Das vielleicht schlimmste Gefühl der Welt

Von -zwecki- · 16. Juni 2014 ·
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  1. Jeder kennt es,

    da gibt es diese eine Frau oder diesen einen Mann, die/der unerreichbar scheint und trotzdem spielt dein Verstand dir einen richtig fiesen Streich und lässt dich an nichts anderes mehr denken. Gemeinhin ist das bekannt als "unglücklich verliebt".

    Psychologie hat mich schon immer interessiert, also wollte ich mich mal damit beschäftigen, warum das eigentlich so ist, warum man ausgerechnet dann anfängt, jemanden "zu gern" zu haben, wenn man weiß, dass es keinen Sinn hat oder es sich zumindest einbildet.

    Ich möchte gerne meine Gedanken dazu mit dir teilen. Wenn du dich so oder ähnlich fühlst, dann hoffe ich, dir ein kleines bisschen helfen zu können, indem ich dir zeige, dass auch ich diese Situation besser kenne, als mir lieb ist und dass das etwas ist, das jeder schon einmal erlebt hat.

    Warum tut das eigentlich so weh?

    Der Verstand malt sich die perfekte Beziehung aus, wie schön es doch sein könnte und gleichzeitig wirft er dir immer mal wieder den Gedanken dazwischen, dass es sowieso nichts werden kann und du eh keine Chance hast. Gedankengänge, die dich innerlich zerreißen, dich mit diesem Unschönsten aller Gefühle zurück lassen, mit diesem unerträglichen Druck auf der Brust, der nur manchmal leicht nachlässt, um danach noch stärker zu werden.

    Jetzt könnte man behaupten, dass es doch viel schlimmer ist, wenn man tatsächlichen Liebeskummer hat, wenn man sich nach einer langen Beziehung getrennt hat und vielleicht stimmt das auch, aber ich glaube, die beschriebene Situation ist auch nicht zu unterschätzen. Bei einer Trennung gibt es einen Trennungsgrund, Meinungsverschiedenheiten, Streits und mehr, an die man sich klammern kann, um sich selbst zu beweisen, dass es besser so ist, wie es ist.

    Ist man allerdings unglücklich verliebt, malt man sich, wie schon gesagt, die perfekte Beziehung aus. Die Fehler des Anderen werden ausgeblendet, es gibt sie schlichtweg nicht. Diese Person ist für dich dann einfach das Beste, was diese grausame Welt zu bieten hat.

    Was tun?

    Nun, das beste wäre vermutlich meistens, man sagt es der Person, um die es sich handelt. Dummerweise ist das alles andere als einfach. Im Normalfall ist man von Selbstzweifeln geplagt und hat Angst, sich ausgerechnet der Person zu öffnen, die einen im Moment am leichtesten verletzen könnte.

    Ich selbst kann ein Lied davon singen, da mein Selbstvertrauen beinahe nicht vorhanden ist, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass ich als Kind öfter "gehänselt" wurde, wie es damals noch hieß. Nichtsdestotrotz kannst du eben entweder auf ein Wunder warten und dich weiterhin vor deinen Gefühlen verstecken oder dein Glück versuchen und danach im schlimmsten Fall sicher zu wissen, dass es nichts wird.

    Ich kann dir leider auch keine Wunderheilung anbieten, denn die gibt es schlicht und einfach nicht. Du fühlst dich beschissen und da musst du jetzt eben durch, aber ich hoffe, dass es dir zumindest etwas weiterhilft, zu wissen, dass du defintiv nicht der einzige bist, dem es so geht. Wir kennen das Gefühl alle und einige von uns haben es vielleicht sogar genau in diesem Moment.

    Aus eigener Erfahrung kann ich dir noch sagen, dass es hilft, wenn man mit guten Freunden darüber redet. Lass deine Gefühle auf jeden Fall irgendwie raus. Ob du nun ein Lied oder Gedicht schreibst, einfach ein bisschen weinst oder deine Gedanken in einen Blog schreibst, ist dir überlassen!

    In diesem Sinne,
    Lass dich nicht unterkriegen!

    Über den Autor

    -zwecki-
    Filme, Beanstalk-Podcast, Musik, Fußball, Zocken

Kommentare

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  1. -zwecki-
    Danke für den ausführlichen Kommentar!

    Ich selbst mache auch gern Kraftsport, um Gefühle rauszulassen. Und ich lasse auch Tränen oft zu (kommt halt auch drauf an, in welcher Situation man sich gerade befindet).
    Ich bin auch ein sehr geselliger Mensch und habe sehr viele Freunde und dementsprechend auch relativ viele gute Freunde.

    Das Gefühl, dass ich hier beschrieben habe, finde ich so schlimm, weil es vollkommen irrational ist. Man idealisiert eine Person und sieht ihre Fehler nicht mehr, man ist nicht mehr in der Lage, vernünftig zu sein. Ich mache mir in solchen Situationen oft Vorwürfe, dass ich solche irrationalen Gedankengänge überhaupt zulasse.

    Fakt ist, mit der Hilfe einiger Freunde und ein bisschen Gesellschaft kriegt man das aber auch relativ schnell wieder in den Griff. Zumindest ist das bei mir so, vermutlich weil ich mir ja auch bewusst bin, dass es vollkommen unlogisch ist, jemanden so zu idealisieren.
  2. badtaste21
    Ich behaupte zwar dass das schlimmste Gefühl ist eine/n Geliebte/n oder gute/n Freund/in oder überhaupt eine nahestehende Person zu verlieren (also durch Tod), aber diese Unerreichbarkeit kann einen natürlich auch zerfressen. Durchaus interessanter Blog.

    Gefühle sollte man in jedem Fall immer raus lassen. Ich habe dafür vor Jahren den Kraftsport für mich entdeckt, um z.B. Zorn, Wut und Hass in positive Energie wandeln zu können. Das gibt einem im übrigen auch Selbstvertrauen, weil man viel mit seinem Körper macht und nebenbei sogar noch Zeit zum Nachdenken hat. Allerdings bin ich auch der Meinung das Männer wie Frauen weinen dürfen und sollten (wir finden das nur komisch weil das kein alltägliches Gefühl ist). Wir sind keine Maschinen und selbst Maschinen halten nicht alles aus. ;)

    Ich kann aber allen die an sich zweifeln sagen das es manchmal lustig ist welche Frauen trotz Modelmaßen keinen Freund haben. Ich wundere mich auch immer wieder im eigenen Freundeskreis wie viele Schönheiten einfach keinen Freund finden oder zumindest nichts von Dauer. Bei den meisten liegt es daran das sich die Vernünftigen und "in-Frage-Kommenden" wohl einfach nicht trauen und die anderen nur irgendwelche Machos sind die sowieso jede ansprechen.

    Das Problem wie ich das bei den meisten sehe und mitbekomme ist tatsächlich nicht das sie sich nicht trauen würden oder anfangen zu stottern, sondern vielmehr das sie schlicht Angst haben zurückgewiesen zu werden und sich davon beherrschen lassen. Der Mut wäre also eigentlich da nur der Zündfunke, die Initiative fehlt. Das ist sicherlich ein Ausdruck von fehlendem Selbstvertrauen, aber nichts was es unmöglich macht.

    Ich habe bspw. brutale Höhenangst (das geht schon los wenn ich mich auf einen Stuhl stelle) und trotzdem war ich schon im Hochseilgarten, Klettern, Bergsteigen, auf dem Ulmer Münster, im Flugzeug usw. und eine ebenso große Angst vor Spinnen und trotzdem hatte ich schon welche in der Hand und ich klatsch die auch jedes Mal wenn sie meinen sich hier breit machen zu können.

    Meine Angst ging davon nicht weg, aber ich kann damit umgehen. Weil ich mutig bin und mich frage was schlimmstenfalls passieren kann. Das ist zwar eigentlich der Tod, aber davor habe ich keine Angst, also folgere ich daraus das ich auch alles machen kann wovor ich Angst habe, wenn ich vor dem Tod keines Angst habe.

    Die Angst darf einen nie beherrschen. Man muss die Angst beherrschen. Das geht - unter anderem - durch physical awareness indem man Sport treibt oder durch mental awareness indem man sich viel in Gesellschaft aufhält. Beides ist empfehlenswert. Es ist nicht so einfach wie es klingt, aber es ist auch nicht so schwer wie es scheint. Man muss es sich anfangs möglichst schwer machen, damit es irgendwann immer einfacher ist.
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  3. Gra
    Oh ja, die Sorgen kenne ich auch.
    Der Verstand versucht einem zu Beschützen und dann übernimmt das Unterbewusstsein. Jener Bereich des Menschlichen seins den Menschen seit jeher Fasziniert aber auch grosse Angst einflösst eben weil man selten in das Unterbewusstsein Hineinsieht geschweige es Kontrollieren kann.
    Yeagers Ratschlag ist sehr gut aber sollte dich dein Unterbewusstsein daran hindern (mit Panikattacken, Schweissausbrüchen, Atemnot etc.) gibt es nur eine Lösung. Du nimmst dir alle Rückzugsmöglichkeiten und sagst oder tust irgendetwas (zum Beispiel im Winter der Angebetteten einen Handschuh reichen wenn sie frieht was auch immer) und dann wirst du merken wie sich ein angenehmes Gefühl breitmacht in dir, Geniesse den Moment und mach weiter.
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  4. -zwecki-
    Sehr schöner Beitrag!

    Ich hoffe, dass ich diesen Sprung von zuviel Nachdenken zu sofort Handeln auch irgendwann in naher Zukunft packe, denn ich bin wie gesagt im Moment tatsächlich jemand, der solange nachdenkt, bis er nichts tut.

    Es ist nicht einmal so, dass ich nicht wüsste, was zu tun ist, eher so, dass ich es weiß, es aber trotzdem nicht tue.
    Der menschliche Verstand ist schon etwas erstaunliches.
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  5. Yeager
    Das Einzige, was du dir wirklich vorwerfen kannst ist, dass du imstande bist nach zu denken - und dies auch tust.

    Ist es sonst in der menschlichen Gesellschaft wünschenswert - hierbei ist das Gegenteil der Fall.
    Es spielt keine Rolle, was man erlebt hat, wer man war oder ist, wie man aussieht, was man kann oder auch nicht - das sind alles Schall und Rauch, Geister in der Luft - es sind die Worte der eigenen Selbstzweifel, die nur deswegen Gehör fanden, weil die Selbstzweifel eine Plattform erhalten haben, um ihr Werk zu verrichten:
    das eigene Gehirn nämlich.
    Selbstzweifel sind auch nur Gedanken/Gefühlsmischungen, die aber eben "erdacht" werden wollen.
    Daher trinken sich einige Leute (vermeintlich) Mut an:
    Das tun sie nämlich nicht, man kann sich Mut nicht antrinken, noch kaufen. Sie legen aber die Infrakstruktur des eigenen Hirns soweit lahm, dass die Selbstzweifel zu lange brauchen, um in ihrer Gänze "erdacht" zu werden, sie trinken sich den Affekt an.
    An und für sich keine schlechte Sache hierbei, auf den zweiten Blick jedoch schon: denn welcher Mann/Frau hat Bock sich auf jemanden einzulassen, der einem im besoffenen Zustand Gefühle äusserte. Die Frage zwängt sich auf: wird er/sie das auch noch tun, denken und fühlen, wenn er/sie wieder nüchtern ist?
    Daher: keine gute Option.
    Lösung: tun!
    Einfach tun, einfach sich selbst überraschen, Kopf abschalten, tun.
    Für PANIK ist später noch genug Zeit - nur wird es zu Panik später nicht mehr kommen.
    Man hat es hinter sich gebracht - und das Ergebnis ist selten das, was man erwartet hat.
    Nur Eines ist sicher: man wird überrascht sein, wie unglaublich leicht es am Ende war.

    Ich habe mich mit dieser Problematik die ersten 25 Jahre meines Lebens herum geplagt, danach einfach die Lust darauf verloren, Frauen, die mir gefielen, einfach angesprochen - einfach so, weil mir gerade danach war - und bekam von ihnen gesagt: "Ich dachte, du seist ein Frauenaufreisser, so cool, wie du immer getan hast - ich konnte ja nicht ahnen, dass du etwas für mich empfindest."
    Cool? Ich dachte, ich höre nicht richtig. DAS also kam als "cool" an? Ich war mir sicher, man würde meine Angst meilenweit riechen können. WAS für ein Missverständnis!
    Gelöst durch: Gedankenlosigkeit, nicht durch Mut.
    Ich hatte irgendwann einfach keine Lust mehr auf diesbezügliche Selbstzweifel ;-)
    Heute blicke ich als über 40Jähriger auf diese Dinge zurück und sie kommen mir vor, wie die Erinnerungen einer anderen Person.
    Ich kann gar nicht glauben, wie dumm ich war all die Jahre.
    So dumm - weil ich nicht aufhören WOLLTE nach zu denken.
    Statt einfach zu handeln ;-)
    Die Selbstzweifel wird man eh nicht mehr los, sie suchen sich ein neues Betätigungsfeld. Ob es der Beruf ist oder sonstwas.
    Doch immer wieder kann man sie besiegen - und immer auf dieselbe Art und Weise: Angst braucht ZEIT, um zu wirken. Sie will wie ein Baum wachsen und gedeihen, um ihre ganze Macht zu entfalten.
    Ihr einfach diese Zeit nehmen, sich selbst verarschen - und die Dinge einfach so tun, vor denen man Angst hat.
    Im schlimmsten Falle hat man die Angst bestätigt.
    Na und?
    Da man ja selbst unberechenbar wurde, hat die Angst Angst vor einem ;-).
    Den Verstand sollte man trotzdem nicht an den Nagel hängen:
    Um zum Ur-Beispiel zurück zu kehren:
    Ruhig an Bord des Flugzeugs nochmal versichern, dass der Fallschirm WIRKLICH dabei ist ;-)
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  6. -zwecki-
    Danke für deine Antwort!

    Du beschreibst da ein Problem sehr gut, dass im Grunde auch immer mein Problem ist. Ich habe Angst, bin feige, traue mich nicht. Ich zerdenke die Situation, male mir aus, was alles schief gehen könnte und am Ende tue ich doch nichts und bereue es später.
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  7. Yeager
    Interessanter, mutiger Blog!

    Zitat:

    "Nun, das beste wäre vermutlich meistens, man sagt es der Person, um die es sich handelt. Dummerweise ist das alles andere als einfach. "

    DAS ist das grösste und auch einzige Problem daran.

    Nicht, was die betr. Person sagen oder tun könnte in Folge, nicht, wie man anschliessend da steht - sondern das, was sich im eigenen Kopf abspielt.

    Es ist so ähnlich, wie mit Fallschirmspringen:
    Der gesunde Menschenverstand sagt einem: "Tue es nicht. Rausspringen ist keine gute Idee. Du könntest dabei draufgehen."
    Der logische Verstand sagt: "Aber du hast doch einen Fallschirm"
    Worauf die Antwort des anderen Anteils ist: "...der vlt. gar nicht aufgeht?!"
    Der Witz ist:
    Man ist immer noch im Flieger, ist nicht rausgesprungen, es ist hypothetisch. Doch es ist die Angst, in dem Falle Todesangst, die einen in einem festen Klammergriff hält.
    Man wird das Problem nicht lösen können, indem man Für und Wieder abwägt.
    Man kann nur entweder sitzen bleiben und landen - oder springen.
    Es gibt nichts dazwischen.
    Wenn man springen will - muss man es einfach tun.
    NICHT darüber nachdenken, sondern es einfach hinter sich bringen.
    Dann hat die eigene Angst keine Macht mehr, nicht mehr die Zeit mit ihrer gut erprobten Argumentationskette des Pro und Kontras einzugreifen, dann ist es geschehen und stellt die neue Realität dar.
    Dasselbe beim ersten Mal vom 3-Meter-Brett springen, dasselbe bei allen erdenklichen Situationen im Leben, die demselben Schema folgen.
    Dasselbe eben auch hier.
    Einfach tun, den/diejenige einfach ansprechen.
    Nicht nachdenken, sobald man darüber nachdenkt, hat man verloren.
    Das ist auch der Grund, warum so viele Hirnis "tolle" Frauen bekommen haben: sie sind gar nicht dazu in der Lage gewesen nachzudenken, schlichtweg zu blöd für Selbstzweifel ;-)

    Und ja, es geht: man kann tatsächlich NICHT nachdenken, das eigene Denken absschalten - indem man sich selbst überrascht:
    "Oh, meine Füsse bewegen sich, ich gehe zu der Person hin, oh, ich höre meine eigenen Worte, oh, es ist zu spät zum Intervenieren, nun ist es geschehen."

    Mut - das ist eine bewusste Entscheidung sich der eigenen Angst entgegen zu stellen. Doch Mut ist hierfür gar nicht nötig.
    Nur Gedankenlosigkeit ist nötig, dann wird man überrascht sein, wie leicht es am Ende war.

    Um es mit Yoda zu sagen:
    "Tue es - oder tue es nicht. Es gibt kein Versuchen."
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  8. -zwecki-
    Es wird sich wohl kaum jemand, dafür interessieren, wer ich bin oder was ich zur Zeit fühle und daher macht es mir auch nichts aus, öffentlich über so etwas zu sprechen. Mir geht es am Ende doch nicht anders als allen, mit dem Unterschied, dass ich in der Regel zu feige bin, meine eigenen Ratschläge zu befolgen. ^^
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  9. Rem Tilak
    Ich find's mutig, dass du so einen Blog veröffentlicht hast. :-)
    Ich gebe dir also einen Daumen nach oben dafür.
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