Rey's Problem, Disneys Schuld und Ignoranz

Von Reddok · 6. März 2018 · Aktualisiert am 6. März 2018 ·
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  1. Falls jemand meine früheren, schriftlichen Ergüsse bisher noch nicht gelesen hat: Ich finde Diversität und Frauen in Hauptrollen super und schaue auch gerne (manchmal leicht trashige) Serien mit weiblichen Hauptrollen, wie z.B. Supergirl. Und doch haben mir die neuen Star Wars Filme und Rey nicht wirklich gefallen - vor allem the Last Jedi. Und damit bin ich nicht allein, denn die Fanbase wurde gespalten. Eigentlich wollte ich die Finger von diesem leidlichen Thema lassen, aber naja, ein Teil von mir ist Masochist. Ich versuche neutral zu bleiben, ich hoffe das kommt auch so rüber.

    Disney ist mit Ansage voll in dieses Problem reingebrettert; haben sich geweigert, Kritik und Probleme anzuerkennen. Stattdessen nehmen sie eine (relativ) kleine Gruppe von Menschen und blasen sie zu einem Alibi auf. Es gibt Sexisten und andere soziale Problemzonen - und die wird es vermutlich immer geben. Aber sie machen heutzutage nicht mehr den Großteil aus. Zumindest würde ich nicht alle Fans über einnen Kamm scheren, nur weil sie anderer Meinung sind. Fairerweise muss man aber sagen, die andere "Seite" ist auch nicht ganz unschuldig. Ich habe das Gefühl, beide schaukeln sich gegenseitig hoch. Also alles wie immer, eigentlich.

    Die Fehler

    Der erste Fehler war, Rey als starken, weiblichen Charakter anzukündigen. Komplett sinnlos. Lasst sie ihren Wert auf der Leinwand beweisen! Show, don't tell. Das ganze hat einen faden Beigeschmack, als würde Disney uns seine Weltanschauung brutal in den Rachen pressen, anstatt uns das ganze schmackhaft zu machen. Oh warte, das tun sie ja. Friss oder stirb.

    Der Zweite ist, dass sie keine Characterschwächen hat, overpowered ist und von den meisten anderen Charakteren sofort gemocht wird. Dies hat zu der Mary Sue Debatte geführt, die ich erstmal nicht wirklich beachtet hatte. Aber inzwischen denke ich, dass sie vielleicht nicht so ganz Unrecht haben. Die neue Triologie mag zwar eine weibliche und drei männliche Hauptrollen besitzen, aber Rey ist die einzige, die keine Fehler macht, ohne einen guten Grund overpowered ist und von so zeimlich jedem sofort gemocht wird. Der Grund des "Gegengewichts der Macht" wirkt erstens ziemlich hohl, wie eine halbgare Begründung (Müssten zu Zeiten in denen viele Jedi anwesend sind, dann nicht auch Sith mit einer ähnlichen Kraft vorhanden sein?) und zweitens wird das Ende von Episode 9 damit relativ klar, es sei denn, die zaubern noch etwas aus dem Ärmel. Das erste Ende ist wie in EP 6, Ende gut, alles gut. Das zweite wäre, dass Rey sich nach/mit dem Tod von Kylo Ren selbst opfert, da die Macht ja sonst sofort wieder ein Gegengewicht schaffen würde. Oder Licht und Dunkel teilen sich die Galaxis auf und schließen ein Friedensabkommen, was nicht wirklich ein befriedigendes Ende wäre... Meiner Meinung nach.

    Disneys dritter Fehler ist, die Kritik der Fans zu ignorieren (bei der es manchmal gar nicht um Rey geht) und dämliche Ausreden zu suchen. Ausreden, die von ihnen selbst widerlegt werden... oder komplett unsinnig sind, wie dass Frauen sich nicht mit Männern identifizieren können und andersrum.

    Gandalf von Star Wars

    Spoiler für Rebels Staffel 4, zweite Hälfte!
    Star Wars Rebels hat in seiner 4. Staffel einen Charakter zum zweiten mal von den Toten zurückgebracht. Dieser Charakter ist momentan vermutlich einer der beliebtesten im neuen Star Wars Kanon - und ist weiblich. Die Rede ist von Ahsoka Tano, der Schülerin von Anakin Skywalker. Diese Togruta hatte es nicht immer leicht - besonders wegen dem Clone Wars Film, bei dem sie Jar Jar fast Konkurrenz gemacht hätte. Aber genau das hat zu ihrer Beliebtheit geführt. Denn sie hatte Platz zum wachsen, Fähigkeiten zu erlernen, Fehler zu begehen, aus diesen zu lernen und somit Weisheit zu erlangen. Ihr Können und Stärke kommt von ihrem Training und ihrer Erfahrung und als Zuschauer konnte man daran teilhaben. Rey ist seit zwei Filmen immer noch die gleiche. Ehrlich gesagt sehe ich nicht, wie sie sich noch weiterentwickeln könnte - außer sie würde zur dunklen Seite wechseln, was ich stark bezweifle.
    Ahsoka konnte Vader nicht das Wasser reichen, aber standhalten und ihn sogar vor der Explosion beschützen, was mit ihrem "Powerlevel" harmonierte. Nur Ezra's eingreifen durch eine Zeitreise konnte sie retten! Dieser weibliche Charakter ist dem unausweichlichen Tod also auf magische Weise bereits zwei Mal von der Schippe gesprungen. Und doch hat sich der Großteil der Fanbase nicht darüber aufgeregt. Hab sogar gelesen, dass ein 48-jähriger Mann ein bisschen Augenwasser lassen musste. Nun könnte man das Argument bringen, das nicht jeder Clone Wars/Rebels schaut oder das Ahsoka viel mehr Zeit als Rey hatte. Beides ist richtig. Allerdings ist ihre Fangemeinschaft trotzdem ziemlich groß und sowohl Luke als auch Anakin haben in ihrer jeweiligen Filmtriologie eine nachvollziehbare Entwicklung durchgemacht, von den verlorenen Duellen und Gliedmaßen ganz zu schweigen. Tut mir Leid, aber Rey's Luftgefuchtel kann man wohl kaum als Training bezeichnen - ein Krieger muss mehr können, als sein Schwert zu schwingen.

    Dave Filoni ist auch nicht perfekt und Rebels ist meiner Meinung nach immer noch nicht auf dem gleichen Level wie Clone Wars, dazu ist es einfach zu weichgelutscht, Kinderfreundlich, Sturmtruppen sind Kampfdroiden 2.0 und die Helicopter-Schwerter sind der größte Schrott. Ja, es soll eine Kinderserie sein, das heißt aber nicht, dass man Kinder vor jedem Scheiß beschützen muss. Er kann zwar scheinbar nicht loslassen (was ich ihm nicht verübeln kann), aber trotzdem ist er seinen Kollegen schon einige Schritte vorraus.

    Was bleibt ist meine Hoffnung, dass Disney & Lukasfilm sich nicht komplett verrennen. Wenn ich denen einen Rat geben könnte: Haltet inne; schaut euch die Kritik der Fans genau an. Fans sind zwar meistens keine professionellen Kritiker, das heißt aber nicht zwangsläufig, dass sie dumm oder ihre Ansichten falsch sind. Falls nicht, lebt ihr in eurer eigenen, kleinen Welt, wo ihr euch gegenseitig erzählen könnt, wie fortgeschritten ihr in euerer Diversität und Gleichberechtigung seid, ohne zu erkennen, warum viele Fans sauer sind. Diese Dinge sind schön und gut, aber nichts was man von heute auf morgen erzwingen kann. Denn anderenfalls erweckt Ihr den Eindruck: "Seht her, wir sind was besseres als ihr!" und schadet damit eher, als zu helfen.

    Wie gesagt, ich mag weibliche Charaktere. In Spielen wähle ich meist eine Frau, wenn ich die Wahl habe - nicht weil ich pervers bin... glaub ich. Aber wenn ich ein Foto von Kathleen Kennedy und Konsorten sehe, auf der sie das "the Force is female"-Shirt anhat, muss ich all meine Willenskraft zusammen nehmen um mich von einem Facepalm-Trommelfeuer abzuhalten. Die Motivation mag die Richtige sein. Aber der Weg ist der Falsche und viel hilft nicht viel.

Kommentare

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  1. darthmop1
    Ich möchte das Thema Rey nicht schön Reden, doch das Argument, Rey hätte keine Schwäche, ist absoluter Quatsch.
    Für "The Force Awakens" mag die Aussage noch zutreffen doch in "The Last Jedi" wurde ganz klar dargestellt, dass sie sehrwohl Verwundbar ist.

    Sie ist naiv und zudem sehr arrogant.
    Schön zu erkennen war das an ihrer Vorstellung von Lukes Einfluss auf den Kampf gegen die erste Order sowie ihr mangelndes Grundverständnis gegenüber der Macht.
    Sie war sich auch nicht im Klaren, welche Stärke Snoke inne hat. Rey droht ihm mit seiner Vernichtung, glaubt ihn angreifen zu können und wird folglich nur verspottet. Sie hat absolut keine Chance und wird letztendlich zur Exekution geführt.
    Ihr Glauben darin, dass Kylo ihr helfen würde, baut nur auf ein Gefühl durch die Macht auf, die sie ja noch nichtmal vollständig versteht.
    Sie bewahrt keinen kühlen Kopf, als sie Kylo durch die ersten Machtvisionen sieht. Sie ergreift aggressiv die Initiative sowohl physisch(Blaster), als auch verbal(Mörderische Schlange!), während Kylo ganz gelassen bleibt.

    Dann kommt noch ihre Inakzeptanz gegenüber ihrer Vergangenheit. Nehmen wir an, momentan wissen wir soviel wie Rey, sodass Ihre Eltern nach wie vor nicht von großer Bedeutung sind. Wie Rey, empfindet auch ein Teil der Fans eine gewisse Inakzeptanz dieser Tatsache. In der Höhle offenbarte sich ihre größte Angst, alleine und unbedeutend zu sein.
    "Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid."

    Zum Schluss des Films scheint Rey sich gesammelt und all diese Schäwchen scheinen frei von Konsequenzen zu sein, doch wir müssen abwarten, ob in Episode IX das nicht zu einem Rückfall führen könnte. Vielleicht sehen wir im Moment noch nicht das große Ganze.

    Ich hoffe sehr, dass Rey von ihrem Drahtseilakt der hellen und dunklen Seite stürzt und kurzzeitig von Hass erfüllt sein wird. Natürlich muss es zum Ende nicht dabei bleiben doch alles andere würde nur diese ewige Diskussion weiter befeuern.
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  2. Miles__Teg
    Hi Reddok

    So richtig kommt der Sinn/ die Kernaussage des Blogs bei mir nicht an.
    Okay, du magst den Film nicht (oder ist es nur der Hauptcharakter?). Und sonst so? Warum betonst du den "Genderaspekt" so sehr, ohne dann darauf wirklich einzugehen?
    Rey wurde nie als starke Frau eingeführt - sie ist eine Cart blanche. Im 2. teil entwickelt sie einiges an Charakter (ich stimme da darthmop1 zu). Aber sie könnte auch ein Kerl sein, ihr Geschlecht spielt zu keinem Zeitpunkt eine Rolle (was ich persönlich als Schwäche des Charakterdesigns empfinde).

    Ashoka ist anders als Rey...ernsthaft?!
    Du vergleichst hier eine jahrelang (vom Besten der Besten) ausgebildete Schülerin mit einer gerade entdeckten Naturgewalt. Fühlst du nicht selbst, wie es da Äpfel und Birnen regnet? Und ja, eine kindliche Comicfigur mit massivem Kindchenschema wird mehr gemocht, als eine "echte" Figur (die nach wie vor ambivalent ist). Das ist vollkommen normal und hängt mit dem Konsumenten und Gewohnheiten zusammen, weniger mit einem "weiblichen" Charakterdesign (falls das dein Punkt war, so ganz ist mir das halt wirklich nicht klar).
    Ach, und dass du NICHT weisst , wie sich Rey weiter entwickeln könnte, spricht ganz klar FÜR den Film und das Charakterdesign, oder? Nichts ist fader, als zu wissen, wie es weitergeht (bzw. endet).

    Dein letzter Aufruf ist halt typisch für Fans...aber Teil 7 war für Fans (fast ausschlieslich), Teil 8 war endlich der Start zu einem neuen Anfang. Teil 9 könnte richtig geil werden und zwar NUR wenn der alte Kram endlich komplett ad acta gelegt wird! (Spoiler: wird er nicht, es ist Disney).

    Mein Fazit: Der Film ist gut, seine Charaktere auf unterem Hollywood Niveau, als Ensemble aber okay. Einige Filmelemente scheinen erstmal unzusammenhängend und einige Charaktere scheinen bisher deplaziert. Alle Charaktere haben Entwicklungspotential - ein typischer, mittlerer Triologieteil eben. Bis ich den letzten Film gesehen habe, erlaube ich mir kein Urteil. Ich verreise ja auch kein Buch nach den ersten beiden Kapiteln.
    Und was deine Einleitung über Diversität und Frauen mit dem Ganzen an sich zu tun hat, erschliesst sich mir, wie gesagt, nicht.

    Letzte Frage:
    Würdest du einem Picasso zurufen, doch bitte sein Guernica in Blau und in kubischem Stil zu malen, weil du das ja früher schöner fandest?
    Und welche Antwort, denkst du, würdest du kriegen?
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  3. Miles__Teg
    Niemand hat gesagt, dass das leicht sein würde - aber viel Fans verwerfen die beiden Filme pauschal und mit viel Verve, ohne das Finale zu kennen.

    Eben. Und das ist unfair. Ahsoka hatte JAHRE der Entwicklung. Mit allen grossen Namen des Jedi Universums als "Steigbügelhalter" und Rey ist halt komplett neu. Vergleiche stattdessen doch Luke mit Rey. Oder mit Amidala. Viel passender!

    Vorgänger wären Luke (card blanche, wie auch Rey) und Anakin (card black, wie auch Darth Maul)? Han Solo, Boba Fett oder Yoda dann nicht so? Oder doch lieber Amidala?
    Genau dieses ständige Vergleiche ist das Hauptproblem. Viele Fans verwechseln Canon-Wissen mit der Fähigkeit die Geschichte besser weiter zu erzählen, dabei hängen Sie nur in der Vergangenheit fest. Die Star Wars Saga ist KEINE Doku-Reihe. Lasst euch doch mal WIRKLICH auf was Neues ein!
    Ich finde Rey nach wie vor spannend, gerade weil ich sie nie mit irgendwem verglichen habe (okay...mit Luke, aber das war nur kurz - ehrlich^^)

    Dein Abwehrsatz zeigt, dass du den Sinn des Vergleiches absolut verstanden hast und (dir) wohl nur die Antwort nicht geben willst. Es sei dir gegönnt.

    Das gilt nur für Zuschauer, die in ihrer Meinung schon extrem festgefahren sind (zuviel Youtube Filmtheory und Traileranalyse). Jeder der unvoreingenommen in den Film ging, wurde gut bedient (Freundeskreis ohne SiFi Vorlieben). Einige Plotuntiefen sind halt immer, aber das war in StarWars nie anders.

    Rey ist mal tatsächlich eine Frau, bei der nicht klar ist, wohin die Reise geht. Die Figur ist DARAUF angelegt, spröde und ambivalent zu sein - die Zuschauer SOLLEN sie gar nicht alle mögen. Dies ist auch der fundamentale Gegensatz zum jungen Luke (und zu Ahsoka). Eine Wandlung zum echten Bösen war für beide nie möglich, da deren Charaktere von Anfang an so angelegt waren. Bei Rey (und in Teilen sogar für Kylo) ist das anders und ich finde das erfrischend und positiv für die Saga.

    Schlussendlich muss ich aber festhalten, dass deine Einleitung (Diversität; Frauenrollen; Sexisten) letztlich doch sehr wenig mit deinem Bloginhalt zu tun hat. Das Bisschen Geschimpfe auf Rey lass ich als offensichtliche Lappalie nicht als Diskussion von Frauenrollen in StarWars gelten.
    Das ist dahingehend bedauerlich, da die Paare immer so viel stärker auf der Seite der Frauen waren (Luke-Leia, Anakin-Amidala, Fin-Rey). Etwas, was ich dem StarWars Franchise immer zugute gehalten habe.
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  4. Freestyk5
    Wo wird denn Anakins Macht plausibel erklärt? Der kam ja aus ähnlichen Verhältnissen.
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  5. Miles__Teg
    exakt mein Gedanke..aber halt. Der hatte halt die gleiche Infektion wie Yoda! Was will man mehr?

    Sorry, aber soviel Sarkasmus darf dann doch mal sein.

    Ich versuch(t)e es, aber deine Argumentation ist halt nie stichhaltig und die Vergleiche unpassend. Ausserdem endet es immer in irgendwelchen Anschuldigungen, und das ermüdet. Ich habe deinen Text Punkt für Punkt argumentativ beantwortet und du kommst mit "J.J. hat aber gesagt..." um die Ecke. Das ist mir, mit Verlaub, zu billig.

    Und du hast auch die gute erste Antwort zu Rey von darthmop1 mit fadenscheinigsten Sprüchen ("Verwundbar ist nicht gleich Schwäche","Kann als negative Eigenschaft gesehen werden, muss aber nicht.") abgetan und das zeigte eigentlich schon, dass du nicht wirklich auf andere Sichtweisen eingehen kannst oder willst.

    Das wir bei der Bewertung von Kunst nicht auf einen Nenner kommen, ist absolut in Ordnung, aber ich hatte mir dann doch mehr Inhalt erwartet, als dann letztendlich kam. Und damit können wir es auch bewenden lassen.


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  6. Scario
    Ich fand bei The Force Awakens waren das beste daran die Charaktere. Und auch wenn Rey alle Hindernisse meistert, so fand ich ihre Art sehr sympathisch (vielleicht auch deswegen). Wenn man sich n wenig mehr mit Star Wars Spielen usw auseinadersetzt hat man natürlich nen starken Kopfschüttler wenn Rey kurzerhand komplexe Dinge wie Mind-Control meistert oder den Kampf mit dem Lichtschwert. Ohne diese Vorkenntnisse läuft das aber wie in vielen anderen Filmen auch ab.

    Wenn ich mir Aragorn im ersten HDR Teil so ansehe meistert er auch alle Hindernisse. Er weiß sofort was mit dem Ringträger zu tun ist, er trickst die Nazghul aus - bekämpft sie dann im Alleingang. Er kann Frodos Nazghulwunde versorgen, er ist zufällig der letzte Thronerbe, besiegt hunderte Feinde und kann am Ende als erster Mensch dem Ring widerstehen.
    Nichtsdestotrotz funktioniert der Charakter und ist mega sympatisch.

    Aber wo ich dir Recht geben muss.. Rey steht am Ende des 2ten Teils genau da wo sie am Anfang des 2ten Teils angefangen hat - und Kylo auch. Das is so mit das Hauptproblem für mich, da mich die beiden Charaktere mit am meisten intressiert haben.




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  7. Reddok
    Hi darthmop! Danke für deinen ausführlichen Kommentar.

    Ich hatte gehofft, dass jemand Gegenargumente bringt. Nicht weil ich streitlustig bin, sondern weil ich will, dass mich jemand vom Gegenteil überzeugt. Da ich das ganze aber nun mal geschrieben habe, werde ich es auch verteidigen.


    Verwundbar ist nicht gleich Schwäche, Bzw. schlechte Eigenschaften. Außerdem wirft FA einen Schatten über die restliche Triologie. Der Schaden ist bereits angereichtet. Ich hoffe, dass sie es wieder hinbiegen können, aber zurzeit seh ich einfach nicht wie (ohne richtig drastische Maßnahmen).

    Naiv... Joa. Kann als negative Eigenschaft gesehen werden, muss aber nicht. Arrogant ist mir nicht wirklich aufgefallen. Arrogant wäre für mich, dass sie meint, sie wäre schlauer und besser als Luke (oder jemand anderes).
    Ein weiterer Punkt ist, dass Snoke sie reingelegt/manipuliert hat, ergo ist es nicht wirklich ihre Schuld gewesen. Sie glaubte ja deswegen daran, weil Snoke für die beiden einen Discord-Kanal eingerichtet hat.

    Keinen kühlen Kopf zu bewahren, wenn ohne Vorwarnung der Feind vor einem steht, kann man auch als Überraschung sehen und ist auch nicht wirklich unbegründet. Die verbale Aggressivität (wow, ich fühle mich so gebildet) kommt direkt von Kylo's Mord an seinem Vater und ist somit auch nicht wirklich zu verübeln. Schließlich läuft Rey nicht rum und beschimpft wahllos Leute.


    Hier genau das gleiche. Wie würdest du reagieren, wenn jemand dir sagen würde, dass dich deine Eltern für einen flüchtigen Rausch verkauft haben? Und haben nicht alle Menschen Angst davor, allein und unbedeutend zu sein? H.P. Lovecrafts kosmischer Horror bedient sich ja z.B. dieser Tatsache (neben dem Unbekannten). Und Angst ist zwar bei Jedi ein schlechtes Gefühl, aber nicht bei Menschen, denn sie hält uns am Leben.
    Außerdem ist Angst vor etwas zu haben, keine negative Charaktereigenschaft - ängstlich zu sein wäre eine, was Rey aber nicht ist.


    Lange Rede kurzer Sinn: Meiner Meinung nach waren das alles eher kleine Ausrutscher als charakterliche Schwächen. Mary Sue ist kein richtig einheitlich definierter Begriff, der witzigerweise aus einer Parodie zu Star Trek Fan Fiction stammt (zumindest nach Wikipedia). Es ist eine Bezeichnung für eine Figur, die sich anfühlt als würde sie dem Autor als Wunscherfüllung dienen. Die Dinge die du aufgezählt hast überzeugen mich nicht vom Gegenteil.
  8. Reddok
    Den Film nicht mögen ist vielleicht etwas übertrieben. Ich finde bisher beide relativ belanglos/sinnlos.Der 3.könnte das ändern, dafür müsste er aber ein verdammtes Kunstwerk werden.

    Kathleen Kenedy hat Rey vor dem 7. Teil als starke Frau bezeichnet. In Interviews wurde auch mehrmals darauf eingegangen, z.B. auch bei EA Battlefront 2. Ansich ist daran nichts schlimm, nur wird halt die Aufmerksamkeit der Fans ständig darauf gelenkt, was die ganze Debatte erst so richtig ins Rollen bringt. Ich greife es also nur auf.

    Ich vergleiche nicht Rey und Ahsoka ansich, sondern wie ihre jeweiligen Charaktere eingeführt und entwickelt wurden. Das selbe tu ich auch mit Rey's Vorgängern. Ein starker Charakter ist keiner, dem alles in den Schoß fällt, sondern einer, der der Schwierigkeiten hat und diese überwindet. Daisy Ridely selbst hat übrigens (laut Hybrid Network glaub ich) wohl bei einem Facebook Livestream gesagt, das Rey keine Schwächen hat und sie nicht an Schwächen glaubt da man daran arbeiten und sich bessern kann. Das bezweifle ich aber, da ich noch nie einem perfekten Menschen begegnet bin. Auch einem Fan, der meinte, dass ihre Obsession ihrer Eltern gegenüber eine Schwäche sei, was Ridely aber ebenfalls anders sieht. Ich hab das nicht selber gesehen, also keine Ahnung ob das stimmt. Außerdem kann der Regisseur das ja auch anders sehen.

    Du missverstehst. Ich meine damit, dass sie am Ende des 3. Films vermutlich immer noch die gleiche wie am Anfang der Triologie sein wird, nämlich zweidimensional. Ich würde mich aber gern eines besseren belehren lassen.

    Du willst mich über Äpfel und Birnen belehren, aber kommst mit Picasso, wenns um Star Wars geht? :)

    Auch wenn Star Wars Fantasy ist, sollte man sich doch bemühen, nicht jedesmal alles über den Haufen zu werfen. Deswegen auch der Abstecher zu Dave Filoni. Er hat viele neue(und alte) Dinge in den neuen SW-Kanon eingeführt, ohne dass es sich mit dem übrigen Material beißt. Rian Johnson hat sämtliches Potenzial genommen und es aus den Fenster geschmissen, nur damit unsere Erwartungen nicht mit dem Endergebnis übereinstimmen. Das bricht Storytelling-Regeln und kann dazu führen, dass man sich als Zuschauer betrogen/frustriert fühlen kann. Eigentlich nicht unbedingt eine schlechte Idee, war aber im Prinzip ein Funke, der ein Pulverfass angezündet hat.

    EDIT: Nochmal zu Ahsoka vs Rey. Ahsoka ist nicht beliebter, weil sie kindlich ist (schließlich hat ja auch keiner gesagt "Toll, Ahsoka ist zurück, aber schade, dass sie kein Kind mehr ist.", als sie Ende Staffel 1 zurrück kam...), sondern weil sie dafür gekämpft hat. Während wir von Disney gesagt bekommen, das wir Rey mögen sollen.

    Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen mehr Klarheit verschaffen.
  9. Reddok
    Ich habe das Gefühl, du willst mich nicht verstehen. Erinnert mich ein wenig an das Wisecrack - Video über Neon Genesis Evangelion. Individualität ist Schmerz.

    Auf viele Dinge, die du jetzt angesprochen hast, bin ich schon im Haupttext eingegangen...

    Rey ist eben nicht neu. Sie hatte bisher zwei Filme, in denen sich nichts getan hat, außer das ihre Eltern Niemande sind, so wie sie.

    Luke und Anakins (und Yoda's: Obi-Wan vergleicht Anakins Scan mit Yoda, welcher außerdem uralt und Meister des Rates ist) Kräfte werden im Vergleich zu Rey erklärt. Rey ist die EINZIGE, die keinen (bzw. ziemlich Lahmen) Grund für ihre Kräfte hat. Egal womit sie konfrontiert wird, sie schafft es. Warum der Grund bescheuert ist, hab ich schon gesagt.

    Han Solo, Darth Maul und Boba Fett sind auch anders. Darth Maul ist ein Schüler von Palps, also hat er eine Ausbildung genossen. Boba Fetts Rüstung ist voller Kratzer und Kampfspuren, und wenn man mal darüber nachdenkt hat er nie wirklich was gemacht. Han Solo ist ein guter Pilot und Schütze, aber hat auch nicht auf alles eine Antwort.

    Wow echt guter Konter. Bin regelrecht beeindruckt. ALso als ich das letzte mal nachgesehen habe, war Picasso kein Comic-Zeichner, der eine zusammenhängende Geschichte in einem etablierten Universum erzählen wollte. Um dir mal einen Gefallen zu tun: Ich würde einem Maler nicht vorschreiben, was er zu malen hat und was nicht. Die Regeln einer etablierten Geschichte zu ändern, hat damit gar nichts zu tun.


    KEIN Charakter soll/kann wirklich von allen gemocht werden. Aber bestimmte Aussagen, wie von J.J. Abrams, die Fans großflächig als Sexisten bezeichnen, zeichnen ein anderes Bild.

    Ich rate dir mal die Folge Film Theory zu Star Wars 8 (Its my fault) anzusehen, falls du nicht schon hast. Nebenbei haben auch nicht alle die Theorie gesehen, und fanden den Film trotzdem nicht besonders. Meine Meinung dazu: Unfug. Einfach eine weitere Ausrede neben Sexismus und Downvote-Bots.

    Die Einleitung, sollte meinen Text nur in Perspektive rücken, keine Diskussion zu Diversität einleiten. Ich mag Diversität, und mir ist Wurst ob jemand männlich oder weiblich ist. Disney ist in vermeidbare Fettnäpfchen getreten, weigert sich das anzuerkennen, flüchtet sich in dämliche Ausreden und ich wollte meinen Frust damit ausdrücken.
  10. Reddok
    Na ja plausibel ist vielleicht etwas hochgegriffen.
    Das ganze ist ja eh ziemlich übernatürlich mit dem unbefleckten Empfängnis, und so. Obi-Wan analysiert sein Blut und findet einen extrem hohen Midichlorianer Wert. Ja ja ich seh schon wie hier einige die Augen verdrehen, aber: Auch wenn es keine gute Erklärung ist, fügt sich das ganze ganz gut in Star Wars ein, da es nicht mit anderen Dingen im Konflikt steht. Es handelt sich bei diesen Lebewesen im Prinzip um Bakterien, die besonders gern in Machtbegabten Organismen zuhause sind. Da wird zwar das mythische etwas rausgenommen, aber ädert nichts daran, das die Macht alles umgibt, in allen Lebewesen zu finden ist und das Universum zusammenhält.

    Es gibt jedoch kleine aber feine Unterschiede zu Rey: Anders als Rey kann Anakin in Ep1 kein Raumschiff steuern; er schaltet den Autopilot an. Und am Rennen kann er nur teilnehemen, weil er etwas schärfere Instinkte und Reflexe hat. Das heißt aber nicht, das er mit allem (oder jedem) automatisch klar kommt. Er ist nicht derjenige, der gegen Darth Maul kämpft. Rey auf der anderen Seite überwindet jedes Hindernis, welches sich ihr in den Weg stellt.

    Dinge die ich ihr durch ihre Zeit auf Jakku zutrauen würde (Aufgrund des ersten Abschnitts des Films):
    - Überleben in der Wüste & Kampf
    - Diplomatie & Handel
    - technisches Verständnis

    Dinge die ich ihr (und Anakin in EP1) nicht zutrauen würde:
    - fliegen wie ein Meisterpilot
    - einen erfahrenen Machtbenutzer widerstehen
    - selbigen in einem Duell schlagen

    Ein Fehler, den ich begangen habe ist, nicht zu begründen, warum der Grund für Rey's Macht blöd ist:

    Es werden ständig machtbegabte Kinder geboren (Was auch in EP8 gezeigt wird). In jeder Ära. Diese werden nicht automatisch auf eine Seite gezogen, sondern rekrutiert. In der Prequel Ära sind diese fast ausschließlich auf die Seite der zehntausenden Jedi gewechselt, auf der anderen Seite stehen eine handvoll Sith, die im offenen Konflikt nicht den Hauch einer Chance hätten. Mit dieser Logik müsste Anakin sich von Anfang an auf die Dunkle seite stellen, ohne einen Grund.
    Das heißt also, Snoke müsste gelogen haben. Denn was würde es bringen, sie zu exekutieren, wenn direkt der nächste OP-Hampelman antreten würde? Was, wenn er wusste/wollte, dass er von Kylo niedergestrekt wird? Und wenn er gelogen hat, ist das ein weiterer Pluspunkt auf Rey's Mary Sue Liste.
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