E-Sport - Sport oder Spiel

Von belerad · 13. April 2018 · Aktualisiert am 16. April 2018 ·
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    Das leidige Thema




    Immer wieder kommt es zum Streit zwischen verschiedenen Parteien, ob E-Sport nun Sport sei, oder eben nicht. Dabei scheinen viele auszublenden, dass es sich bei der Bedeutung des Wortes Sports, um mannigfaltige, subjektive Interpretationen handelt und nicht um die eine richtige Bedeutung. Darum wollte ich ein wenig die objektive und die subjektive Bedeutung des Wortes Sports beleuchten und warum sich das so entwickelt hat.

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    Die Ursprünge des Sports



    Stellt man zehn verschiedenen Menschen auf der Straße die Frage, was für sie Sport ist und wie sich dieser definiert, wird man mit Sicherheit auch zehn verschiedene Antworten bekommen. Für die einen ist es eine rein körperliche Tätigkeit, für andere zählt alleine der Wettbewerbsgedanke und für wieder andere, zählt es als reine Beschäftigung zur körperlichen Ertüchtigung. Um die Hintergründe dafür zu beleuchten, schauen uns wir erst einmal den historischen Kontext an.



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    Der erste Zeitsprung führt und dabei in die Antike, um genauer zu sein, in das antike Griechenland zu den olympischen Spielen. Hier sind mit die Grundsteine des heutigen Sports gelegt worden und man hört deswegen auch immer wieder, dass Disziplinen wie Motorsport oder E-Sport deswegen kein Sport sind, weil es sich mit dieser ursprünglichen Tradition beißt.
    Schaut man sich die ersten Sportarten der Griechen an, wie die Disziplinen des Pentathlon, kann man dieser Aussage erst einmal zustimmen. Springt man aber ein paar Jahre weiter, haben die Griechen relativ schnell Pferde- Wagen- oder gar Mauleselrennen als olympische Disziplinen eingeführt, welche dem Motorsport nicht so unähnlich sind. Macht man noch einen Sprung in der Zeit, bleibt dabei aber immer noch in der griechischen Antike, finden sich olympischen Disziplinen wie Trompeten und Heraldik, also der Wappenkunde.

    Spätestens bei den zu Letzt genannten Disziplinen sollte man merken, dass es die Griechen nicht so sehr mit dem körperlichen Aspekt, bei ihrer Definition für olympische Disziplinen hatten, sondern eher der Gedanke des Wettbewerbs gezählt hat. Auch die Römer waren diesem Gedanken nicht abgeneigt, als sie unter Nero, Theater und Dichtkunst ebenfalls in die Spiele mit aufgenommen hatten.
    Auch wenn wir einen großen Sprung machen, zu der näheren Vergangenheit, vor 100-200 Jahren, hat sich an der wettbewerbsorientierten Auslegung daran, nichts geändert. Nicht nur wurden für Pferdeweit- und Hochsprung die Reiter ausgezeichnet, sondern es gab weiterhin Kunstwettbewerbe als olympische Disziplinen, wie Baukunst, Malerei oder Bildhauerei. Auch in der Gegenwart befinden sich immer noch Sportarten in den olympischen Spielen, bei denen sich vorzüglich streiten lässt, wie sehr der körperliche Aspekt im Vordergrund steht, wie Reiten, Sportschießen, Bobfahren, Curling, oder Rodeln.



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    Das Wort Sport



    Wir entfernen und jetzt von dem olympischen Gedanken und widmen uns der Herkunft des eigentlichen Begriffs. Dieser ist, wie die Meisten sicherlich wissen, kein "urdeutsches" Wort, sondern stammt vom altfranzösischem Begriff, disport ab. Dieser bedeutete sinngemäß so viel wie Vergnügung, Zerstreuung oder Zeitvertreib [depotare, (sich) fortbringen]. Dabei hat sich der Anteil des Unterhaltungsfaktors, bis in die heutige Definition des Begriffs erhalten.



    - "Sport beinhaltet alle Formen von kompetitiven physischen Aktivitäten oder Spielen, welche durch formlose oder organisierte Teilnahme darauf abzielen, physische Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erhalten oder zu verbessern , während sie den Teilnehmern und in einigen Fällen dem Zuschauer, Unterhaltung gewähren" - Wikipedia englische Version

    - "Eine Aktivität die physische Ausübung und Fähigkeiten beinhaltet, in der ein Einzelner oder ein Team, für die Unterhaltung, gegeneinander konkurriert." - Oxford Dictionary



    Geht man also nach der internationalen Definition, oder der Etymologie des Wortes, wäre es ein leichtes, E-Sport, in die Riege des Sports einzureihen. Jedoch haben viele Länder, wie auch Deutschland, ihre eigene Definition. Gerade bei uns hatte dieser Begriff es schwer, seine eigentliche Bedeutung beizubehalten, hat er schließlich keine neue Begrifflichkeit geprägt, sondern nach und nach die Bedeutung des Wortes "Turnen" ersetzt. Turnen war im 19. Jahrhundert noch der deutsche Sammelbegriff für alle Arten der körperlichen Ertüchtigung, wie Laufen, Schwimmen oder auch Wandern. So gesehen ist häufig, wenn wir Deutschen heutzutage von Sport reden, das ehemalige Wort Turnen gemeint, da dies so über die Generationen hinweg auf dieser Art eingedeutscht wurde.



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    - "Nach bestimmten Regeln [im Wettkampf] aus Freude an Bewegung und Spiel, zur körperlichen Ertüchtigung, ausgeübte Betätigung" - Duden



    Geht man rein nach dieser deutschen Definition aus dem Duden, kann man je nach Interpretation zu dem Punkt gelangen, bei dem es schwer wird, viele der heutzutage beliebten Sportarten, noch als solche zu sehen. Damit ist nicht nur Motorsport oder Reiten gemeint, sondern auch Fußball, Eishockey, oder Basketball. Hier ist die körperliche Ertüchtigung schließlich nicht der Zweck diesen Sport auszuüben, wie es in der Definition gefordert ist. Wäre es mit der Definition so einfach, wären einige Puristen, die diese Sportarten eh nicht als solche sehen, hierbei fein heraus. Aber auch in Deutschland gibt es mehr als nur eine Definition, wie beispielsweise eine sportwissenschaftliche.

    "Sport wir im sportwissenschaftlichen Sinne durch folgende Punkte konstituiert:

    - motorische Aktivitäten, die auf den Erwerb und das Verbessern spezieller koordinativer und konditioneller Fähigkeiten abzielen

    - in der Regel motorische Handlungen, die im Erreichen, bzw. Übertreffen weitgehend künstlich gesteckter Ziele ihren Sinn haben

    - einen charakterischen und verbindlichen Handlungskodex, mit dem sportliche Aktivitäten hinsichtlich der Abläufe, der Organisationsstrukturen und der Handlungsnorm geregelt sind.

    - die künstliche Erzeugung einer Ebene, auf der motorische Aktivitäten von Aspekten des produktiven Nutzhandels freigesetzt sind und sich überwiegend konsequenzlos, also spielerisch vollziehen können. "
    - Röthig im sportwissenschaftlichen Lexikon



    Geht man nach dieser Definition, schaut es mit der Einteilung von Fußball schon wieder besser aus. Aber dies sind bei weitem nicht die einzigen deutschen Definitionen des Sportbegriffs. Es gibt beinahe unzählige Auslegungen und es wird weiterhin darüber diskutiert und debattiert, was den nun Sport ist und was nicht. Dabei leiden wir in Deutschland, wie schon gesagt, immer noch unter der Vererbung der Bedeutung des Wortes Turnen.
    Dabei ist die Definition für Sport, egal ob im deutschen oder im internationalen, ein relativ einfaches, sollte es sich rein um den privaten Bereich und nicht um Fördergelder und Visa Bestimmungen für Athleten gehen.

    Jede Bedeutung ist für sich die Richtige.

    Sport selbst ist kein nationaler Begriff, sonder an sich schon international. Aber auch wenn es eine internationale Definition gibt, wurde diese noch lange nicht von jeder Nation angenommen und man streitet sich auch dort noch immer über die Bedeutung. Von daher kann man zwar sehr gut über die Begrifflichkeit und deren Ausprägung argumentieren, sollte dabei aber nicht vergessen, dass die eigene Definition ebenso die richtige, oder falsche ist, wie die des Gegenübers. Es gibt eben kein Richtig oder Falsch, sondern nur die persönliche Meinung und vorgefertigte Definitionen, die unter einem gewissen Kontext stehen.



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    Für mich persönlich stecken hinter dem Begriff Sport, zwei Bedeutungen. Einmal der, der körperlichen Betätigung, der sich ebenfalls mit der, des deutschen Duden und des alten Wortes Turnen deckt. Und auf der anderen Seite, der Punkt des sportlichen Wettbewerbs, der eher mit der englischen Definition übereinstimmt. Somit passen alle Modernen und klassische Sportarten in diese Auslegung, ebenso wie kritischere, wie Sportschießen, Curling, Motorsport oder eben auch E-Sport.



    Die physische Belastung des E-Sport



    Liest man das Wort E-Sport zusammen mit physischer Belastung, werden sich einige eine Schmunzeln nicht verkneifen können und niemand könnte es einen verübeln. Gerade wenn man die heimischen Aktivität damit gleich setzt, bei der man in Unterwäsche am Rechner sitzt und Cola trinkend seine Truppen von A nach B manövriert und das Nachfüllen der Cola schon mehr Anstrengung bedeutet, als die restlichen Stunden, in denen man nur den Mauszeiger verschiebt.
    Würde ich jetzt aber anders anfangen und eine Disziplin beschreiben, bei dem man eine durchgehende Herzfrequenz von 160 bis 180 Schlägen pro Minute hat, das teilweise über vier Stunden hinweg, mit nur vier kurzen zehnminütigen Pausen, das unter Umständen sogar mehrmals am Tag, bei einem Cortisonspiegel eines Rennfahrers, würde man dies schon eher mit Sport assoziieren. Dabei ist dies das Urteil, zu dem die Deutsche Sporthochschule (SpoHo) unter der Leitung von Professor Ingo Froböse gekommen ist. Dabei bin ich bei der Beschreibung des Profils noch nicht einmal darauf eingegangen, dass diese Atlethen 400APM durchschnittlich ausführen, ihre Konzentration über dem gesamten Zeitraum auf einem Maximum halten müssen, die Spielintelligenz die ein Spieler besitzen muss und jederzeit in Sekundenbruchteilen abrufen können muss etc. pp.



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    Natürlich gibt es mehr als genügend Athleten unter den E-Sportlern, die körperlich nicht die Fitness ausstrahlen oder auch nicht besitzen. Aber wie auch bei Motorsport oder auch beim Fußball, ist eine bessere Physis, auch bei E-Sportlern vom enormen Vorteil. Ein physisch fitter Spieler schafft es, gerade bei längeren Partien, die Konzentration länger aufrecht zu halten, ebenso wie die APM, die geistige Frische, die Bewegungsgeschwindigkeit usw. Darum ist es bei vielen großen E-Sportarten inzwischen zu Norm geworden, dass die Spieler neben den üblichen Trainingseinheiten, Taktikbesprechungen und Marketingveranstaltungen, ebenfalls Sportprogramme mit Fitnesscoachs, oder selbstständig absolvieren müssen. Auch auf die passende Ernährung wird bei E-Sportlern immer mehr geachtet und viele große Teams, wie FNC oder G2, arbeiten mit Ernährungsplänen und eigenen Köchen, die das richtige Essen für die Spieler bereit stellen.



    Just 4 the Money



    Ein letzter Punkt den ich noch ansprechen möchte, ist ein eher selten genanntes, aber dennoch immer wieder auftauchendes Argument. Es kann kein Sport sein, weil es dort nur um das Geld geht und ohne Geld würde es E-Sport nicht geben. Im Gegensatz zu anderen Sportarten ist E-Sport aufgrund von Kommerz entstanden und nicht aus dem Spaß am Wettbewerb.

    Dieses Argument möchte ich als einziges hier komplett verneinen, weil es faktisch falsch ist. Die ersten E-Sport Veranstaltungen, wenn auch noch nicht unter diesen Begriff, der erst in den 90ern entstanden ist, gab es schon in den 70ern mit Pong Wettbewerben. Anschließend ist dies immer weiter gewachsen, mit privaten Wettstreiten und (in-)offiziellen Turnieren an Heimkonsolen und Arcade Automaten in Spielhöllen. Auch meine ersten Turniere waren Anfang der 90er, als ich zu meinen 12. Geburtstag, mit meinen Kumpels zusammen einen Nintendo World Cup Wettbewerb auf dem NES veranstaltet habe, mit verschiedenen Preisen vom ersten bis achten Platz. Die Geschichte des E-Sports ging dann weiter, bis es in den 90ern auch die ersten größeren Turniere gab, mit Doom II, Painkiller oder Starcraft. Aber auch das waren für heutige Verhältnisse, kleine Wettbewerbe, ohne wirklich damit rechnen zu können, damit überhaupt einen Euro zu verdienen, geschweige denn davon leben zu können. Das war damals noch Utopie (Auch wenn es einzelne Ausnahmen gab).



    Es ist ebenfalls noch keine 20 Jahre her, da haben ein paar meiner Kumpels, mit mir zusammen, den Informatik Raum einer Schule, einmal pro Monat, für 100DM gemietet. In diesem haben wir dann private LAN Partys ausgetragen, aber ab und zu auch öffentliche Turniere veranstaltet. Dabei waren die Preise nichts andere als Gutscheine für den McD, die Edeka, oder ein Kasten Bier, was meistens nicht mal die Unkosten gedeckt hat. Dennoch hat es immer genügend Leute angezogen, die sich miteinander gemessen haben. Für uns als Veranstalter hatte sich das auch nur selten bezahlt gemacht. Die Norm war eher, dass wir drauf gelegt hatten und das war uns der Spaß auch Wert gewesen.



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    Bei den Anfängen von LoL, war es ebenso nicht viel anders gewesen. Nach dem Erscheinen 2009, haben sich schon viele Teams für das Spiel interessiert, jedoch gab es keine offiziellen Turniere und von hoch dotierten Preisgelder war nicht mal zu denken. Dennoch hatten die Spieler sich zusammen gefunden um an kleineren Turnieren teil zu nehmen, meistens nur des Spaßes wegen. Das erste größere Turnier kam dann erst 2011, was die erste offizielle Weltmeisterschaft war. Aber auch dieses hatte nur ein Preisgeld für den Gewinner von 50.000$, welches unter den Spielern aufgeteilt, die Reisekosten bezahlt und ebenfalls noch versteuert werden musste.

    Also nein, mit E-Sport ist man nicht reich geworden und es wurde nicht so erfolgreich, weil Firmen da viel Geld rein gesteckt haben. Es hat lange Zeit ein Nischendasein geführt und wurde erst dann für die Firmen interessant, als sich auch genügend Leute dafür interessiert haben. Nicht anders wie bei anderen Sportarten auch, kommt mit mehr Interesse mehr Geld, was es kommerzieller, aber auch professioneller macht. Das es heute, wo diese Disziplin ein gewisses Level an Beliebtheit erreicht hat, diverse Hersteller gibt, die viel Geld darin investieren, damit ihr Titel in diesem Bereich erfolgreich wird, und so diese Kette umdrehen, möchte ich hier nicht abstreiten, siehe OWL. Aber das ist nicht der E-Sport als ganzes, sondern nur eine Disziplin die daraus entstanden ist.



    Mein Fazit



    Der elektronische Sport hat sich weiter entwickelt und wird mit dieser Entwicklung so schnell nicht aufhören. Vom Kellerkind, dass in den letzten Jahren zum ersten Mal die Sonne erblickt hat, bis hin zur Mitte der Gesellschaft. Desto weiter wir Spieler dort ankommen, desto weiter wir, die "Gamer", akzeptiert werden, ohne das man uns mit jeden Amoklauf in Verbindung bringt, desto weiter wird Spielen als Sportart von der Masse ebenfalls akzeptiert werden. Dabei ist es verständlich, dass es schwer für viele ist dies zu akzeptieren, bricht es doch mit Traditionen und der eigenen Vorstellung, was Sport ist. Aber die Traditionen wurden über die Jahre ständig gebrochen und neu aufgelegt, nichts war jemals für die Ewigkeit bestimmt und auch der eigene Gedanke, was Sport ist, muss gar nicht falsch sein, aber vielleicht das, was man bei E-Sport als Zuschauer wahrnimmt, was die Spieler, auch physisch, leisten. Wer selbst in einem kompetitiven Spiel, wie beispielsweise League of Legends versucht, mehrere Spiele hintereinander wirklich zu Tryharden, also alles zu geben und auf alles zu achten, wird wissen, wie sehr das den Körper auslaugen kann, wenn auch in einer anderen Art, als auf dem Bolzplatz mit Kumpels.
    Matt Gore gefällt das.

Kommentare

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  1. Der_Vampyr
    Soweit ich gelesen habe geht es dabei in erster Linie darum, dass man Vereine gründen möchte.

    Wird eSport als Sport anerkannt, dann kann man einen Verein gründen und erhält alle gesetzlichen vor und nachteile, welche auch ein "normaler" Sportverein erhält.
    Grundsätzlich geht es dabei dann um steuerliche Vergünstigungen, Förderungen etc pp.

    Ist in meinen Augen ein rein juristischer Schritt.
  2. Alpenjager
    Ich finde die Argumentation gut und schlüssig, vor allem mit der Hinführung der Entwicklung des Sports durch das Altertum.

    Der Kommerz kann gar nicht als Gegenargument gelten, da man bei der letztjährigen Vorstufe zu den Olympischen Spielen gesehen hat, dass die Sportverbände ihre Regeln nur für dieses Event "anpassen" mussten. So wurden bei diversen Sportarten Spielzeiten gekürzt und andere Regeln geändert, so dass die Übertragung besser vermarktet werden kann. Auch bei aktuellen Olympischen Sportarten, wie dem Boxen oder dem modernen Fünfkampf ist dies geschehen.

    Trotzdem sehe ich E-Sport eben nur als E-Sport und nicht als Sport. Einfach wegen der fehlenden Athletik.

    Das ist auch nichts schlechtes. Denn letztenendes kann sich der E-Sport alleine besser entwickeln weil er sich unabhängig vermarkten kann. Außerdem ändern sich im E-sport schneller die Regeln (meist durch Patches), was im normalen Sport nicht so einfach wäre. Man stelle sich vor Liquid würde gegen einen Patch vor dem CAS klagen.

    Auch wenn es so weit wäre, dass der Esport als Sport gelten würde, kämen die nächsten Probleme, wie z.B. Welche Spiele zählen jetzt dazu? CSGO oder doch Battlefield oder doch nur PONG? Fifa,PES oder doch nur Rocket League? Wer bekommt jetzt Fördergelder. Wie sieht die Jugendförderung aus?
    Das alles kann letztendes der E-Sport an sich besser koordinieren, weil das einfach schnelllebiger ist.
  3. Reddok
    Das liegt daran, dass sitzen nicht die richtige Stellung zum Kacken ist :)
  4. Stonehighisback
    Körperliche Anstrengung kann keine Definition für Sport sein. Dann wären die Hälfte aller Sportarten keine Sportarten aber dafür wäre groß auf Toilette gehen manchmal eine Sportart, weil es körperlich anstrengend ist
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  5. belerad
    Mir ging es erst mal nicht um die Anerkennung als Sport im Sinne des DOSB, als eher um die Anerkennung in der Gesellschaft an sich. Aber von den Vorteilen, die eine Anerkennung im DOSB gewähren würden, wäre hauptsächlich der für Visas interessant. Gerade Teams und Spieler aus "Problemregionen" oder ärmeren Ländern haben immer wieder Schwierigkeiten ein Arbeitervisa für längere Zeiträume (eine Season in LoL geht nun mal ein Jahr) zu bekommen. Noch schlimmer wird es dann, müssen diese Visas verlängert oder gar erneuert werden, was oft schief läuft. Ganz schlimm war dies Beispielsweise bei Gambit Gaming, die jedes Wochenende zu den Spielen von Russland nach Berlin und wieder zurück fliegen mussten. Einfacher wäre es da, ein Athleten Visum beantragen zu können, aber dafür müsste E-Sport auch vom Verband anerkannt werden.

    Die Grund für den Blog war aber hauptsächlich die Aufklärung, als die Suche nach Anerkennung. Natürlich ist dieser Blog nicht ganz Neutral, da ich den Blog natürlich aus meiner Sichtweise schreibe und mit dem Bezug dazu, was E-Sport mit Sport verbindet.

    Den Bezug auf die Vercasualisierung, aufgrund des Weges in die Mitte der Gesellschaft, kann ich sogar sehr gut nachvollziehen. Aber der Weg ist unaufhaltsam, egal ob E-Sport selbst jetzt anerkannt wird, oder nicht. Normale Spiele an sich werden schon so immer weiter vercasualisiert und marktgerecht gestaltet um ein immer größeres Publikum anzusprechen. Und beim E-Sport sind die Spiele am "Größten", die die meisten Zuschauer haben. Von daher werden die künftigen Titel immer Massentauglicher erstellt und die vorhandenen immer Massentauglicher gepatched. Wollte man dies aufhalten, müsste man auch die Entwicklung der Computerspiele, hin zum Mainstream und in die Mitte der Gesellschaft aufhalten. Das würde einerseits nicht funktionieren, weil es wirtschaftlich für die Unternehmen keinen Sinn macht und andererseits, wenn es funktionieren würde, dürften wir Spieler uns wieder mit "Amokläufen durch CS:GO Spieler"-News herumschlagen und als stinkende Kellerkinder, die weder duschen noch sozial interagieren unser Dasein fristen.

    Wenn es in 10 Jahren so weit sein sollte, dass Spiele vom Anspruch eines Candy Crush als große E-Sport Events ausgetragen werden, werde ich sicherlich nicht dabei sein und jubeln, sondern weiter die Spiele schauen, die mir gefallen. Sollten alle, die das gleiche Interesse haben, das gleiche tun, werden die guten E-Sport Spiele auch nicht aussterben. Wobei es natürlich passieren kann. Wie für mich, mit meinen bald 40 Jahren, es so gut wie keine Triple A Titel mehr gibt, die mir persönlich gefallen, da mir die Meisten zu sehr heruntergedummt sind.



  6. Rixen
    Die Frage die man zuerst einmal stellen sollte ist, warum wollen so viele überhaupt das e-sport als richtiger Sport anerkannt ist? Das wirkt für mich wie ein sehr verzweifeltes Hecheln nach gesellschaftlicher Anerkennung. Zumal wenn diese dann da ist die E-Sport Fans wahrscheinlich wieder total dagegen sein werden wenn diese da ist. Denn damit jemand der ein solches Spiel nie gespielt hat es sich freiwillig im Fernsehen anschaut müssten die Spiele vor allem einfacher in ihren Regeln und deutlich langsamer werden. Man kann jetzt schon sagen, was die die eben noch lautstark nach gesellschaftlicher Anerkennung gieren, dann darüber sagen werden. In einer Nische unter sich bleiben, und gleichzeitig breite gesellschaftliche Anerkennung, dass kann nicht funktionieren. Das haben wir doch alles schon. Als in den 80ern und 90ern Spiele noch von sehr kleinen Teams für einen ganz bestimmten Kundenkreis entwickelt. Die Spieler damals haben auch nach gesellschaftlicher Anerkennung für ihr Hobby gegiert. Sie wollten das Image des Nerds aus dem Keller los werden. Was haben sie nun davon? Wir haben heute viel mehr Spieler als früher und riesengroße Gamingentwickler. Marketing spielt eine große Rolle und Spiele müssen einen viel breiteren Geschmack ansprechen damit der Entwickler die Kosten wieder reinholen kann. Kein Entwickler kann mehr davon leben, alle 2 Jahre einen Nischentitel zu veröffentlichen. Wenn ihr Spass am spielen habt, dann spielt halt und hört auf darüber nachzudenken, was die Gesellschaft über euch denkt. Das raubt eher den Spass am Spiel.
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  7. belerad
    Da stellt sich mir jetzt die Frage. Wenn ich mit einer VR Brille auf einem Laufband joggen sollte, ist das doch auch noch Sport, oder nicht? Es spielt sich ja ebenfalls in der digitalen Welt ab. Die körperlichen Belastung ist dasselbe, ob ich jetzt auf die Ereignisse der Programmierung reagiere und abhängig vom Entwickler bin, ist dabei irrelevant. Beim E-Sport das Gleiche, eine körperliche Belastung und der Wettkampfgedanke ist gegeben, ob es Digital ist oder nicht, ist meiner Meinung nach auch da irrelevant.

    Auch die Regeln der Physik, oder allgemein die Regeln im Spiel, sind für alle Teilnehmer gleich, also demzufolge auch eine Konstante. Das was aber meist keine Konstante ist, sind die Regeln, die sich durch Patches ändern. Dies könnte man in der realen Welt aber ebenso, mit Regelanpassungen des Verbandes, wie dem DFB, vergleichen.

    Hier gibt es aber wirklich ein Problem, wenn es darum geht, E-Sport im politischer Form, wie beispielsweise beim DOSB anzuerkennen. Im Gegensatz zu anderen, anerkannten Sportarten, gehört einer Firma das Spiel und kann darüber frei entscheiden. Was hier imho fehlt, ist ein unabhängiger Verband und nicht Valve oder RIOT, die für den E-Sport Bereich zuständig und verantwortlich sind.

    Kann ich nicht verneinen. Ich gehe zwar nicht mehr ins Fitnessstudio, sondern meine Leidenschaft ist eher das Laufen, aber ja, zwischen der Art der Erschöpfung ist ein starker Unterschied. Aber das ändert nicht daran das ich nach ein paar Runden LoL ebenfalls stark erschöpft bin, wenn ich bei denen ich wirklich tryharde. Das laugt mich persönlich sogar mehr aus, als 5km Laufen in normaler Geschwindigkeit.
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  8. Stonehighisback
  9. Stonehighisback
    Ich sehe ehrlich gesagt auch kein Unterschied zwischen digitalen und nicht digitalen Physikgesetzen. Beide finden im einem in sich geschlossen und für alle Teilnehmer gleichen Kontext statt. Somit ist es irrelevant, ob sie jemand (Entwickler) festgelegt hat oder ob diese natürlich sind. Wichtig ist dabei nur dass alle Teilnehmer sich dem Selben unterwerfen
  10. TheMaster009
    Schöner Artikel,
    trotzdem bin ich der Meinung das E-Sport kein echter Sport ist. Wenn ich meine Zeit in Cs:Go mit der im Fitnessstudio vergleiche merke ich halt schon starke unterschiede und für mich gehört einfach körperliche Anstrengung zum Sport dazu.
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