Artikel: Sexismus in der deutschen Gaming-Branche

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zu Gamestar-Artikeln" wurde erstellt von Mary Marx, 21. Juli 2020.

  1. Mary Marx Lead Community Management Mitarbeiter

    Mary Marx
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    Hier findet ihr die Diskussion zum Thema "Sexismus in der deutschen Gaming-Branche: Wir sind auf dem richtigen Weg, aber noch lange nicht am Ziel".

    Den Artikel findet ihr hier.

    Bitte beachtet in diesem Zuge unsere Kommentar - und Forenregeln.
     
  2. BlackEagle2k3

    BlackEagle2k3
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    Sehr cooler Artikel. Gerne mehr davon, geht sogar ohne Clickbait ;-).

    Wobei ich mir auch wünschen würde, dass man die Gamer*Innen auch beleuchtet.
    Denn nichts ist prägender als eine Zielgruppe, die sich nur sporadisch dafür einsetzt, das Gleichberichtigung jeglicher Art stattfindet.
    Ich kann mich noch gut an das verhalten von Gamern erinnern, wenn mal eine oder mehrere Frauen mitspielen.
    Oder wenn man auf Gamestar den Kommentar Bereich aufs Forum, delegieren muss :)
    Somit kann, auch wenn es nicht sein sollte, den Firmen egaler sein, solange die Scheine fließen.
    Ist natürlich eine sehr negative Auffassung und trifft nicht 100% zu.

    Als nächstes würde ich auch gerne sehen, dass ihr den (Altags)Rassismus beleuchtet, der doch täglich stattfindet, online sowie offline in (Gaming)Firmen.
    Wie oft wurde ich schon als Nigger oder ähnliches beschimpft.
    Trifft mich natürlich nicht so hart, wie wenn ich tatsächlich schwarz wäre. Ändert aber an der aussage nichts.
     
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  3. Royal Royal gesperrter Benutzer

    Royal Royal
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    Find ich gut dass ihr mit einem eigenen Artikel zum Thema nachgezogen habt.

    Hätte mir allerdings gewünscht, dass gerade die Gamesmagazine als erstes sich um das Thema auseinandersetzend bemühen.
    Doch besser spät als nie.
     
  4. Companion Cube

    Companion Cube
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    Meine Erfahrung mit (großen) Organisationen ist, dass es so gut wie immer und überall sexualisierte Gewalt gibt. Wenn nicht, ist das eher Zufall. Egal welche Branche.

    Meine einzige Erfahrung mit der Gamingbranche ist die regelmäßige Teilnahme als Volunteer bei der Indie Arena Booth auf der gamescom. Da war der Frauenanteil erfreulich groß und mir ist auch kein Sexismus aufgefallen.
     
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  5. labatris

    labatris
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    Ist schon komisch, dass wir in [AKTUELLES JAHR] immer noch solche Probleme haben. Da teilt man sich unseren blauen Ball und manch einer hat nichts Besseres zu tun, als Hass zu schüren, weil jemand nicht genau so ist wie man selbst. Gerade in der Gaming-Branche, in der es eigentlich darum geht, dass wir alle (gemeinsam) Spaß haben können, ist das besonders absurd. Egal ob Frau, Mann, schwarz, weiß, und alles, was dazwischen liegt, man sollte sich unter die Arme greifen, anstatt sich wegen solcher Nichtigkeiten anzufauchen.

    Guter Artikel, auch wenn sich manch einer zu Unrecht deswegen angegriffen fühlen wird.

    Um es mit MJ's Worten zu sagen: Don't matter if you're black or white. A-hee-hee.
     
  6. Mary Marx Lead Community Management Mitarbeiter

    Mary Marx
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    Aus eigener Erfahrung: Auf GameStar.de finde ich das Klima in vielen Fällen sehr angenehm. Dazu trägt natürlich auch die Verlagerung der Kommentare ins Forum zu (vielen Trollen scheint dieser eine, zusätzliche Klick zuviel zu sein, weswegen sie sich dann gar nicht erst anmelden). Selten werde ich als Frau hier persönlich angegriffen oder sexistisch beleidigt. Natürlich gibt's auch immer wieder User, die sich nicht daran halten wollen, normalerweise ist das aber niemand, der schon länger dabei ist. Das bedeutet mir viel und das spricht sehr für die GS-Community.

    Wir haben sehr früh damit angefangen, uns mit dem Thema zu beschäftigen. Allerdings haben wir uns alle Zeit der Welt genommen um es eben richtig zu machen. Und ein Interview zu vereinbaren, durchzuführen, zu transkribieren und dann einen Artikel dazu zu verfassen dauert seine Zeit.
     
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  7. JayDe

    JayDe
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    Dafür das da ein zweiseitiges Interview war, haben die beiden ziemlich wenig gesagt. Kam mir vor als ob sich alles ständig wiederholt.

    Eine gleichberechtigte Welt ist natürlich sehr wünschenswert, wo die Persönlichkeit und die Fähigkeiten mehr im Vordergrund stehen als Geschlecht, Rasse oder Orientierung.

    Trotzdem ist es langsam auch nervig. Über jede Kleinigkeit wird sich heutzutage aufgeregt. Über jeden Witz, jede Bemerkung muss man in Zukunft 3 Mal drüber nachdenken ob sich nicht irgendjemand oder irgendeine Gruppe davon angegriffen fühlt.

    Wenn ich z.b. mit Kumpels unterwegs bin, zum feiern oder was auch immer, und einer sagt: "Die da drüben ist echt geil." Da werde ichdiese Person doch nicht rügen und ihr erklären, das man sowas heutzutage nicht mehr sagt. Kann mir auch nicht vorstellen das in anderen Männergruppen so passieren wird.

    Naja vielleicht ein schlechtes Beispiel aber man sieht denke ich worauf ich hinaus will.
     
  8. N3aera

    N3aera
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    Schön, mal wieder was von Maxi zu hören/lesen. Danke für den Artikel :3 Mehr Inklusion ist meiner Meinung nach wichtig, damit Gaming als Medium reifer wird. Sei es nun über Barrierefreies Gaming oder Inklusion aller Geschlechter, Religionen oder Ethnien!
     
  9. Jolt

    Jolt
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    @JayDe

    Sehe ich ähnlich.
    Wichtig finde ich allerdings, dass was an Fronten passiert, die echt wichtig sind. zB die Tatsache dass Frauen oft immer noch weniger verdienen.. Dinge die faktisch ungerecht sind. Dass man ständig bei allem aufpassen muss was man sagt halte ich auch für Schwachsinn.. als wären nur noch kleine zarte Gänseblümchen unterwegs die tot umfallen, wenn man sie schief anguckt. Als würden Frauen untereinander nicht drüber sprechen wenn sie einen Typen heiß finden ;)

    Deshalb: Handfeste Probleme unbedingt angehen und ändern!
    Wenns nur um kleine Egokränkungen geht.. lasst euch Eier wachsen ;) Nicht nur im Bereich Sexismus.. Betrifft jeden der 3 mal täglich vor Empörung fast an Bluthochdruck stirbt.
     
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  10. Cyon

    Cyon
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    Hmm, hat sich vieles wiederholt im Interview. Aber immerhin hat Maxi Gräff durch ihre Aussage verdeutlicht, dass Sexismus auch von Frauen ausgehen kann.

    Das größte Problem ist einfach auch, dass Frauen oft noch so erzogen werden nach dem Motto: "Mach das nicht, dass gehört sich nicht für eine Frau." "Tu dies nicht, sonst bekommst du keinen Mann." "Du musst dich doch schön machen, wenn du das Haus verlässt." und so weiter (Ich erlebe das gerade in meiner Familie selbst mit meinen beiden Töchtern, vor allem die Generation meiner Mutter oder Oma sind so drauf). Immer darauf ausgerichtet, anderen zu gefallen. Selbstbewußtsein kann sich so wenig entwickeln, wenn die Mädchen immer nur kritisiert werden. Dann wird lieber geschwiegen oder sich angepasst, weil man ja nicht auffallen oder sich nicht gegen die ganzen Relativierer durchsetzen will. Ein Glück ändert sich das immer mehr, wenn ich meinen Freundeskreis so anschaue und ich werde alles dafür tun, diesen schei... Kreislauf für meine Kinder zu durchbrechen. Auch wenn es noch einer weiter Weg ist.
     
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  11. DaWinkla

    DaWinkla
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    @Mary Marx Gibt es Überlegungen dazu mal Interviewpartner von Twitch, YouTube und Co. einzuladen? Gerade auf Twitter bekomme ich aktuell mit, wie sich Streamerinnen und YouTuberinnen darüber äußern.
     
  12. Royal Royal gesperrter Benutzer

    Royal Royal
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    Ist eigentlich ganz einfach zu lösen.
    Anstatt dass Frauen sich seit Jahrzehnten bemühen soviel wie Männer zu verdienen, könnten sich Männer dafür einsetzen soviel wie die Frauen zu verdienen.
    Das käme der Gleichberechtigung als auch den Arbeitgebern enorm entgegen.
     
  13. Jolt

    Jolt
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    Leider nur nicht denen, die jetzt schon Probleme haben ihre Familie zu ernähren.
     
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  14. TillKill

    TillKill
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    Ich finds aber auch wichtig, dass man wenn man da Sinsibilität ins Thema reinbringen möchte, nicht auf einem Auge blind ist. Zumal man dann ja auch irgendwie definieren muss wo Sexismus anfängt und wo er aufhört. mit auf einem Auge Blind meine ich, dass auch Frauen sexistisch sein können. nur mal so.
    In Unternehmenstrukturen ist das Problem natürlich nochmals schwieriger wenn die Leitung eines Unternehmens, also eine Authoritätsperson da abwertend auftritt und somit teil des Problems ist.
     
  15. Mary Marx Lead Community Management Mitarbeiter

    Mary Marx
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    Ich weiß worauf du hinaus willst. Wir müssen aber wegkommen von diesem "lasst euch ein dickes Fell wachsen" (das betrifft Männer und Frauen btw). Denn du kannst das nicht einfach abschalten. Es gibt sensiblere Personen und auf die muss man genauso Rücksicht nehmen, wie auf Menschen, die mit einem raueren Umgangston zurecht kommen. Jeder Mensch hat andere Punkte, die ihn verletzten und jeder sollte sagen dürfen "Bitte lass das". Das ist genau das, was Linda im Interview mit dem "herunterspielen" meint.
     
  16. Vipa

    Vipa
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    Was genau macht denn die beiden Frauen zu Experten?
    Mir scheinen hier nur 2 Kriterien angewendet: 1. weblich sein und 2. in der Branche arbeiten. Das fände ich etwas schwach.

    Kruse kann ich noch knapp verstehen, sie ist/war immerhin in Branchenverbänden im Vostand. Da könnte man grossflächig etwas mitbekommen.

    Wie dem auch sei:

    Den gleichen Senf immer und immer wiederholen könnte ich auch, dafür brauchts keine Experten. Sie kennen praktisch keine Fälle, aber gehen einfach mal davon aus, dass es sie geben muss, weil... ja warum? Einfach weil.

    Von Experten würde ich mir Erkenntnisse aus zb. der Psychologie, Studien oder Statistiken erwarten, nicht mäandernde Allgemeinheiten.

    Dass ich über ganze Absätze inhaltsleeres über "Allies" aka Verbündete lesen durfte war nur noch das i-Tüpfelchen. Ich verstehe, dass das fürs Marketing wichtig ist, also möglichst viele gute Kontakte haben, aber ich höre dabei eigentlich immer nur Vetternwirtschaft - genau was GamerGate (da es ja eh erwähnt worden ist) damals angeprangert hat, auch wenn es in den Anschuldigungen unterging.
     
  17. Jolt

    Jolt
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    Ich bin nicht sicher ob das der richtige Weg ist. Zieht man damit nicht eine Generation Menschen auf, die völlig aufgeschmissen, beim kleinsten bisschen Gegenwind sind? Es ist doch jetzt schon kaum zu fassen, wie anfällig manche Menschen auf die kleinste Kränkung reagieren.. ich kann mir kaum vorstellen, dass das noch extremer werden soll und die Leute dabei überhaupt noch lebensfähig bleiben. Wir leben doch schon in einer Zeit in der Menschen (zumindest bei uns) mit so wenig in der Richtung zu kämpfen haben wie kaum irgendwann davor. Ich würde mich ungern von dem "lass dir ein Fell wachsen" Gedanken völlig trennen... ich halte das für eine ungesunde Entwicklung.
     
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  18. mordran gesperrter Benutzer

    mordran
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    Das Beispiel Amerika ist dann doch ein sehr schlechtes. Was hier gemacht wird sind Hexenjagden, Anschuldigungen werden vorgebracht ohne Beweise, Cancel Culture vom feinsten. Ich hoffe das wir in Deutschland zumindest eine sachlichere Auseinandersetzung mit dem Thema erleben
     
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  19. Mary Marx Lead Community Management Mitarbeiter

    Mary Marx
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    Inwiefern haben Psychologen mehr Expertise als zwei Frauen, die seit Jahren in der Branche arbeiten und alles aus erster Hand miterlebt haben? Woher hast du die Info, dass sie keine Fälle kennen, wenn sie Sexismus am eigenen Leib erlebt haben? Warum ist es inhaltsleer zu sagen "Sprecht die Dinge, die euch stören an"?

    Bisher nicht, ich kann dir aber den Beitrag der ARD ans Herz legen: https://www.daserste.de/information...n/videos/banse-zu-sexismus-im-gaming-102.html :)
     
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  20. matssa

    matssa
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    Danke für das Interview!

    Ich denke viele Dinge werden uns noch eine Weile begleiten, darunter Sexismus und Rassismus.
    Trotzdem bin ich relativ frohen Mutes, dass meine Tochter in einer Welt groß werden wird, wo sie sich nicht ständig irgendwelche Sprüche anhören und dafür rechtfertigen muss, wenn sie machen möchte, was ihr gefällt.

    Meine Frau und ich achten sehr darauf, dass sich unsere Kleine nicht schon im Kleinkind Alter als weniger wert oder als schwächeres Geschlecht fühlt.
    Allerdings stößt man beim Thema "sich wehren" schon an gewisse Grenzen. Man kann nicht auf der einen Seite die Erziehung auf Empathie, Zuvorkommen und Freundlichkeit lenken und gleichzeitig einen Charakter formen, der sich nimmt, was er möchte!
    Letztlich ist man darauf angewiesen, dass die Erziehung von Jungen entsprechend stattfindet, dass sie eben nicht mehr mit ihren klassischen sozialen Alphamännchen Techniken durchkommen. Gleichzeitig kann man den Charakter und die Wesenszüge von Jungen auch nicht ausser Acht lassen.
    Es ist nicht so einfach, aber ein gewisses Gleichgewicht muss sich durchsetzen, genauso wie ein erhöhtes. Selbstbewußtsein bei jungen Mädchen und der Erkenntnis, dass man ruhig mal anderen nicht gefallen darf und sein eigenes Ding durchsetzen kann!
     
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  21. Fiesfee Mitmobsterin

    Fiesfee
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    Das verlangt ja so auch keiner. Was ihr privat in eurer Männergruppe (oder eben auch jeder anderen Gruppe) für angebracht oder unangebracht haltet handelt ihr erst mal nur zwischen euch aus.
    Allerdings kann man eben schon mal reagieren, wenn sich erkennbar jemand an etwas stört.
    Dieses "stell dich nicht so an" ist ein Problem. Es ist übrigens insbesondere ein gewaltiges Problem für Männer, die selber auf der Opferseite stehen. Viel zu viele meinen immer noch du müsstest als Mann gefälligst alles wegstecken können.

    Zu viele meinen immer noch ihren Willen grundsätzlich durchsetzen zu müssen. Niemand bricht sich einen Zacken aus der Krone wenn man nach Beschwerde oder Hinweis vielleicht mal ein anderes Wort wählt oder dergleichen. Oder eben kurz erklärt wie eine Aussage gemeint war. Aber viele wollen leider immer noch der Coole sein, der sich nix sagen lässt.
    Da wird dann lieber das Opfer als Schneeflöckchen bezeichnet, damit der Täter sich fein rauswinden kann.
    Nicht das Opfer zeigt hier Fehlverhalten.

    Zum Verständnis: "Täter" bezeichnet hier nur den Handelnden, keinen Straftäter.
     
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  22. matssa

    matssa
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    Ich glaube so meint er das, ja.

    Letztlich natürlich utopisch. Sinnvoll wäre, imo, ein verpflichtendes Tarifsystem in Firmen, was klar nach Betriebszugehörigkeit und Wertigkeit der Stelle (nicht der Person) strukturiert ist.

    Man kann die Auswahl der Kandidaten nach Vorstellungsgesprächen eh nicht beeinflussen, aber man kann bei der Ausschreibung bereits aufzeigen, was man auf einer Stelle finanziell zu erwarten hat. Ähnlich den Tarifen im öffentlichen Dienst.

    Es darf halt letztlich keine "AT" Stellen (außertariflich) geben.
     
  23. mordran gesperrter Benutzer

    mordran
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    Es ist auch eine völlig ungesunde Einstellung zu Leben generell, wenn jemand sein eigenes Wohlbefinden zu so einem hohen Grad abhängig macht von anderen, der oder die muss sich vielleicht mal überlegen ob er oder sie nicht selbst Teil des Problems ist. Hier macht ganz sicher die Dosis das Gift aus, aber ganz generell diese Überempfindlichkeit und alles und jedes auf die Goldwaage legen tötet jede Kommunikation und auch jede ich sage mal Streitkultur schon im Keim.

    Ich bin mittlerweile seit etwa 30 Jahren berufstätig, habe einige Arbeitgeberwechsel hinter mir, hatte auch schon selber Personalverantwortung. In diesen 30 Jahren war das Geschlecht nie irgendein Thema was das Gehalt beeinflusst hat, in erster Linie waren das Ausbildung, Berufserfahrung und der Rahmen der vom Arbeitgeber vorgegeben war für die dotierte Stelle. Innerhalb dieses Rahmens war das Gehalt Verhandlungssache, ich hatte auch schon eine Kollegin die mehr verdient hat wie ich. Ich rede hier jetzt von der Privatwirtschaft, außertariflich. Bei Beamten und im Tariflohnsektor ist das Geschlecht schon zweimal kein Thema. Ich will nicht sagen dass es das nicht gibt, aber ich glaube nicht das die gehaltliche Benachteiligung von Frauen bei gleicher Eignung die Regel ist. Entspricht einfach null meinen Erfahrungen.
     
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  24. Vipa

    Vipa
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    - Ich habe nicht gesagt, dass ich Psychologen lesen will, besser lesen bitte.

    - Direktes Zitat aus dem Interview: "Hier in Deutschland gab es bisher keine Fälle, die so an die Öffentlichkeit kamen."

    - Die beiden reden über Witze, die sie heute nicht mehr lustig fänden - aka "Sexismus am eigenen Leib" in grossem Stil erfahren?

    - Ich habe nicht gesagt, dass das spezifisch inhaltsleer ist, das gehört mehr zur Kategorie "immer den gleichen Senf" und "Allgemeinheiten".

    - edit: Ahja und natürlich sind eigene Erlebnisse für sich allein relativ wertlos, um aufs grosse Ganze zu schliessen. Um eine akzeptable Aussage über den Zustand einer ganzen Branche machen zu können, braucht es wesentlich mehr als das.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Juli 2020
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  25. Kovahnii

    Kovahnii
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    Bei WoW gab es vor ein paar Wochen auch einige Fälle. Gerade Method und FatBoss etc. betreffend, sehr viele haben sich gemeldet. Manchmal nimmt das Ausmaße an, die einem so gar nicht bewusst sind.
     
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  26. matssa

    matssa
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    Deckt sich leider nicht mit den Erfahrungen meiner Frau, die einige Jahre als Ingenieurin bei einem recht großen Automobilzulieferer gearbeitet hat.
    Die meiste Zeit war es natürlich immer nur ein Gefühl und keine konkreten Anlässe. Sie wusste, dass sie sehr gute Arbeit leistete, aber Gehaltserhöhungen wurden immer abgewimmelt und auf die nächste Verhandlungsrunde verschoben. Meine Frau kann den Mund aufmachen, ist größer als die meisten Männer und bei weitem kein Huschelmäuschen, aber als ihr mal fälschlicherweise eine Excel Tabelle vom Chef mit allen Gehältern ihrer Abteilung im Anhang mitgeschickt wurde, war das Fass voll und sie völlig am Ende, weil sie die ungerechte Bezahlung nun schwarz auf weiss hatte.
    Wenn neu angestellte Bachelor Absolventen bei Einstellung höher eingruppiert werden als sie mit Diplom und mehreren Jahren Betriebszugehörigkeit und Projektverantwortlichkeit, dann läuft da etwas schief.

    Sie ist gegangen und nun im öffentlichen Dienst glücklich und hat auch dort eine gute Bezahlung, die für die kommenden 30 Jahre gesichert und nachvollziehbar ist. Genauso wie das ihrer männlichen und weiblichen Kollegen.
     
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  27. JayDe

    JayDe
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    Ja das wollte ich eigentlich noch ergänzen. Wenn sich jemand wirklich sehr an etwas stört oder verletzt fühlt, dann sollte man das schon ansprechen und dann kann von den anderen Erwartet zu werden, auf diese Person beim nächsten mal ein bisschen mehr Rücksicht zu nehmen. Das gehört denke ich auch zum "zusammenleben" mit anderen Menschen dazu.

    Und auf jeden Fall muss so etwas erst angesprochen werden, bevor man dann von dritten oder aus den Medien hört, dass eine Person dann doch nicht einverstanden war mit dem Verhalten oder manche Dinge anders interpretiert wurden.
    Muss da grade an diesen Fall mit Sascha von Method und dieser AnnaFuchsia denken.

    @Jolt
    Ja klar, das Gehalt und alles angeglichen werden und man für die selbe Arbeit genau so bezahlt wird wie jemand des anderen Geschlechtes/etc.
    da bin ich auch bei dir. Schätze da gehen auch die allermeisten mit (außer vielleicht geizige Chefs ^^).
     
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  28. MrMiles

    MrMiles
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    Einer der Gründe, warum ich das Streamingprogramm (MAX) der GameStar so gerne schaue ist, dass es immer so gechillt im Chat ist. Die Community ist echt super. Das Programm wird von alles Geschlechtern moderiert und es gibt sogut nie irgendwelche Kommentare die daneben oder persönlich sind.

    Kann man auf jeden Fall mal loben :sauf:
     
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  29. Evers

    Evers
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    Klar sollte sein das sobald die Aussage kommt "bitte lass das", dass dann jedem klar sein MUSS, jetzt ist schluss und hier ist ende und das dies ohne zu fragen absolut zu respektieren ist, darüber brauch man (hoffentlich) ja nicht disktuieren.

    Aber ich glaube worauf hier eigentlich hingedeutet werden sollte war mehr das es auch nicht in Ordnung ist immer davon ausgehen zu müssen das die Person die gerade vor einem steht die sensibelste Person auf der Welt ist und man jede Aussage 5 mal überdenken muss bevor man sie tätigt ob die auch ja niemanden irgendwie sauer machen könnte. Dann endet es irgendwann darin das nichts mehr von substanz besprochen wird weil jeder Angst hat seinen Gegenüber zu verärgern und dafür an den pranger gestellt zu werden (überspitzt gesagt). Und man könnte btw. genauso von den sensibleren Personen anfragen ob sie nicht Rücksicht darauf nehmen können das manche eben nicht so sensibel sind und etwas mehr einstecken/austeilen können, oder einen etwas rüpelhafteren Tonfall haben. Klar muss es da auch ganz klare Grenzen geben die nicht überschritten werden und wie gesagt wenn darauf hingewiesen wird das es für jemanden zu viel ist und bitte aufgehört werden soll dann muss auch schluss sein, aber es muss auch eine gewisse balance zwischen beiden Seiten geben. So sehe ich das zumindest.
     
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  30. mordran gesperrter Benutzer

    mordran
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    Das tut mir an der Stelle leid für deine Frau und es mag durchaus sein dass sie da ungerecht behandelt worden ist, aber das ist noch lange kein Beweis dafür dass ihr Geschlecht der ausschlaggebende Grund war. Was ich sehr wohl schon erlebt habe war dass man Leute über Benachteiligung in den Verhandlungen zu Gehaltserhöhungen halt einfach auf Deutsch gesagt los werden wollte. Ganz prominentes Beispiel
    Leute die viel Berufserfahrung haben, gut ausgebildet sind, ein entsprechendes Lebensalter haben und demzufolge teuer sind. Die ekelt man darüber raus und holt sich so einen frischen Ing. von der Uni weil der halt i.d.R. billiger ist. Das habe ich oft erlebt, betraf aber Frauen wie Männer.

    Eines darf man auch nicht vergessen, in großen Unternehmen gibt es Betriebsräte, die haben bei Einstellungen ein gewaltiges Wörtchen mitzureden. Beispielsweise Gehaltsbänder für unterschiedliche Tätigkeitsfelder werden mit dem Betriebsrat von HR Abteilungen abgestimmt. Einer systemischen Benachteiligung von Frauen oder egal welchen Gruppen wird kein Deutscher Betriebsrat jemals zustimmen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Juli 2020
  31. matssa

    matssa
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    Klar, das ist natürlich immer schwer nachzuweisen und ich persönlich kenne natürlich auch immer nur die Seite meiner Frau. Als Pädagoge kann ich mir auch nicht wirklich ein Urteil darüber bilden, ob ihre Arbeit wirklich immer so gut und wichtig war, wie sie es dargestellt hat.

    Problem ist aber eben genau diese Unklarheit. Es ist halt immer möglich, dass da Sexismus mitschwingt oder eben nicht. Und so lang die Eingruppierung Verhandlungssache ist, kann das passieren.
    Daher sollte die Bezahlung, imo, auch im privaten Sektor dahingehend geregelt sein, dass Stellen immer eine vorgegebene Eingruppierung enthalten müssen. Abteilungsleitung einer Abteilung X hat Eingruppierung Y und als solche wird diese ausgeschrieben. Tarif muss einsehbar sein, so dass für alle Bewerber oder Kollegen klar ist, was man auf einer bestimmten Stelle verdient.
    Und das muss sich halt bis in die höchste Ebene durchziehen.
    Kann man so verhindern, dass Personaler und Gruppenleiter Sexisten sind? Ne. Aber es gibt Transparenz und bei Einstellung (!) eben auch keine ungerechte Eingruppierung mehr.
     
  32. Mary Marx Lead Community Management Mitarbeiter

    Mary Marx
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    Darauf können wir uns gut einigen. :)
    Das wichtigste ist im jeden Fall: Ansprechen & gegenseitiger Respekt (bzw Verständnis für beide Seiten).
     
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  33. Gouniy

    Gouniy
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    Finde hiermit trägt Gamestar als größtes deutschsprachiges Magazin das erste mal spürbar richtig Verantwortung. Logo färben und Texte schreiben hat halt immer was von Marketing.
    Interessanter und aussagekräftiger wären natürlich inkognito Interviews mit Frauen aus der Branche, da erfährt man viel mehr, als wenn die Frauen mit Foto und Namen benannt werden, aber das ist natürlich leichter gesagt als getan. Daher schon mal Respekt an Elena und Marylin, dass man sich an so ein Thema rantraut.

    Ich kann nur von 2 Auslandssemestern in den USA sprechen, aber was mir aufgefallen ist: Amerikaner sind (zumindest an Unis) viel lässiger was Sexualität und Kontakte angeht, als hier in Deutschland. Kann mir sehr gut vorstellen, dass einige das mit ins Berufsleben nehmen. Würde mich echt mal interessieren, ob das der Grund dafür ist, dass härterer Sexismus vor allem aus Übersee bekannt ist.
     
  34. Mary Marx Lead Community Management Mitarbeiter

    Mary Marx
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    Von wem möchtest du denn konkret was dazu lesen?

    Bei beiden sagen aber eben auch dass nur, weil keine Fälle an die Öffentlichkeit gedrungen sind, es sie nicht doch gibt. Sexismus ist überall ein Problem. Auch im Gaming, auch in Deutschland.

    Was ist für dich Sexismus im großen Stile? Warum muss man Sexismus "im großen Stile" und "am eigenen Leib" erfahren haben, um über das Problem der Branche zu reden?

    Wenn das immer der gleiche Senf ist, warum ist er dann noch immer das Hauptproblem?

    Und wie gesagt, die beiden sind seit Jahren in der Gaming-Branche und haben schon an vielen Stellen gearbeitet, wodurch sie als Frauen die Entwicklung der Branche mitbekommen haben. Ihre Erfahrungen als wertlos abzustempeln halte ich für unangemessen.
     
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  35. mordran gesperrter Benutzer

    mordran
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    Das ist ein ganz ganz gefährlicher Pfad auf dem wir uns da bewegen. Sexismus wird mit Sicherheit zusammen mit Rassismus leider genauso oft als Ausrede verwendet (ohne jeden Bezug auf deinen Fall). Mal ein Beispiel aus eigener Erfahrung weil ich denjenigen selber mit eingestellt habe. Wir haben einen IT Spezialisten gesucht zum Thema Hochverfügbarkeit für Email Kommunikation, es haben sich einige beworben, auch ein Herr aus Pakistan. Der hat sich während des Vorstellungsgesprächs sehr gut verkauft fachlich, die Zeugnisse waren in Ordnung, also der wurde eingestellt. Während der Probezeit hat sich dann rausgestellt dass das ein genialer Blender vor dem Herrn war, das Know How was er dann praktisch hatte, war freundlich formuliert, überschaubar. Also wurde der während der Probezeit wieder entlassen. Der hat dann tatsächlich versucht eine Wiedereinstellung zu erwirken mit dem Argument dass ihm nur gekündigt wurde weil er Pakistani ist. Hat er letztendlich nicht geschafft, aber das ist der Grund warum ich zumindest mit den -ismen sehr sehr vorsichtig bin

    Ich kenne das um ehrlich zu sein nur so. Ich glaube nur mein allererster Job war frei verhandelt, beim Rest gab es zumindest für die jeweils ausgeschriebene Stelle einen gewissen Rahmen. In dem Unternehmen wo ich heute arbeite gibt es Gehaltsbänder für sehr viele Gruppen von Tätigkeiten, das ist relativ granular. Also Abteilungsleiter bewegen sich zwischen X und Y. Das finde ich auch OK, ein gewisser Verhandlungsspielraum muss aber trotzdem sein finde ich. Ich bin kein Freund von kompletter Gleichmacherei.
     
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  36. badtaste21

    badtaste21
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    Ein großer Aspekt des Problems ist Machtmissbrauch, welcher noch viel mehr beeinhaltet als Sexismus. Wir sehen das doch gar nicht so selten bei Menschen die viel Einfluss oder Geld haben, die in Kreisen verkehren die ihnen das direkt oder indirekt ermöglichen oder die anderen zu einem Karrieresprung verhelfen können. Dagegen hilft es bereits unnötige Hierachien in den Unternehmen abzubauen, damit "Ich Chef, du nix" Typen gar nicht erst angelockt und ermuntert werden ihre Stellung als Freischein für inakzeptables Verhalten anzusehen.

    Die Durchmischung der Berufsfelder ist sicher auch nicht verkehrt um Sexismus zu begegnen, aber das kann und sollte man nicht erzwingen. Wichtiger ist es miteinander über alles zu reden. Wir haben immer weniger so etwas wie eine Debattenkultur in unserer modernen Gesellschaft, dafür immer mehr "Bist du nicht für mich, bist du gegen mich" Lager, die entweder nicht miteinander reden oder den anderen für bescheuert halten, nur weil er die eigene Meinung nicht vertritt. Das vergiftet jeden soziologischen Fortschritt.
     
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  37. Vipa

    Vipa
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    - Ich kann dir niemanden nennen, dafür seid ihr doch die Journalisten. Aber Experten sollten tiefes Wissen auf dem jeweiligen Fachgebiet haben. Das lese ich an keiner Stelle aus dem Interview; es fehlt wie gesagt an allem, was über Allgemeinheiten hinausgeht, keine konkreten Daten, Studien, was auch immer, ja nicht mal konkrete Einzelfälle. Schön, dass die beiden Erfahrungen als Frauen haben, das macht sie nicht zu Experten. Ich lebe auch als Mann, macht mich nicht zu einem Experten auf dem Gebiet "Männer" und Sexismus.
    - Sie müssen es nicht unbedingt im grossen Stil am eigenen Leib erfahren haben, aber das wäre zumindest so eine mögliche Minimalvoraussetzung, wenn sie schon sonst nichts haben, das sie als Experten auszeichnet.

    - Weil Sexismus im Kleinen (edit: gesellschaftlich) irrelevant ist. Wenn eine einzelne Person von einer anderen Sexismus erlebt, dann ist das ein Einzelfall, den kann man zur Not gerichtlich verhandeln und nicht in der Gesellschaft austragen. Wenn Millionen von Millionen mit Sexismus geplagt werden, dann ist es gesellschaftlich relevant. Wenn Millionen durch ziemlich wenige ein Problem haben (heute das wahrscheinlichste Szenario), dann sollte man diese Leute angehen und nicht die ganze Gesellschaft dauernd mit den gleichen Binsenweisheiten zumüllen - (edit: ) denn die Mehrheit ist ja eben genau nicht das Problem. Da müsste man auch ressourcentechnisch viel gezielter handeln, als alles damit zu berieseln. Die die es nicht interessiert hören so offenstlichlich nicht hin.

    - Ist es "das Hauptproblem"? Hauptproblem von was konkret? Sexismus ist für die allermeisten überhaupt kein Problem, bestenfalls ein Nebenproblem neben Job, Essen, Wohnen, Corona, also kann es schonmal kein "Hauptproblem" der Gesellschaft sein. Es ist bestenfalls das Hauptproblem für den Feminismus. Und da wiederum dürfte Gaming ebenfalls eine Nische sein.
    - Edit 2: Auch in der Gaming-Branche ist das kein Hauptproblem. Die hat existentiellere Probleme, die wesentlich mehr Leute wesentlich schlimmer treffen: Schlechte Arbeitsbedigungen, Crunch, (für IT) tiefe Löhne, Ausnutzbarkeit an jeder Stelle, weil es ein starkes Überangebot an Arbeitswilligen im Vergleich zu Jobs in der Branche gibt usw. Es gibt Leute die sehen ihre Familie monatelang nicht mehr, weil sie kaum nach Hause können. Da klopft Sexismus höchstens als Mitproblem hin und wieder auch noch an die Tür, aber mehr auch nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Juli 2020
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  38. Jan Shepard

    Jan Shepard
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    Das frage ich mich auch bei diesen ganzen Kindern von sogenannten Helikoptereltern. Die werden ihre gesamte Kindheit und Jugend verwöhnt und dann in ihren 20ern ins kalte Wasser geschmissen. Kann mir gut vorstellen, dass einige daran zerbrechen wenn Schwierigkeiten auftreten und nicht alles läuft wie geplant.

    @Topic: Ich denke, dass man bei der Erziehung ansetzen sollte. Mädchen, die sich für Technik und Spiele interessieren, sollten nicht in eine andere Richtung gedrängt werden, sondern ihren Interessen nachgehen können. Finde es schade, dass in der Werbung Mädchen und Jungen so unterschiedlich angesprochen werden. Bei einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis ist Sexismus deutlich seltener als in reinen Männer- oder Frauenrunden. Die Generation der Millenials hat da auch eine andere Sensibilität als die Baby Boomer, die ganz anders sozialisiert wurden.
     
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  39. rickyfitts gesperrter Benutzer

    rickyfitts
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    Schön, dass ihr das Thema mal etwas über die einzelnen News zu akuten Vorfallen hinaus in einem solchen Interview einordnet und vertieft.

    So ein Interview oder einen Artikel zum Thema LGBT Repräsentation in Spielen hätte ich mir von euch auch im Pride Month gewünscht, aber da hat es euch ja gereicht für den eigenen Ansehensgewinn ein bisschen Regenbogen ins Logo zu malen und sich damit sehr Diversity-freundlich zu fühlen. Wenn ihr das nächstes Jahr wieder macht, schreibt euch bitte schon jetzt mal einen Erinnerungszettel, das da ein bisschen mehr kommen muss, um das nicht erneut wie ein Pinkwashing-Lippenbekenntnis aussehen zu lassen.
     
  40. Sace

    Sace
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    Finde ich gut, das Interview. Zwar einige Wiederholungen und stellenweise etwas schwammig formuliert, dafür aber explizit nicht wieder Frauen als größte Opfer der Gesellschaft hingestellt sondern relativ neutral & alle betreffend formuliert. Vielen Dank dafür!
     
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