The Legend of Zelda: Ocarina of Time im Test

Von Bakefish · 27. Dezember 2016 · Aktualisiert am 28. Dezember 2016 ·
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  1. Diesmal und nach langer Pause möchte ich ein Spiel rezensieren, welches nicht einmal auf dem PC erschienen, in meinen Augen aber eines der besten Videospiele aller Zeiten ist, entstanden zu Zeiten, als ich noch viel zu klein war, um mich wirklich mit Videospielen auseinanderzusetzen. Die Rede ist von einem Klassiker aus dem Hause Nintendo, bzw. einem Ableger einer Klassikerserie. Ein Klassiker von Klassikern. Wovon rede ich? Zumindest von den etwas älteren Gamern in dieser Community dürften schon einige vom Spiel „The Legend of Zelda: Ocarina of Time“ gehört haben. Ein Videospiel, erschienen für den Nintendo 64, das in seinem Konzept, Spielsystem und seiner Technik einfach so genial war und immer noch ist, dass es von manchen gar als "bestes Videospiel aller Zeiten" bezeichnet wird. Ob da etwas dran ist, werde ich in folgendem Blog erklären.


    Von schwarz und weiß



    Vor langer, langer Zeit erschufen die drei Göttinnen Din, Farore und Nayru diese Welt, namentlich Hyrule. Als sie dieses Werk vollendeten und sich zurückzogen, hinterließen sie ein Artefakt namens „Tri-Force“, den Schlüssel zum heiligen Reich. Wer auch immer dieses Ding in seine Hände bekommen sollte, dem sollte ein Wunsch gewährt werden. Damit ist auch logisch, dass eine Kreatur reinen Herzens Hyrule in goldene Zeiten voller Reichtum und Frieden führen könnte, wohingegen ein durch und durch böses Wesen für Tod und Verderben sorgen sollte. Momentan befindet sich Hyrule in so einer goldenen Zeit, doch das Böse in Form des Mannes Ganondorf vom Volke der Gerudo hat bereits begonnen, seine gierigen Finger nach diesem Tri-Force auszustrecken. Und das muss ja wohl ganz klar verhindert werden!

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    1. Nein, hier waren keine Drogen im Spiel. So entstand Hyrule! Wenn das mal nicht episch ist.



    An dieser Stelle beginnt die Handlung. Wir selbst übernehmen die Kontrolle über den mittlerweile so charakteristischen Helden mit seiner grünen Zipfelmütze und den entsprechenden Klamotten. Ja, der hat halt Modebewusstsein, ist vom Volke der Kokiri und er heißt nicht Zelda, wie so viele denken, sondern Link. Wobei, den Namen kann man am Anfang des Spiels auch selbst einstellen, also… ähm, okay, mein Argument ist invalide. Egal, ich gehe mal davon aus, dass er einfach Link heißt. Jedenfalls erhält Link zu Beginn des Spiels die charakteristische Fee namens Navi und erfährt gleich, dass er praktisch mal die Welt im Alleingang zu retten hat. Doch dabei stehen ihm der Dekubaum, welcher über die Kokiri wacht, viele Bekannte und nicht zuletzt Hyrules Prinzessin Zelda tatkräftig zur Seite. Mit einer Okarina, ein Instrument mit starken magischen Kräften, macht er sich auf, um Hyrule vor Ganondorf zu retten. Doch der ist klüger und schneller als anfangs gedacht, sodass Link schon bald gezwungen ist, sogar zwischen den Zeiten hin- und herzureisen…

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    2. Meine Güte, ist der böse.



    Ich will den Fakt, der die meisten verschrecken dürfte, gleich anfangs nennen und so mal Spreu vom Weizen trennen (ha, das hat sich gereimt!): Einen allzu großen Tiefgang oder großartige Entscheidungsfreiheit, wie es in solch epischen RPGs wie der Witcher-Reihe der Fall ist, darf man hier nicht erwarten. Genau genommen erzählt „Ocarina of Time“ eine relativ klassische, wenn nicht gar klischeehafte Geschichte. Die Figuren sind ganz klar in Gut und Böse unterteilt, Ganondorf macht selbst keinen Hehl daraus, wie unfassbar grausam und dunkel er ist. Das mag nach heutigen Maßstäben nicht sonderlich innovativ wirken, macht aber trotzdem Spaß. Denn obwohl es nur einen strikten Handlungsfaden gibt, ist die Geschichte mit sehr viel Liebe zum Detail und so manchen überraschenden Wendungen erzählt, nicht zuletzt dadurch, dass die Zeit eine elementare Rolle spielt (im Laufe der Jahre hat sich Hyrule natürlich auch verändert). Die Charaktere könnten geradezu aus einem Märchen entstammen, die Welten, die Link während seines Abenteuers aufsucht, genauso. Die Geschichten, die hinter allen stehen, tragen noch mehr dazu bei. Hyrule ist eine lebendige Welt, bei der man sich auch wirklich Gedanken gemacht hat. Vielleicht nicht so sehr wie Mittelerde oder gar Westeros, doch diese teils filmhafte Erzählung (man hat halt alles aus dem 3D rausgeholt, was ging) konnte mich unglaublich begeistern und auch überraschen.
    Kurzum: Heutzutage ist die Geschichte von „Ocarina of Time“ (ich nenns ab jetzt einfach nur noch OoT) nichts absolut Ungewöhnliches mehr, aber dennoch spannend und detailliert erzählt.

    Mit Kopf…



    OoT ist so dermaßen umfangreich, dass es mir etwas schwerfällt, einen genauen Anfang für das Spielsystem zu finden. Ich beginne am besten mit den Labyrinthen. Während seiner gesamten Reise muss Link immer und immer wieder Tempel, Höhlen oder andere geheimnisvolle Orte betreten und dort diverse Rätsel und Fallen meistern. Nicht zu vergessen, dass dort noch viele gefährliche Gegner lauern. Zu den Kämpfen komme ich später.

    Jedes Labyrinth besteht aus vielen verschiedenen Räumen und auch Ebenen. Damit man sich orientieren kann, ist der mittlerweile vielen bekannte Trick der Karte und des Kompasses angewandt worden. Mithilfe der Karte kann Link alle Räume des Labyrinthes einsehen. Hilfreich ist, dass bereits besuchte Räume extra markiert werden. Mit dem Kompass werden Schatztruhen, die Position des Endgegners und der Raum, in dem sich Link gerade befindet, hervorgehoben. Der Kniff ist hierbei, dass diese beiden Dinge irgendwo im Labyrinth versteckt sind und man sie erst finden muss. Die Devise, dass man die Augen offenhält und sich ständig umsieht, ist somit schon von Anfang an sehr hilfreich.

    Hat man beides gefunden, kanns weitergehen. Jetzt kommen haufenweise Rätsel. Mal wollen Schalter in richtiger Reihenfolge betätigt werden, mal eine Strecke in kurzer Zeit erreicht werden, oft sind auch Geschicklichkeitspassagen dabei und immer wieder muss auf die Okarina zurückgegriffen werden, denn die Melodien haben verschiedene Wirkungen. Sehr oft spielen dabei auch die so genannten Items eine Rolle. Die erkläre ich später noch genauer, aber eines sei hier gesagt: Sehr oft spielen diese eine elementare Rolle im Bezwingen eines Labyrinthes. Bomben? Damit kann man super Wände wegsprengen! Ein Hammer? Verrostete Schalter kriegt man damit ganz schnell eingedrückt. In fast jedem Labyrinth befindet sich irgendwo eine Kiste mit so einem Item. Da kommt immer gleich Freude auf, wenn Link wieder mal so eine riesige Kiste gefunden hat und dann gefühlt Ewigkeiten braucht, um sie aufzukriegen… und dann noch diese Musik dazu…

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    2. Ein Puzzle in kurzer Zeit zusammensetzen. Da ist Schnelligkeit gefragt.



    Entscheidend ist dabei auch, in welchem Labyrinth Link gerade steckt. Im Feuertempel warten riesige Lavaseen, der Schattentempel droht mit vielen falschen Wänden oder Böden, die in Wirklichkeit gähnende Abgründe sind, im Wassertempel können ganze Stockwerke trockengelegt oder unter Wasser gesetzt werden. Damit hat jedes Labyrinth seine eigenen Besonderheiten, aber auch Gefahren. Aufpassen muss man also von Anfang an. Nicht zu vergessen, dass die Labyrinthe mit der Zeit auch immer größer und komplexer werden. Schon bald braucht man noch Schlüssel, um durch Türen zu kommen, muss in Ebenen denken, sich oft Passagen merken, die später noch hilfreich sein könnten, sich praktisch Stück für Stück zum Ausgang arbeiten. Frustrierend schwer wird das Ganze dabei nur sehr selten (Stichwort Wassertempel, wenn einige sich daran noch erinnern…), an den meisten Stellen muss man dennoch das Hirn einschalten und nachdenken. Und das ist super gestaltet. Die Rätsel machen Spaß, die Steuerung geht dabei gut von der Hand, die Knobelei motiviert durchgängig und macht fast schon süchtig. Und hat man dann ein Labyrinth gemeistert, fühlt sich das einfach toll an.

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    4. Ihr kennt den Wassertempel nicht? Ihr könnt euch glücklich schätzen.



    Manchmal gibt es aber bei der Ansicht Probleme. Oft dreht sich die Kamera, welche Link meistens zentriert, plötzlich in irgendwelche anderen Richtungen und soll damit die Übersicht verbessern. Das passt meistens auch ganz gut. Aber leider nicht immer. Gerade in engen Räumen ist die Übersichtlichkeit oft für die Katz, denn durch das ständig nötige Neuausrichten der Kamera verkommen manche Passagen zum Tastengefriemel feinster Güte. Zum Glück sind diese Passagen insgesamt eher selten.

    Kurzum: Toll designte Labyrinthe, viele verschiedene Knobeleien und stetig steigender Schwierigkeitsgrad lassen wahre Freude am Rätseln aufkommen und das trotz manchmal gewöhnungsbedürftiger Kameraperspektive.

    …und Klinge



    Die Rätsel sind aber nicht alles, woraus Labyrinthe bestehen. Oft genug muss Link das Schwert schwingen, denn hinter jeder Ecke lauern Gegner.

    Das Kampfsystem ist von Nintendo mit einem simplen, aber effektiven Trick angegangen worden. Um die relativ geringe Präzision eines Controllers in den hektischen Kampfsituationen auszugleichen, gibt es das System des sogenannten „Z-Triggers“. Ist ein Gegner nahe genug an Link, kann er mithilfe von Navi und der Z-Taste auf diesen anvisieren, ähnlich einem Fadenkreuz. Dieses klebt dann am Gegner fest und die Kamera folgt dem Gegner durchgängig. Link kann damit seine Attacken und Bewegungen wesentlich besser koordinieren.

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    5. Allheilmittel Z-Trigger. Hier erledigen wir einen Stalfos-Ritter mit seiner Hilfe.



    Und was Link so alles draufhat! Sprünge nach vorn und zur Seite, Rollen in der Luft nach hinten, dann noch Sprung- und Stichattacken, später noch einen mächtigen Wirbelangriff. Die Attacken gehen mit den entsprechenden Tastenkombinationen und in Kombination mit dem Z-Trigger wunderbar von der Hand, allerdings muss man beachten, dass es nicht DIE perfekte Attacke gibt. Auf diese Weise gerät eine kleine Prise Taktik in den Kampf.

    Die Attacken sind auch angebracht. Jedes Monster hat seine Eigenheiten, seine eigene Strategie und seine eigenen Schwachstellen. Laubkerle spucken Nüsse, die man aber mit dem Schild zurück zum Absender schicken kann. Dodongos spucken Feuer, Holz sollte man an dieser Stelle also fernhalten. Und natürlich noch mehr Gegnertypen. Es gibt etliche Monsterarten, die Link bezwingen muss, einige sind auch nur in bestimmten Labyrinthen zu finden. Und damit sind sie auch oft gegen das Item empfindlich, das man hier finden kann. Mit Bomben, Bogen, Haken und diversen weiteren Gegenständen gehts den Viechern aufs Fressbrett. Stark gepanzerte Monster? Dafür sind Bomben wie gehabt! Geister, die sich unsichtbar machen, wenn man in ihrer Nähe ist? Pfeile tun denen bestimmt gut. Weiß man selbst dann nicht weiter, kann Navi Ratschläge geben. Für jeden Gegner gibt es eine „Herangehensweise“.

    Und dann gibt es natürlich noch die Endgegner. Simples Draufhauen mit dem Schwert hilft hier nicht weiter. Für jeden Boss muss man sich eine bestimmte Taktik einfallen lassen und die ist nicht immer die einfachste, oft braucht man dabei ein bestimmtes Item. Diese Kämpfe sind jedenfalls spektakulär inszeniert, denn die Bosse haben oft mächtige und gefährliche Attacken und wenn man endlich so ein Drecksvieh beseitigt hat, freut man sich, denn dann hat man endlich ein Labyrinth geschafft und es kann zum nächsten weitergehen.

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    6. Keine Sorge, der ist nicht so schwer, wie man denkt.



    Natürlich muss Link dabei auch auf seine Gesundheit achten. Diese ist, typisch für die Zeldareihe, in Herzen aufgeteilt. Attacken ziehen nun Teile eines Herzens oder mehr ab. Also ein Viertelherz, ein halbes Herz, später dann auch mal gerne ein Herz oder sogar noch mehr. Mit Tränken, Feen und an magischen Quellen kann diese Gesundheit wiederhergestellt werden, automatische Regeneration ist hier aber Fehlanzeige. Nach jedem Endboss gibt es einen Herzcontainer (ein Herz mehr) und überall in Hyrule gibt es Herzteile. Hat man von denen vier gesammelt, gibt es auch nochmal ein Extraherz.

    Das Verhältnis von Rätselpassagen zu Kampfsituationen ist perfekt abgestimmt, beides ist zur Genüge vorhanden, wird aber nicht vom jeweils anderen verdrängt. Zwei Sachen gibt es dabei aber, die ich zu bemängeln habe: Ohne den Z-Trigger wirds ganz schnell chaotisch, und selbst mit diesem kann es in engen Passagen unübersichtlich werden. Führen Gegner schnelle Bewegungen um Link aus und die Kamera dreht sich extrem schnell mit, kann das gerade bei engen Räumen schon fast zu Schwindelgefühlen führen und gerne clipt die Kamera dabei mal durch die Wand. Und ohne den Z-Trigger ist das Kämpfen nur noch ein Draufhauen in irgendeine Richtung, ohne wirklichen Verstand. An dieser Stelle habe ich die Präzision einer Tastatur schmerzlich vermisst.

    Und dann sei noch erwähnt, dass schwächere Gegner respawnen, wenn man den Raum verlässt. Habe ich also einen Raum passiert und den Gegner dort erledigt, hole aus dem Raum nebenan irgendwas und renne wieder zurück, ist der Gegner wieder da. Nervig, und zwar sehr!

    Das ist beides unschön und fließt auch in die Bewertung ein. Dennoch gibt diese Action ordentlich was her und viele Kämpfe bleiben in Erinnerung.

    Hyrule kann doch noch warten!



    Natürlich (und zum Glück!) besteht OoT nicht nur aus dem simplen Abklappern eines Tempels nach dem anderen. Es gibt nebenbei noch einen Haufen anderer Beschäftigungen für Link.

    Da Hyrule eine ziemlich große Welt ist und fast jeder der Bewohner irgendwas anbieten kann, vertreibt man sich blitzschnell die Zeit mit irgendwelchen Dingen, die mit dem Weltenretten wenig zu tun haben. Da steht eine Schießbude? Versuchen kann mans ja mal! Ein Wettrennen auf Pferden? Wieso nicht? Eine Grabrunde mit einem Totengräber? Nur her damit! Im gameplaytechnischen Kontext kann man diese kleinen Beschäftigungen meist als Minispielchen verstehen. Nachdem man sich (optional) die Steuerung erklären lassen kann, geht es auch schon los.

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    7. Krabbelminenbowling? Ja, warum auch nicht? Aber wehe, ihr zielt auf das Huhn!



    Natürlich wären diese Spielchen trotzdem weniger spannend, gäbe es da nicht diese tollen Belohnungen. Eine Silberschuppe, dank welcher längeres Tauchen ermöglicht wird, eine leere Flasche, welche mit diversen Gegenständen befüllt werden kann, vielleicht auch „nur“ haufenweise Geld, irgendwas Geniales ist immer mit dabei und wenn der „Questmaster“ schon am Anfang etwas ganz Tolles verspricht, läuft einem das Wasser im Munde zusammen.

    Und selbst wenn es sich mal um ganz normale Charaktere handelt, jeder kann irgendwas von sich erzählen, ein wenig über seine Umgebung plaudern, vielleicht sogar etwas Nützliches verraten. Selbst der nebensächlichste Charakter baut damit eine Persönlichkeit auf. Es ist egal, ob sie nun schrullig, wütend, gut gelaunt oder traurig sind, durch diese Herangehensweise wirkt ganz Hyrule unglaublich lebendig, es gibt unglaublich viel zu entdecken. Viel zu schnell ertappt man sich dabei, dass man doch eigentlich in das nächste Labyrinth abzischen wollte und stattdessen sucht man mal wieder nach goldenen Skulltulas oder steht mit der Angelrute da und versucht, mit einer fast schon krankhaften Verbissenheit dieses fette Drecksvieh aus dem Wasser zu- ich glaube, ihr wisst, was ich meine.

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    8. Für den hier können wir Geister jagen. Lohnt sich.



    Um es kurz zu fassen: Mit diversen Nebenbeschäftigungen und vielen Geschichten wird Hyrule viel spannender, abwechslungsreicher und lebendiger gestaltet, als man es von einem derart alten Spiel erwarten darf. Nicht zu vergessen, dass damit auch der Wiederspielwert ordentlich nach oben getrieben wird, denn alles zu finden, das ist nun wirklich, wirklich schwer. Solange man kein Internet als Hilfe nutzt.

    Allerdings gibt es dabei eine Sache, die den Spielspaß trüben kann, wenn auch nur geringfügig. Das Speichersystem ist etwas bescheiden. Freies Speichern ist jederzeit möglich, doch wird das Spiel verlassen und der entsprechende Spielstand neu aufgerufen, landet Link entweder im Kokiriwald, in der Zitadelle der Zeit oder, wenn vorher ein Dungeon betreten wurde, an dessen Anfang. Man hat sich also zwei Stunden durchs Labyrinth gekämpft und hat keine Zeit mehr und macht also die Konsole aus? Oder man hat mal ein anderes Gebiet betreten? Pech gehabt. Man startet am Anfang bzw. weit, weit weg und darf den ganzen Weg nochmal durchlaufen. Das ist unglaublich zermürbend und nervtötend. Auch finde ich es etwas schade, dass es nur einen Schwierigkeitsgrad gibt. Beides werde ich auch in der Bewertung berücksichtigen.

    Nie wieder verschwinden…



    Eine Sache, die OoT zweifelsohne beherrscht, ist seine Atmosphäre. Durch die hervorragend in Szene gesetzte und erzählte Geschichte und die Lebendigkeit ist es eine helle Freude, sich einsaugen zu lassen und Hyrules Luft zu atmen, über Hyrules Erde zu laufen, durch Hyrules Wässer zu schwimmen.

    Jede Stelle dieses Spiels bietet etwas Atemberaubendes, etwas Unerwartetes oder irgendwas anderes, was einem den Mund offenstehen lässt. Wenn man das Schloss von Hyrule zum ersten Mal sieht, sich durch die Stromschnellen zu Zoras Reich kämpft, die glühenden Lavaseen im Todeskrater erblickt, das haut einen die meiste Zeit um.

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    9. Willkommen am Wüstenkoloss! Für Zahnschäden wegen des hohen Sandgehaltes wird nicht gehaftet.



    Und natürlich bezieht sich meine Kernaussage nicht nur auf den Anblick von irgendwelchen schönen Landschaften. Wenn Link mit diversen Leuten plaudert, sich gegen Horden von Gegnern zur Wehr setzt, mit einer unerwarteten Wendung der Geschichte konfrontiert wird, fiebert man mit, man lacht, man ist traurig, niedergeschlagen, wütend. Man versetzt sich direkt in die Figur, fühlt sich in ihrer Haut.

    Einen maßgeblichen Teil trägt nicht nur der teils filmhafte Aufbau einiger Spielsequenzen bei oder das allgemein epische Design der Spielwelt (zur Grafik komme ich später noch). Was ich ganz besonders meine, ist die Musik. Es dürfte kein Geheimnis sein, dass die Grundmelodie der Zeldareihe (Zeldas Lied) eine der bekanntesten Computerspielmelodien überhaupt ist, und dann gibt es noch zahlreiche weitere Stücke. Viele Orte sind mit eigenen Melodien unterlegt worden und diese passen immer zur jeweiligen Stimmung. Beißend kalte Eishöhlen behauchen mit scharfen, klirrenden Tönen, das Dorf Kakariko wirkt mit gemütlicher und träger Hintergrundmusik ziemlich verschlafen, wohingegen der Kokiriwald bei all den kreuzfidelen Harmonien vor Lebendigkeit zu platzen droht. Und natürlich ist dann da noch die namensgebende Okarina, deren Melodien uns im Laufe der Zeit immer mehr Möglichkeiten wie Zeitenwechsel oder Teleportation verschaffen. Kaum ein anderer Soundtrack ist mir so in den Ohren geblieben wie der von OoT. Und genau so soll es auch sein!

    Die Musik passt, die Inszenierung passt. Kann man das auch besser beschreiben? Oh ja: Man stelle sich einen epischen Fantasyfilm vor. Und man kann mit diesem Film interagieren! Noch Fragen?

    Eckige Helden und gezackte Läufe



    Zuletzt noch ein paar Dinge zur Technik. Ich beginne mal mit der Steuerung.

    Ich beziehe mich an der Stelle auf die N64-Version. Mit dem Analogstick läuft Link in verschiedene Richtungen, die Pfeiltasten sind zum Ausrüsten einiger Gegenstände gedacht, mit der Z-Taste wird der bereits erwähnte Z-Trigger aktiviert, die R-Taste ist zum Ducken da und mit der A-Taste mache ich so ziemlich den ganzen Rest. Rollen, Interagieren, Springen und noch weitere Dinge. Das Gröbste hat man damit auch erklärt, Schwertattacken bilden sich aus Tastenkombinationen.

    Insgesamt kann das Kontrollieren von Link überzeugen, mich als PC-Spieler aber nicht aus den Socken hauen. Im Spiel wird die Steuerung an vielen Stellen erklärt und man konnte mich gut einführen, doch ein für die Konsole typisches Problem trat auch hier auf: Die relativ geringe Präzision beim Drehen. Klar kann man nur mal so gegen den Stick ticken und damit eine ganz kleine Drehung hervorrufen, doch gerade dann, wenn es ganz genau sein muss oder ich mal ohne Hilfe des Z-Triggers auf eine Distanzwaffe zurückgreifen muss, ist die fehlende Präzision nervig, in Situationen, in welchen es auf die Zeit ankommt, fast schon eine Qual. Nicht zu vergessen, dass das „Überbelegen“ einer Taste (die A-Taste) in manchen Situationen ebenfalls ärgern kann. Link soll mit der Person reden und rollt sich stattdessen weg. Ein Wunder, dass die mich nicht anschließend fragt, ob ich nen Schaden hätte.

    In den meisten Situationen funktioniert das System aber. Der Rest ist umso besser gelöst worden. Die gesamte „Verwaltung“ ist in ein eigenes Menü ausgelagert worden, welches in mehrere Bereiche geteilt wurde. Hier kann Link seine Ausrüstungsgegenstände ins Kurzwahlmenü holen oder wechseln, seine Karte überwachen, vergessene Melodien nochmal nachschauen und noch mehr. Das Spiel ist so freundlich und pausiert, wenn dieses Menü durchgegangen wird, somit hat man auch mal eine kurze Verschnaufpause.

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    10. So ein Feuerball! Schick sieht das auf alle Fälle aus.



    Zuletzt noch ein Wort zur Grafik. Natürlich ist OoT hinsichtlich der Technik stark veraltet, doch für die Jahre schlägt es sich immer noch sehr gut. Hyrule hat viele verschiedene Ansichten zu bieten, von Wäldern über Gebirge bis zu Wüsten ist alles dabei. Und wir das aussieht! Da das Spiel einen dynamischen Tag- und Nachtwechsel bietet, wirken manche Szenen im rosaroten Morgengrauen oder im feurigen Abendrot einfach fantastisch. Effekte wie Regen, Feuer oder Nebel machen auch noch eine durchaus gute Figur, das Wasser sieht auch gar nicht mal so schlecht aus. Auch die Figuren wirken nicht wie aus dem Klonlabor, wenn sie auch etwas… kantig wirken. Insgesamt macht das Spiel aber für die 18 Jahre noch eine sehr gute Figur.

    Somit ist die Grafik fast vollständig gelungen, die Steuerung leider nur hauptsächlich. Das ist kein Beinbruch, wird aber trotzdem negativ in die Bewertung einfließen.

    Fazit



    Ich muss ehrlich sagen, ich war schon verdammt traurig, als der Abspann über den Bildschirm flackerte. So viele Stunden habe ich in das Spiel gesteckt und trotzdem kam es mir vor, als hätte ich gerade mal ein paar Minuten reingesteckt, so schnell verflog die Zeit hierüber. Und das ist ein wirklich gutes Zeichen.

    So viel Umfang, so viel zu tun, so viel Epik, so viel Spaß und so viel Mitfiebern habe ich selten in einem Spiel erlebt. Und genau deshalb ist OoT eins der tollsten Videospiele, welche ich jemals gespielt habe, nicht mehr und nicht weniger. Die Grafik, Steuerung, die Zusammensetzung des Gameplays, die Atmosphäre, das kann alles selbst durch die teils bescheidene Steuerung nicht getrübt werden. Und daher spendiere ich dem Spiel zum Ende ganze 91 Punkte.

    Endwertung: 91 Punkte

    Positive Aspekte:

    + toll erzählte Geschichte

    + super aufgebaute Rätselstruktur

    + perfektes Verhältnis zwischen Rätseln und Kämpfen

    + sehr detaillierte und lebendige Spielwelt

    + extrem viel zu entdecken (hoher Wiederspielwert)

    + Labyrinthe sind allesamt Unikate, damit hohe Abwechslung

    + Inszenierung der Spielwelt

    + viele Nebenaufgaben

    + hervorragender Soundtrack

    + rasante und spaßige Kämpfe

    + sehr lange Spielzeit (fast ohne künstliche Streckung)

    + viele verschiedene Teile von Hyrule, jeder mit seinen Besonderheiten

    Negative Aspekte

    -
    Steuerung in manchen Situationen nervig unpräzise

    - Kameraperspektive in engen Räumen suboptimal

    - Gegner respawnen

    - Speichersystem mehr als gewöhnungsbedürftig

    - nur ein Schwierigkeitsgrad

    Sonstiges

    Spielzeit: Je nachdem, wie viel Zeit man mit dem Suchen nach bestimmten Gegenständen und Nebenaufgaben verbringt, kann ein Durchlauf schnell mehr als 30 Stunden beanspruchen. Eine genaue Zeit kann ich hier leider nicht angeben, da ich diese nicht gemessen habe.

    Bugs: Nicht vorhanden
    Schwierigkeit:
    Optimal
    Screenshots:

    1. http://www.zeldadungeon.net/ocarina-of-time-walkthrough/princess-of-destiny/

    2, 3 und 5 http://www.zeldadungeon.net/ocarina-of-time-walkthrough/forest-temple/

    4. http://www.zeldadungeon.net/ocarina-of-time-walkthrough/water-temple/

    6. http://www.zeldadungeon.net/ocarina-of-time-walkthrough/dodongos-cavern/

    7. http://www.zeldadungeon.net/ocarina-of-time-walkthrough/inside-jabu-jabus-belly/

    8. http://www.zeldadungeon.net/ocarina-of-time-walkthrough/ice-cavern/

    9. http://www.zeldadungeon.net/ocarina-of-time-walkthrough/spirit-temple/

    10. http://www.zeldadungeon.net/ocarina-of-time-walkthrough/fire-temple/

    Über den Autor

    Bakefish
    Schwimmen, viiiiele Bücher, Zocken, Radfahren, Leichtathletik, die Natur genießen.

Kommentare

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  1. Yeager
    Gz, Bake! :)
  2. Capone2412
    Alleine nur beim Anblick des Teaser-Bilds zu diesem Test (Link mit Ocarina) bekomme ich schon wieder dermaßen Lust den Titel zu spielen. Es ist definitiv das beste Spiel der Welt.
      1 Person gefällt das.
  3. Black_Ace
    Musste damals zehn Kilometer zum nächsten Internetanschluss laufen um weiter zu kommen. Verdammter Wassertempel.
    Schöne Review. :)

    Da stimme ich zu, A link to the past war einfach toll. Spiele ich noch immer mindestens ein mal im Jahr durch. :)
      1 Person gefällt das.
  4. PoseidonX
    Naja ich weiß noch wie ich bei Windwaker bei dem Part ausgestiegen bin wo ich irgendwelche "puzzle" Stücke auf dem gesamten Meer suchen musste. Hat mich total abgenervt und sowas ist absolut nicht mein Ding.

    Das fühlte sich so künstlich gestreckt an. Und obwohl es in der Wii U Fassung entschärft wurde war es genau jener Punkt wieder, der die Spielmotivation gen Null schießen ließ..

    Wind Waker hatte definitiv auch große Schwächen: eine zwar riesige Meereswelt, aber eben auch zu viel Wasser und rumgefahre.. und insbesondere der Part mit den Triforce Splittern.. absolut unnötig und künstlich gestreckt.

    Vielen ist dieses rumgesegel nichts, letzten Endes lässt sich über Geschmack nicht streiten. Bei mir wäre die Reihenfolge:

    1. The Legend of Zelda: A Link to the Past (SNES)
    2. Zelda OoT
    3. Zelda Wind Waker
    4. Zelda Phantom Hourglass (NDS)


    Der NDS Titel hat mich auch echt extrem überrascht. Wie Wind Waker, nur komprimierter und klasse innovative steuerung, die auch echt spaß gemacht hat.
      2 Person(en) gefällt das.
  5. blacksun84
    FFVII = Zelda-OoT . Es gibt Götter, die sind einfach ultimativ auf einer Ebene, da gibt es keine Steigerung mehr ;) .
  6. DDelic
    ...also ich fand das "Zelda: A Link to the past" auf dem SNES das beste aller Zeldas :-)
  7. sgtluk3
    Ich habe spontan wieder bock auf einen OoT Run. Habs erst vor einem Jahr oder so auf meinem 3DS gespielt.
    Komisch, dass ich dieses "Pixelbrei" heute noch toll finde oder?
    Was hat des mit Nachplapperei zu tun wenn man ein Spiel aus seiner Kindheit auch heute immer noch toll findet? Die N64 Spiele sind mMn auch deutlich besser gealtert als die der PS1. Liegt wohl irgendwie am Grafikstil der Nintendo Spiele.
    Auch Banjo Kazooie würde ich heute noch spielen, genau wie ein Mario 64. Liegt einfach daran, dass sie irgendwie absolut zeitlos sind und eben nicht damals schon versucht haben eine realistische Grafik hinzuzaubern.
      1 Person gefällt das.
  8. Denevu
    Schöner Test, mit einem gravierenden Fehler:

    FFVII > Zelda

    :)
      1 Person gefällt das.
  9. areyouinsane
    Nicht einmal das beste Zelda. Wind Waker erschien nur 4 Jahre danach und sieht im Gegensatz zu der Ocarina of Time Pixelgrütze noch Heute einwandfrei aus, hat einfach Charme das ganze Spiel. Man konnte Emotionen in Links Gesicht sehen, alles sah verspielt und dennoch ernst aus.

    Dass Ocarina of Time immer so hochgelobt wird ist meistens auch nur die reinste Nachplapperei und beruht nur auf Nostalgie. Damals war für mich Resident Evil 1 das höchste der Gefühle, Heute würde ich mir das keine 5 Minuten antun.

    Zelda Wind Waker habe ich aber erst vor paar Monaten freudig durchgespielt, das Spiel altert einfach nicht.
  10. Nefenda
    Für mich ganz persönlich ist links awakening immer noch das beste. Ich mag insel games und das sehr harte ende gerade für alle bewohner ist bedeutungsvoller, als die meisten zeldas. Dazu mag ich den einsatz der Feder.
    Dennoch war damals oot auch für mich etwas ganz besonderes als kind. Ich konnte ewig mit epona auf den feldern rumreiten. Es fühlte es sich unverschämt groß an alles. Bei der 3ds version merkte ich dann wieder, wie klein die ebene doch ist. Aber ihr kennt das bestimmt. Das man als kind spiele anders wahr nahm. Man erforschte und schaute sich auch alles viel länger an, als heute. Es war so ein wenig wie wenn man mit lego und co seine eigenen abenteuer erfand. Das gameplay war die stütze für eigene Ideen. Sei es nur mit nem Huhn von dach zu dach zu springen. Nur um vielleicht doch irgendwo ein Geheimniss zu finden.
    Das Kind und auch der Erwachsene in mir schauen gerne auf dieses Spiel mit einem Lächeln zurück.
    Das mehr als die meisten modernen Spiele heute schaffen.
      1 Person gefällt das.
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