Test zu Swag & Sorcery: Nur blöd trägt kein Spiel

Von Tsabotavoc · 9. Juni 2019 ·
Die Wissenschaft rätselt heute noch was die Entwickler des Spiels an Drogen konsumiert haben als sie dieses Spiel erschufen. Worin sich die Wissenschaft einiges ist: Richtig gut funktionieren tut das Produkt nicht. Was hinter dem irren Genremix steckt? Hier habt ihr es als Letztes gelesen!
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  1. In einem total beknackten Reich in dem alle viel zu viel Wert auf ihr Aussehen legen...
    Wer denkt die EU steckt in der Krise hat noch nie dieses kleine, namenlose Fantasykönigreich erlebt: Das Land ist pleite, der Feind marodiert an den Grenzen rum und Monster streifen durchs Land.

    Der König entscheidet, dass all dies durch die magischen Unterhosen seines Urgroßvaters gelöst werden kann und beauftragt uns, den Stadthalter eines belanglosen Dorfes, eben selbige zu beschaffen. Verglichen mit den Entscheidungen in der CDU wirkt das sogar total vernünftig. Der König ist also von Anfang an voll mein Mann gewesen...

    Irgendwie kommt in der ganzen Story dann noch eine sprechende Katze und ein böser Berater der König anstelle des Königs werden will vor und all das ist wirklich beknackt und wirklich absolut belanglos.

    Man könnte sagen: Ich mochte die Story und das Setting von Sekunde 1 weg. Ernsthafte Story sollte hier wirklich keiner erwarten denn das Spiel ist, mit Verlaub, strunzdumm.

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    Sieg und Niederlage liegen hier knapp beieinander. Wer aber auf jeden Fall immer verliert ist die Langzeitmotivation


    Lasst uns Wildschweine jagen!

    Um das magische Spandex zu besorgen schicken wir unsere Helden durch eine Art Sidescrollerdungeon. Von links und rechts rennen die also durch die Landschaft wo sie Erze hacken, Holz hacken, Pflanzen hacken und Monster hacken. Wir können die Jungs und Mädels auf ihrer Reise mit Magie unterstützen aber erstens gibt es nicht viele Zauber und zweitens sind die so teuer und so schwach das wir uns das recht bald stecken.

    Stattdessen warten wir das die Leutchen dann irgendwann den Wald, das Schlachtfeld, den Whateverest gesäubert haben. Dabei können wir ihnen entweder zuschauen, was wir anfangs auch tun, oder statt dessen in der Stadt das Crafting betreiben. Auf den ersten Blick könnte man denken, da man in der Stadt verschiedene Gebäude bauen und ausbauen kann, dass man hier auch einen veritablen Städtebau im Spiel hat. Nichts könnte von der Wahrheit weiter entfernt sein. Nachdem wir die Gebäude in die Landschaft gepflanzt haben die wir durch Quests bekommen ist Schicht im Schacht. Um die Zeit zwischen Missionen rumzubringen können wir die Helden in ein Spa oder in den Tempel schicken um sie zu heilen. Warten tuts aber eigentlich genauso.

    Das Crafting selbst ist erstaunlich mühselig gestaltet für spätere Rezepte. Während man Anfangs noch aus Eisenerz Barren macht und daraus Stiefel fertigt lässt einen das Spiel später nicht so leicht davon kommen. So sieht ein typischer Herstellungsprozess später so aus: Aus Erz fertigt man Barren (1). Aus Holz einige Latten (2). Beide verarbeitet man nun zu magischen Barren und magischen Latten (3+4) und nun gibt man noch ein magisches Reagenz hinzu das ebenfalls hergestellt werden muss (5) um dann den fertigen Gegenstand herzustellen (6)

    Es geht dabei nicht darum die Rohstoffe zu sammeln. Das ist mühsam genug passiert aber nach und nach so oder so automatisch. Sondern der Craftingprozess an sich ist mühsam hoch drei. Wenn man bedenkt, dass man auf die Art nicht nur einen Charakter ausstatten muss sondern eben 3,4,5 und mehr dann kommt schnell die Unlust hoch.

    Das Spiel macht diesbezüglich alles verkehrt was man nur verkehrt machen kann: Während man in die Kämpfe, die in einem RPG der interessante Teil sind, praktisch gar nicht eingreifen kann und zum Zuschauer verdammt ist, ist das Crafting so unautomatisiert das man jeden Bolzen extra anfertigen muss.

    Das Ausrüsten und Optimieren der Charaktere macht dabei durchaus Spaß auch wenn unsere Truppe nach und nach aussieht wie die allergrößten Volltrottel.


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    Ja: Selfheal und Lifedrain ist in dem Spiel viel zu stark. Wenn man das mal gemerkt hat ist der Rest nur noch Zahlenspielerei.

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    Was so dumm ist wie ein Kürbis sollte auch so aussehen. Unser Tank sieht zwar aus wie ein Vollhonk aber sein Itemlevel kompensiert das!

    Dem aufmerksamen Linkanklicker wird vielleicht aufgefallen sein dass da bis zu drei Linien untereinander sind. Die Entwickler saßen wohl zusammen und dachten sich: "Heeeee was is besser als eine Line?" "Drei Lines!" und daher kann man theoretisch bis zu drei Gruppen gleichzeitig in den Wahnsinn schicken. Da man aber nicht zwei Gruppen in den gleichen Dungeon schicken kann ist der Wert des Features eingeschränkt den meist will man ja gezielt etwas farmen und da hilft es wenig wenn man Zeug kriegt das man nicht braucht.



    Ok sie sehen aus wie Obertrottel aber warum eigentlich?
    Warum sehen die aus wie Obertrottel? Wegen des Swags natürlich! Denn: Zusätzlich zu dem ganzen Dungeon abklappern und Spandex suchen gibt es regelmäßige Modeschauen. Die beginnen in irgendwelchen Scheunen und enden im Königspalast und theoretisch steckt da sogar ein ganz cleveres System dahinter.

    Die Schiedsrichter haben alle ihre persönlichen Vorlieben und Abneigungen die man durch Geschenke herausfinden kann. Der eine mag kein rot. Der andere mag militärische Klamotten... In der Praxis reicht es aber schon das zu tun was gefühlt die meisten auf Modeschauen tun: Ich schicke die Models nackt oder halbnackt auf den Laufsteg und irgendwann wird schon der Zufall auf meiner Seite sein. Das reicht schon.

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    Ob ihrs glaubt oder nicht: Unser halbnacktes Mädel gewinnt! Kann ich gar nicht nachvollziehen bei all dieser... stilvollen Kleidung der Mitbewerber.

    Vor allem da sich die Modeschauen nie so richtig in das Spiel einfügen wollen. Sie sind ca. so gut eingebunden wie ein Kampfstiefel in einer Nudelsuppe: Sieht vielleicht lustig aus und man beschäftigt sich damit. Aber niemand würde auf die Idee kommen dass dadurch das Gesamtgericht profitieren würde.


    Kann man damit Spaß haben?
    Die Gretchenfrage oder? Der Humor des Spiels hat bei mir zu keinem Zeitpunkt vollkommen gezündet da aus der tollen Prämisse nur langweilige Zwischensequenzen gesponnen wurden. Die Bosskämpfe sind in keiner Weise fordernd. Wie sollten sie auch wenn man nur zuschauen kann? Insgesamt ist das Spiel mehr ein interaktiver Bildschirmschoner als wirklich Spiel und dafür ist sind selbst die 10 Steine die es aktuell kostet zu viel.

    Das Spiel ist purer Grind und es belohnt zu wenig um diesen Grind zu rechtfertigen. Nach dem ersten Boss hat man im Prinzip alles gesehen.

    Das abrupte Ende hat mich dann restlos vor den Kopf gestoßen aber ich war ehrlicherweise auch ganz froh das es nun endlich vorbei ist.

    Eine Kaufempfehlung kann ich beim besten Willen nicht geben.

    4 von 10 Spielspaßpunkten

    Über den Autor

    Tsabotavoc
    Mein erster Computer war ein C64, mein erstes Spiel Wizards of Wor. Ich war dabei als Ragnaros noch echt bedrohlich war und man in Echtzeitstrategiespielen maximal 6 Einheiten gleichzeitig kontrollieren konnte. Ja ich bin langsam echt alt!

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