WM 2014 - Der erste Spieltag

Von -zwecki- · 18. Juni 2014 · Aktualisiert am 18. Juni 2014 ·
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  1. Hallo, liebe Fußballfreunde!

    Der erste Spieltag der diesjährigen Fußball-WM in Brasilien ist hinter uns gebracht. Ich möchte hier meine Eindrücke über die vergangenen Spiele niederschreiben. Ich hoffe es wird nicht zu trocken.

    Gruppe A: Brasiliens holpriger Start

    Das Eröffnungsspiel der WM begann mit einem Paukenschlag. Brasilien schoss bereits in der 11. Minute das erste Tor dieser WM, dummerweise traf Marcelo dabei aber ins eigene Tor. Erstmals in der Geschichte der Fußballweltmeisterschaften ist das erste Tor ein Eigentor. Ein historischer Moment, auf den die Brasilianer sicher gern verzichtet hätten. Am Ende waren das Glück und der Schiedsrichter dann aber doch auf ihrer Seite und so gewannen sie dieses Spiel etwas glücklich mit 3:1.

    Auch im zweiten Spiel der Gruppe A rückte der Schiedsrichter unnötig in den Mittelpunkt, da er Mexiko in der ersten Hälfte gleich 2 eigentlich reguläre Treffer aberkannte. So ging es mit 0:0 in die Pause. In der zweiten Hälfte machte Mexiko die Fehlentscheidungen des Unparteiischengespanns aber größtenteils nichtig und gewann am Ende hochverdient mit 1:0.

    Ich bin gespannt auf das Spiel zwischen Brasilien und Mexiko. Ich denke, daran wird man sehen können, auf welchem Level sich Brasilien zur Zeit tatsächlich befindet. Ich erwarte, dass sie gegen Mexiko deutlich besser spielen werden als gegen Kroatien.

    Gruppe B: Robben entzaubert Spanien

    Die Gruppe B hielt eine große Überraschung parat, denn das Spiel der Niederlande gegen die Spanier verlief völlig anders als erwartet. Zunächst ging Spanien noch in Führung, doch van Persie konnte noch vor der Pause mit einem Traumkopfball ausgleichen. Im zweiten Durchgang drehte die Niederlande dann aber richtig auf. Robben, der für mich der beste Spieler des Spiels war, machte schnell das 2:1. Nur kurze Zeit später setzte sich nach einem Freistoß de Vrij im Luftduell nicht ganz hundertpozentig fair durch und köpfte zum 3:1 ein. Der Treffer zählte, vielleicht eine Fehlentscheidung. Van Persie und Robben legten je noch einmal nach und stellten den Endstand von 5:1 her.

    "Robben steht in den letzten Monaten ganz entspannt mit dem Fußballgott an der Bar und lässt sich einen nach dem anderen ausgeben" - Wolff Fuss

    Das zweite Spiel in der Gruppe B zwischen Chile und Australien verlief mehr oder weniger wie erwartet. Die Chilenen gingen schnell mit 2:0 in Führung, ehe sich die Aussies noch einmal aufbäumten und noch vor der Pause zum 2:1 kamen. Chile ließ sich aber nicht überrumpeln und gewann am Ende mit 3:1.

    Das Spiel der Spanier gegen die Chilenen wird vorentscheident sein. Wenn Spanien sich dabei nicht steigert, könnte es für den Favoriten das Aus in der Gruppenphase bedeuten. Die Niederlande dagegen kann gegen die Aussies vermutlich weitere 3 Punkte einfahren und damit die Pole Position in der Gruppentabelle weiter sichern. Die Tordifferenz wird von den anderen zumindest schwer zu erreichen sein.

    Gruppe C: Kolumbien jubelt dreifach

    Dass Kolumbien eine starke Mannschaft hat, war mir klar, dass sie allerdings Griechenland so auseinandernehmen würden, hat mich überrascht. Ich habe das Spiel nicht gesehen und kann daher nicht viel über den Verlauf sagen. Fakt ist aber, dass Kolumbien am Ende 3:0 gewann.

    Das andere Spiel der Gruppe C wurde zwischen der Elfenbeinküste und Japan ausgetragen. Nachdem Japan in der 61. Minute noch 1:0 führte, machte sich die Côte d'Ivoir den Drogba-Effekt zunutze. Der Mann wurde eingewechselt und 4 Minuten später stand es 2:1 für die Elfenbeinküste. Das könnte ein sehr wichtiger Sieg gewesen sein, da ich diese Gruppe insgesamt für relativ ausgeglichen halte.

    Dementsprechend kann man auch davon ausgehen, dass in dieser Gruppe noch nichts entschieden ist. Den Griechen traue ich das Weiterkommen nicht mehr zu, der Rest ist aber definitv dazu im Stande.

    Gruppe D: Costa Rica schockt die Welt

    In der Gruppe D gab es die meiner Meinung nach größte Überraschung bisher. Kein Experte dieser Welt hätte wohl das Ergebnis des Spiels zwischen Costa Rica und Uruguay vorhergesehen. Nachdem die Urus ihre Gegner in der ersten Hälfte durchaus im Griff hatten und mit 1:0 in Führung gingen, verloren sie in der zweiten Hälfte schnell die Kontrolle über das Spiel und mussten sich dem Underdog schlussendlich mit 3:1 geschlagen geben.

    Das zweite Spiel dieser Gruppe verlief dagegen eher wie erwartet. Dass die Italiener die Oberhand über England hatten, dürfte kaum jemanden überrascht haben, ebensowenig wie die Tatsache, dass das Ergebnis mit 2:1 knapp ausfiel. Etwas überraschend war höchstens, dass die Briten etwas stärker waren, als erwartet.

    Der Sieg von Costa Rica hat die Gruppe ordentlich aufgemischt. Wenn ihnen noch eine weitere Überraschung gelingt, könnten sie sogar ins Achtelfinale einziehen. Der zweite Spieltag dieser Gruppe dürfte richtig spannend werden. Ich bin auch sehr gespannt, wer und wieviele von den drei "Großen" in dieser Gruppe am Ende der Vorrunde schon nach Hause fährt.

    Gruppe E: Frankreich auf Kurs

    In den letzten drei großen Turnieren (EM 2008, WM 2010, EM 2012) konnte Frankreich nicht überzeugen. 2008 und 2010 überstand man jeweils die Gruppenphase nicht, 2012 war im Achtelfinale Schluss. Dieses Jahr möchte man es besser machen, auch ohne den verletzten Ribery. Der Start ist zumindest schonmal gelungen. 3:0 gewann die Équipe Tricolore trotz fehlender Nationalhymnen am Anfang des Spiels gegen den kämpferisch starken Underdog aus Honduras und hatte dabei etwas Glück, das Spiel mit 11 Spielern beenden zu dürfen, da Pogba eigentlich für seine versuchte Tätigkeit hätte Rot sehen müssen.

    Dass das andere Spiel in Gruppe E wurde zwischen der Schweiz und Ecuador ausgetragen. Die Eidgenossen haben in den vergangenen Jahren einen kleinen Aufschwung erfahren und erhoffen sich in dieser machbaren Gruppe, das Achtelfinale erreichen zu können. Die beiden Mannschaften begegneten sich etwa auf Augenhöhe und so verlief das Spiel auch ziemlich ausgeglichen. Bis zur letzten Aktion des Spiels stand es immer noch 1:1. Nachdem Ecuador ihre letzte Chance vergeben hatten, startete die Schweiz nochmal einen Konter und belohnte sich mit dem 2:1 Siegtreffer in letzter Sekunde.

    Während das Spiel von Frankreich von Überraschungen frei blieb, gab es eine ordentliche Menge Spannung im zweiten Gruppenspiel. Ich bin gespannt, ob die Schweiz den Sprung ins Achtelfinale schaffen kann. Vielleicht kann man sogar die Franzosen ärgern und Gruppensieger werden. Ich bin gespannt.

    Gruppe F: Endlich unentschieden!

    Das Spiel zwischen Argentinien und Bosnien-Herzegowina konnte ich nicht verfolgen, daher kann ich auch hier den Verlauf nicht beurteilen. Dass die Bosnier nicht zu unterschätzen sind, zeigt sich aber am relativ knappen Ergebnis von 2:1 für Argentinien. Somit ist der Start für Favorit Argentinien zwar geglückt, aber steigern müssen sie sich schon noch, wenn sie den Titel im Land des Erzrivalen holen wollen.

    Das erste Unentschieden des Turniers gab es dann im zweiten Spiel dieser Gruppe zwischen dem Iran und Nigeria. Das Spiel war qualitativ eher auf einem niedrigeren Niveau und so geht das 0:0 unter dem Strich dann auch in Ordnung.

    Ich denke, diese Gruppe dürfte relativ klar sein. Argentinien und Bosnien-Herzegowina sollten nicht die größten Probleme haben, sich gegen ihre Gruppenkonkurrenz aus Nigeria und dem Iran durchzusetzen, zumindest nicht, wenn diese beiden weiter so spielen wie an diesem ersten Spieltag.

    Gruppe G: Leichtes Spiel für Deutschland

    In Gruppe G gab es endlich das Spiel, auf das vermutlich ganz Deutschland gewartet hat. Das DFB-Team durfte schließlich auch mal ran, der Gegner hieß, wie schon bei der EM 2012, Portugal. Damals gab es einen knappen 2:1 Sieg für die deutsche Nationalmannschaft und viele hätten wohl erwartet, dass es gegen den derzeitigen Vierten in der FIFA Weltrangliste wieder ähnlich eng wird. Stattdessen hatte die Elf von Trainer Jogi Löw kaum Schwierigkeiten und gewann deutlich mit 4:0. Der Mann des Abends war Thomas Müller, der nach seinem Dreierpack die Torjägerliste jetzt anführt.

    Im zweiten Spiel dieser Gruppe traf Ghana auf die USA. Die US-Boys von Jürgen Kliensmann sind nicht zu unterschätzen, das habe ich schon vor dem Spiel gesagt. So gingen sie dann auch bereits in der 1. Minute in Führung. Insgesamt war es ein sehr spannendes Spiel, das erst kurz vor dem Ende entschieden wurde. Zunächst glich Ghana in der 82. Minute aus, ehe die USA 4 Minuten später den Sieg doch noch klar machte.

    Nach dem deutlichen Sieg gegen Portugal, den vermeintlich stärksten Konkurrenten in der Gruppe, sollte Deutschland als Favorit die Gruppe nun ohne große Probleme als Erster beenden können. Spannend bleibt dagegen auf jeden Fall der Kampf um Platz 2. Für Ghana könnte es am zweiten Spieltag gegen Deutschland schon um alles gehen, ähnliches gilt für Portugal. Sollten sie gegen die USA verlieren, sind sie im Grunde schon raus.

    Gruppe H: Belgien mit Verspätung

    Zwei kleinere Überraschungen gab es in Gruppe H. Im ersten Spiel traf Geheimfavorit Belgien auf Underdog Algerien. Die junge und mit Talenten übersähte Belgische Mannschaft tat sich anfangs sehr schwer gegen die mutig nach vorn spielenden Algerier. So war es dann auch der Außenseiter, der den ersten Treffer markierte, per Elfmeter. Die Belgier taten sich in der Folge weiterhin schwer bis tief in die zweite Hälfte hinein. Die dritte Auswechslung der roten Teufel brachte dann die Wende. Fellaini verlängerte eine schöne Flanke von de Bruyne zum 1:1 ins Algerische Tor. Kurze Zeit später hatte Belgien das erste Mal Platz zum Kontern und war prompt damit erfolgreich. Hazard sah den heraneilenden Mitspieler und schob den Ball rüber auf die rechte Seite, Mertens nahm den Ball an und vollendete sehenswert zum 2:1 für Belgien. Dabei sollte es dann auch bleiben. Belgien war mit leichter Verspätung im Turnier angekommen.

    Im zweiten Spiel dieser Gruppe, welches den Abschluss dieses ersten Spieltages darstellte, trafen Russland und Südkorea aufeinander. Das zähe Spiel wurde von der Leistung des russischen Nationalkeepers Akinfeev dominiert, im negativen Sinne. Der sonst so sichere Torhüter erlaubte sich einige grobe Schnitzer, einmal mit bösen Folgen. Mitte der zweiten Hälfte rutschte ihm ein harmloser, unplatzierter Distanzschuss durch die Arme ins Tor. Der russische Coach reagierte und brachte 3 neue Offensivkräfte. Kurz darauf klingelte es auf der anderen Seite. Dzagoevs Schuss konnte der Südkoreanische Tormann noch parieren, gegen den Nachschuss von Kerschakow war er dann aber machtlos. Damit war auch das Endergebnis hergestellt, 1:1.

    Belgien führt diese Gruppe nach dem ersten Spieltag wie erwartet an, tat sich gegen einen unangenehmen Gegner aber sehr schwer. Russlands Keeper Akinfeev verwährte seinem Team den guten Start mit seinem folgenschweren Patzer. Einen Punkt konnten die Russen sich dann aber doch noch sichern. Ich bin auf den nächsten Spieltag sehr gespannt, wenn Belgien auf Russland trifft. Im Normalfall ist Belgien in dieser Partie Favorit, aber Russland muss wohl punkten, sonst wird es mit dem Weiterkommen vielleicht schon eng.

    Wie richtig lag ich bisher?

    Dass sich Brasilien zum Start so schwer tut, hat mich sehr überrascht. Sie müssen sich zwingen steigern, sonst wird es eng mit dem Titel. Die Niederlande hat Spanien ordentlich vorgeführt und auch das überraschte mich etwas. Die Chilenen als Geheimfavorit aufgrund der schweren Gruppe abzuschreiben, war scheinbar ein Fehler. Spanien wird gegen Chile gewinnen müssen, ansonsten können sie ohne fremde Hilfe nicht mehr weiter kommen. Die größte Überraschung des ersten Spieltags stellte für mich Costa Rica dar, die sich nach dem Sieg gegen Uruguay sogar geringe Chancen aufs Achtelfinale ausrechnen dürfen. Belgien tat sich anfangs doch schwerer als gedacht, machte die 3 Punkte dann aber doch noch klar.

    Die größten Pechvögel des ersten Spieltages sind für mich Kroatien und Russlands Torhüter Akinfeev. Von deren Pech profitierten die Brasilianer und Südkorea. Der beste Mann dieses ersten Spieltages ist in meinen Augen Thomas Müller, der nach seinem Dreierpack jetzt eine unfassbare WM-Torquote von 1,14 Toren pro Spiel hat. Die ersten Spiele haben mal wieder gezeigt, dass man Fußball nicht ausrechnen, nicht vorhersehen kann.

    Ich wünsche allen Fußballfans weiterhin eine tolle und spannende WM und denjenigen, die sich das hier tatsächlich alles durchgelesen haben, dass die Kopfschmerzen bald vorüber gehen mögen!

    Über den Autor

    -zwecki-
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Kommentare

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  1. Rem Tilak
    Die Niederlande waren für einen große Überraschung gut.
    Ich glaube, mit einem 1:5 für NL hat keiner gerechnet. :-D

    Mal schauen, wie die nächsten Spiele so sein werden. :-)
      2 Person(en) gefällt das.
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