auch nicht, ob ich jemals diejenigen erreiche, welche erbarmungslos andere Menschen verfolgen oder gleich Hetzjagden gegen sie betreiben. Doch wenn das der Fall ist, bitte ich um eins: Lass es sein. Dein Verhalten nützt dir, schadet aber unfassbar vielen anderen Menschen. Du schadest auch denen, welche sich vielleicht sogar für dich einsetzen. Vielleicht willst du dem Menschen Schaden zufügen. Doch das macht dich zu einem sehr bösen Menschen. Aber du kannst mehr als das. Du bist ein besserer Mensch als dein Pseudonym im Internet. Du kannst über dich hinauswachsen. Du kannst im Kern ein guter Mensch sein.

    Und für uns alle (auch für mich), gilt: Bleib lieb. Halt dich an die Netiquette. Stay cool. Und man wird es dir danken. Es ist nicht leicht, seine Fassung zu bewahren. Doch nur, weil das Internet Vieles einfacher macht und einen selbst anonymer wirken lässt, ist das keine Ausrede, hier erst recht schlimmer zu sein.

    Komplett einschränken wird man es nicht können. Vorerst nicht. Doch mit Rücksicht und Respekt ist der erste Schritt bereits getan. Und vielleicht, vielleicht ist es dann nicht mehr so lange hin, bis wieder lächeln und sagen können: „Erinnerst du dich noch? Als das Internet noch Neuland war.“ Bis dahin sage ich "Danke, Merkel."



    tl;dr- Seid lieb. Und hört mehr Metal.





    Kritik? Anregungen? Rosen? Ab damit in die Kommentare! Aber denkt dran: Erst das lesen, was dort oben steht. Und schön freundlich bleiben. ;-)

    Über den Autor

    Bakefish
    Schwimmen, viiiiele Bücher, Zocken, Radfahren, Leichtathletik, die Natur genießen.

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melde dich einfach an und werde Mitglied!
  1. Bakefish
    Tut mir leid, dass ich auf das alles jetzt erst antworte... momentan ist verdammt viel zu tun... deshalb hoffe ich, dass ihr das hier überhaupt noch lest.

    @Yeager:
    Es war an dieser Stelle größtenteils die Wortwahl. Dein langer Beitrag zu Psychopathen sowie solche Ausdrücke wie "Das mag auf so manchen zutreffen, erklärt aber nur die Hälfte." wirkt beispielsweise übertragen wie ein "Der eine oder andere, also ein paar Menschen sind wirklich vernünftig, aber auch ein großer Teil ist es nicht."
    Das hat dann so gewirkt, als wolltest du vermitteln, es wäre ein unfassbar hoher Anteil im Sinne von "fast jeder hier". Natürlich hast du von 20 Prozent geredet. Die Wortwahl drückte aber etwas anderes aus und nach der habe ich mich (zugegebenerweise war das wohl die falsche Herangehensweise) gerichtet.

    @happyPig
    Ich kann deine Argumentation so leider nicht nachvollziehen. Ja, im Internet treffe ich auf komplett fremde Menschen. Was es als Kommunikationsmedium auch von den anderen unterscheidet. Aber warum soll das mir jetzt erlauben, mich völlig anders als sonst zu verhalten? Deine Begründung ist: "Weil die Menschen fremd sind." Warum soll mir das erlauben, völlig anders drauf zu sein? Warum soll ich mich deshalb beleidigend, respektlos und anmaßend gegenüber anderen Nutzern verhalten? Ich verstehe das ehrlich gesagt nicht.
  2. happyPig
    Das Internet ist der einzige Ort an dem du problemlos aus der Haut fahren kannst. Der einzige Ort an dem du jemandem so richtig deine Meinung sagen kannst, ohne das er dazwischenfahren kann. Der einzige Ort an dem du dir Dinge erlauben kannst, die in konventioneller Kommunikation undenkbar wären. Eben der einzige Ort an dem du laufend auf Fremde triffst und dich demensprechend anders verhälst als in jeder anderen Form der Kommunikation.
    Denn kommunizierst du im Internet mit Bekannten, ähnelt diese stark dem herkömmlichen Umgang mit ihnen.

    Das Internet ist Kommunikationsmedium, dass so viel anders ist als alle anderen. Dort zu versuchen, ja fast schon einzufordern, bekannte Gepflogenheiten wie Nettiquete etc. umzusetzen... halte ich für sehr fragwürdig. Außerhalb des Internets hat unser Handeln Konsequenzen. So ist die Nettiquette auch einfach mal nur vorgeschoben. Unbeliebter Familienbesuch und trotzdem wird geherzelt, ein Arschl*** als Kunde und trotzdem bleibt man ganz freundlich. Soll heißen, die Freundlichkeit ist meist kein Selbstzweck, sondern einfach notwendig um negative Folgen zu vermeiden.
    Teilweise lässt sich das auch aufs Netz übertragen. Wer im Internet diskutieren will, kommt mit "du hast keine Ahnung du Opfa" nicht weit. Doch mit Freundlichkeit lässt man eher die Diskussion am laufen. Bedeutet aber auch wer kein Bock auf eine Diskussion hat, haut in Capslock auf die Tasten und fühlt sich danach besser.

    So sehe ich das Internet. Als Kommunikationsmedium das sich grundlegend von allen anderen unterscheidet. Dort die gleichen Maßstäbe anzulegen, ist irgendwie nicht sinnvoll.
      3 Person(en) gefällt das.
  3. Yeager
    Bake, lies doch mal bitte, was ich schrieb - das wolltest du für deinen Beitrag auch. Selbst, wenn diese Schätzung - und was anderes ist es ja nicht - von 20% zutrifft (die konservativsten Schätzungen gehen von 2 bis 4% aus, 10, wenn nicht psychopathischer Narzissmus inklusive geht): Wie bitte kommt man von 20% auf 100%? Wo habe ich geschrieben, dass jeder Troll ein empathieloses Etwas ist? Kann es sein, dass du aus meinem Beitrag das heraus gelesen hast, was du heraus lesen WOLLTEST?

    Ich schrieb, dass es sie gibt, dass es viele gibt, viel mehr, als man denkt, viel mehr, als uns lieb sein kann. Viel mehr, als mit anderen Dingen erklärbar wäre. Ich schrieb jedoch NICHT, dass es ALLE wären. Du forderst Differenzierung ein - und negierst sie selbst? Aber ok, vielleicht kam mein Beitrag wirklich so rüber, dann muss ich mir den Schuh anziehen.

    Egal, denn an dieser Stelle wird es interessant: Psychos vermitteln oftmals ein "Wertebild", das keins oder ein negatives ist und haben DAMIT wiederum Einfluß auf solche, die es NICHT sind, die sich aber leicht manipulieren lassen, v.a. genau dann, wenn das vermittelte Wertebild etwas Archaisches beherbergt, das sie zwischen zeillig durch die Gesellschaft mit auf den Weg bekommen haben.

    Stichwort: "Alles, was mich nicht tötet, macht mich nur härter." Also übersetzt: "Härte ist wünschenswert." Also geschlussfolgert: "Alles, was nicht hart ist, ist schwach und nicht wünschenswert." Also finale Schlußfolgerung: "Verständnis und Empathie und Menschlichkeit sind Schwäche." Zusatz-Schlussfolgerung: "Ich werde ÖFFENTLICH KEINE Schwäche zeigen! (also keine Menschlichkeit zeigen)" <- Und der Internet-Kreis schließt sich.

    Dieser Prozess muss keinesfalls rational oder vom kognititven Selbst wahrgenommen ablaufen, er kann sich durchaus unterschwellig breit machen und wirkt dann umso stärker, da er dann jegliche Revision / Reflektion umschifft hätte und sich tief in der Persönlichkeitsstruktur verankert. Somit werden entsprechende Geisteshaltungen verbreitet und multipliziert. Und genau DANN sind wir beim Thema deines Blogs angekommen - nur dass die Vorgeschichte dazu fehlt und sie keine unwichtige ist.

    Bellasinya hatte schon vor geraumer Zeit, kann mich nicht so genau erinnern, glaub, 2 Jahren oder so, einen Blog dazu geschrieben, der sich um den zentralen Gedanken drehte, dass es vielen wohl nicht klar wäre, dass hinter den Worten ein echter Mensch sitzt (oder von mir aus liegt oder steht). Aber dass sobald es ihnen klar wäre, innerlich, sie dann eigentlich eine Sperre haben müssten. Sie kapieren müssten, dass derjenige eben auch nur ein Mensch ist, ihnen auch nicht an die Karre fahren will und könnten (oder wollten) sich nicht hinter der Anoymität verstecken.

    Ja, das ist ein wesentlicher Punkt. Aber auch hier muss man sagen, dass 1. Psychopathen da nix machen können, weil sie es nicht empfinden können und 2. Alles, was in Richtung Verständnis für einander los geht für viele oftmals mit dem pubertären Aspekt der Uncoolness versehen ist - die umgekehrte Seite jedoch als cool empfunden wird. Siehe die oben genannte Prägungs-Kette. Und schon wieder hast du den Multiplikator-Effekt.

    Das Internet ist also überhaupt kein Auslöser, wohl aber ein Verstärker dessen ("Ich werde ÖFFENTLICH KEINE Schwäche zeigen!"). Das erklärt dann auch den Hass und die Toxizität. Nicht, weil die Masse Psychopathen wären, das ist Gott sei Dank nicht der Fall. Sondern weil die breite Masse Wertebilder und Prägungen verinnerlichte, die die Tendenz haben sich im Internet zu potenzieren und die vom Ursprung und ihrem Grundcharakter her eindeutig psychopathischer, weil Menschlichkeit ablehnender Natur sind - ohne, dass es jenen, die diese Wertebilder verinnerlichten, bewusst wäre.
      2 Person(en) gefällt das.
  4. Yeager
    Achja, ich schreibe zwar Romane, aber die werden trotzdem nicht verstanden :D.

    Zu keinem Zeitpunkt habe ich Disliker von mir als Psychopathen bezeichnet. Ich habe geschrieben, dass ich es als Bestätigung sehe dessen, was ich sagte, wenn dann keine Begründung kommt. Und was sagte ich? Ich sagte, dass es eine Menge Psychopathen gibt - NICHT, dass es DIE sind, die mich disliken.

    Im Gegenteil: Mein Beiträge zu disliken ist der Standardfall hier, weil sie polarisieren. Das empfinde ich als normal ;-)
      2 Person(en) gefällt das.
  5. SkunkThePunk
    Indem du alle, die deinen Kommentar disliken, pauschal als Psychopathen bezeichnest, bekleckerst du dich jetzt auch nicht mit Ruhm, was Empathie angeht.
      1 Person gefällt das.
  6. Stonehighisback
    Ich bin ein einfacher Mensch. Wenn ich Heulsusen sehe, die ihre Kommentare editieren oder extra Kommentare schreiben und über irgendwelche Dislikes weinen bekommen von mir völlig automatisch ein Dislike, ohne zu Ende zu lesen. #yolo
      1 Person gefällt das.
  7. ReVoltaire
    Im neuen Board gibt es nicht mal Dislikes. Es ist eben das subjektiv-positive Grundgefühl wichtig. F*c*book macht's vor.

    Ich meine: Statt dessen müssten Dislikes nur gezählt werden, wenn man gezwungen ist, eine kurze Begründung einzutragen. Diese sieht dann nur derjenige (anonym), dem das Dislike gilt.

    Selbst wenn man wohl oft nur ein "Du stinkst" erhält, zwingt das den gemeinen User, sich noch mal mit dem auseinander zu setzen. Dann hättest du vielleicht auch 1 von 2 möglichen Begründungen erhalten! ;)
      1 Person gefällt das.
  8. Bakefish
    @Yeager: Es mag durchaus sein, dass ich "fälschlicherweise" davon ausgehe, dass jeder Mensch gut ist. Doch so, wie du es darstellst, ist es praktisch das andere Extrem. Dein Beitrag vermittelt die Botschaft, das Internet sei eine Horde an hochgefährlichen Psychopathen. Und das ist es mit Sicherheit nicht, da gibt es auch einige weitere Nutzer, welche diese Merkmale nicht erfüllen.
    Das soll das Ganze nicht relativieren. 20 Prozent (wenn tatsächlich so viel) wären in der Tat eine ganze Menge. Ich halte allerdings nichts davon, jeden Troll sofort als empathieloses Etwas stigamtisieren. Es gibt noch einige weitere Gründe, um so im Internet zu sein, wie man halt ist.
      1 Person gefällt das.
  9. Husky666
    Übrigens, Furries sorgen dafür das, dass Internet läuft. :D
  10. Yeager
    Übrigens:

    Ich empfinde Dislikes ohne Begründung wie üblich als Bestätigung dessen, was ich schrieb. Mir schon klar, dass es weh tun muss, wenn ich da von einem Hirnschaden spreche. Mir schon klar, dass jemand, der selbst keine Empathie hat, dennoch jede Menge dieser Art für sich einfordert.

    Aber so sind die Dinge nun mal.
    Ich wünschte auch, sie wären anders.
      3 Person(en) gefällt das.
Top