Political Correctness Sammelthread

Dieses Thema im Forum "Smalltalk" wurde erstellt von abelian grape, 7. März 2019.

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  1. Vicarocha gesperrter Benutzer

    Vicarocha
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    Vielleicht noch 4. das Prinzip der Kontaktschuld, um jede Form von Solidarisierung und selbst von Neutralität im Keim zu ersticken.
     
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  2. Dawizard

    Dawizard
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    Richtig. Deine Behauptung war, dass es kein Doppelstandard sei sondern der Kontext die unterschiedliche Bewertung legitimieren würde. Ich habe daraufhin gefragt welcher Kontext das sein soll und deine Antwort war...wann du eine Jogginghose trägst. OK :nixblick:

    Wenn von "rechter Cancel Culture" gesprochen wird ist es meistens wie wenn von kriminellen Ausländern in rechten Parteien gesprochen wird: Die Sprechenden übernehmen nicht das Narrativ, sie zeigen wie diejenigen die diese Narrative verbreiten an ihren eigenen Standards scheitern.
     
  3. casadechrisso

    casadechrisso
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    Ich denke das Essay von Contrapoints hat die wesentlichen Punkte des Cancelns gut zusammengefasst. Essentialismus, aus Vermutungen/Andeutungen werden klare Tatsachen gemacht, maßlose Übertreibungen, das endlose Herauswühlen von "Beweisen" ohne Kontext, eine Beweisführung die nicht darauf abzielt einen Fehler zu beweisen, sondern daß der Charakter schon immer persona non grata war und schon "problematisch" geboren wurde, kurz, totale Charakter-Vernichtung mithilfe von, was wir Doofen so "Mental Gymnastics" nennen. Und wirklich ausufernder Sadismus, der sich eigentlich für ach-so aufgeklärte, Toleranz predigende Menschen verbitten sollte.

    Weiterhin ist natürlich der aufgehetzte Mob wesentlicher Bestandteil des Cancelns, eine große Follower-Basis gehört unbedingt dazu.
    Und auch dazu gehört daß die gecancelte Person quasi überhaupt keinen Weg hat noch irgendetwas richtig zu machen, weder Rückzug, Gegendarstellung noch Entschuldigung funktionieren, allein Überleben bis Gras drüber gewachsen ist.

    Für mich weiterhin wesentlicher Punkt dessen was "Cancel Culture" als Massenphänomen innerhalb der Linken/Progressiven Blase ausmacht ist daß es zum größten Teil innerhalb der eigenen Community stattfindet, und überhaupt nichts mit hierzulande von Rechten so gerne aufgeführten Fällen wie Lisa Eckhard etc. Die zählen für mich schon gar nicht mehr zu "Cancel Culture", da sie sich mir viel mehr mit z.B. prominenten Fällen wie Contrapoints, Lindsay Ellis, James Charles u.ä. eingeprägt haben, und das sind auch die Fälle wegen denen ich Cancel Culture nicht nur für sehr existent sondern auch für ein massives Problem innerhalb der progressiven Blase halte. Davon, daß prominente Rechte sich gegenseitig canceln habe ich tatsächlich noch nichts mitbekommen, das Canceln von Verbündeten/Freunden/Allies innerhalb der Progressiven ist aber Tagesordnung und wahrscheinlich der einzige Grund warum "Drama Channels" auf Youtube so gut funktionieren. Und diese Art der Cancel Culture kotzt mich an. Wenn man hierzulande damit eher das Canceln der anderen Seite versteht, wunderbar, so sollte es sein, und da ist ja eigentlich nicht neu - leider auch nicht daß es dabei massive Fehler geben kann, von Dreyfus bis Kachelmann - aber dafür musste nicht erst das Wort "canceln" erfunden werden. Was es aber zur "culture" macht ist weniger ein prominenter Fall wie Weinstein, sondern der Gebrauch des cancelns als Waffe für wirklich jeden Vogelschiss der einem innerhalb der eigenen Community nicht passt. Ich wiederhole, Youtube-Drama, Cancel Culture in Reinkultur, die leben davon die kleinen oder großen Ausrutscher im Kollegenkreis so aufzublasen bis es Tote gibt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Juli 2021
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    Aber ist der Begriff nicht auch hier schon an der Grenze zur Beliebigkeit bzw., wird mit der Verwendung des noch recht jungen Begriffs nicht jedenfalls der Eindruck erzeugt, es handle sich um neuartige Phänomene, obwohl das Phänomen der Ausnutzung sozialen Drucks so neu nicht ist? Auch die Bezeichnung als "culture" legt ja jedenfalls nahe, es handle sich um eine Kultur innerhalb bestimmter (in der faktischen Verwendung: linksliberaler) Kreise, obwohl es das Grundphänomen wohl in quasi jedem Kollektiv geben dürfte.
     
  5. Hank J.

    Hank J.
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    der problematik erscheint deswegen neu, weil es jetzt von leuten praktiziert wird, die noch vor wenigen jahren für das gegenteil eingestanden haben, also sich gegen zensur, sprach- und denkverbote positioniert haben. desweiteren ist die reichweite der sozialen medien praktisch unbegrenzt. die dezentralisierung des sozialen drucks hingegen ist nicht wirklich neu, wenn man sich beispielsweise die hexenjagden anschaut. entgegen der landläufigen meinung fanden die weder exklusiv in europa statt (in manchen ländern der welt geschieht das selbst heute noch) noch waren sie eine erfindung der katholischen kirche, die das treiben insgesamt sogar verurteilte und teilweise unterbunden hat. es gab hingegen einige einflussreiche geistliche und akademiker, die damit die bevölkerung angestachelt haben - heutzutage nennt man das stochastischen terrorismus.

    um C.S. Lewis zu paraphrasieren: "wir haben nicht aufgehört, hexen zu verbrennen weil es unmoralisch ist, sondern weil wir aufgehört haben, an hexen zu glauben." natürlich ist die moderne cancel culture nicht direkt mit der hexenverfolgung zu vergleichen, aber die systematik weist deutliche parallelen auf - ein uraltes problem dank der unkomplizierten und direkten globalen kommunikation im neuen gewand. ich denke, da kann man schon von einer gewissen kultur sprechen.
     
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    Dass das Internet da eine Katalysatorfunktion hat, kann man denke ich nicht bestreiten (offener ist, inwieweit das ausgeglichen wird durch den vereinfachten Zugang zur öffentlichen Meinungsäußerung). Ich bleibe aber unsicher, ob man wirklich so neue Phänomene beschreibt. Dass politischer Linksliberalismus ein Stück weit gespalten ist zwischen dem Verlangen nach negativer und positiver Freiheit, also einerseits dem Verlangen danach, dass die Mehrheit der Minderheit Rechte zugestehen muss, dass aber andererseits die gewonnenen Rechte auch geschützt werden müssen, ist ja nun ebenfalls nichts neues, und darum scheint es mir bei vielen Forderungen - jedenfalls auch - zu gehen. Manche dieser Forderungen sind falsch, aber das wird ja durchaus auch in konkreten Fällen diskutiert, ohne die General-Ebene Cancel Culture betreten zu müssen.

    Ich würde das, was du sonst ansprichst, wohl als relativ gewöhnlichen politischen Vorgang bezeichnen, nämlich als Versuch, Stimmungen zu erzeugen. Das geschieht aber von denen, die sich medial besonders besorgt über Cancel Culture zeigen, oft ebenso; es ist ja nicht so, als würde hier nicht personalisierte Kritik an einzelnen Vorgängen abgespult, um einzelne, richtige Forderungen abzuwürgen. Der Begriff Cancel Culture umfasst aber eben in der standardmäßigen Verwendung quasi nur Dinge, die man früher als "politische Korrektheit" oder ähnliches bezeichnet hat, und damit werden Forderungen von Linksliberalen und Linken abgewatscht. Dadurch wird der Begriff selbst zum politischen Kampfbegriff.

    Ich weiß nicht, ob ich deinen Vergleich mit der Hexenverfolgung für passend halte. Diese Formen kollektiven Wahns gibt es natürlich, und natürlich gibt es sie auch in linken Strömungen, aber das scheint sich mir doch eher in Verschwörungstheorien zu äußern.
     
  7. Sace

    Sace
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    Es gibt doch noch Hoffnung, die "Anti-Wokeness-Bewegung" innerhalb der Demokraten scheint zumindest etwas Fahrt aufzunehmen:
    https://www.stern.de/politik/auslan...gehen-auf-distanz-zu-den-linken-30611070.html

    Chimamanda Ngozi Adichie schrieb vor kurzem noch zum Thema Cancel Culture:
    https://www.chimamanda.com/news_items/it-is-obscene-a-true-reflection-in-three-parts/

    Treffend zusammengefasst wird im letzten Absatz:
    Sie war Ziel mehrerer (Mord-)Drohungen und Beleidigungen. Ihr Verbrechen? "Trans Women are Trans Women" zu meinen.
     
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  8. Hank J.

    Hank J.
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    es ist ja zumindest in meinen augen kein wirklich neues problem. die empfundene neuartigkeit liegt einerseits an den sozialen medien, von welcher seite das heute ausgeht und der dezentralisierung. der einzig neue faktor sind die sozialen medien, deswegen ja auch mein vergleich mit den hexenjagden, weil's in beiden fällen parallelen gibt, die ich ja in meinem letzten post erläutert habe.

    um den vergleich weiter zu bedienen: von ca. 3 millionen menschen, die in Europa der hexerei beschuldigt wurden, wurden 'nur' 30.000 - 60.000 hingerichtet, was einem prozentwert von 1-2% darstellt. als verteidiger dieser praktik könnte man durchaus die position vertreten, erfolgreiche hexenverbrennungen wären einzelfälle gewesen und auf gar keinen fall ein indikator für irgendeine kultur. ich halte das für keine besonders sinnvolle argumentation, wohlgemerkt, denn das ganze hatte ja einen immensen effekt auf das soziale und kulturelle klima der damaligen zeit. ich würde das auch nicht als wahn bezeichnen, sondern als logische konsequenz einer fehlerhaften prämisse. denn wären hexen im sinne des damaligen verständnisses tatsächlich real, also menschen, die sich unheiligen und schädlichen kräften bedienen, um unglück, krankheit, tod und hunger zu beschwören, dann ist die handhabe nicht von wahnsinn, sondern von einer brutalen rationalität geprägt. ich verstehe aber auch nicht, was das alles mit verschwörungstheorien zu tun haben soll, wenn ich ehrlich bin.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juli 2021
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  9. Hank J.

    Hank J.
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    die dems in den USA sind in meinen augen allerdings ein paradebeispiel für kulturlinke. wenn die als links gelten, dann ist die CDU linksradikal. :ugly:
     
  10. Ixalmaris

    Ixalmaris
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    Auch wenn es nicht offen kommuniziert wird scheint es bei den Demokraten im Moment einen Machtkampf zu geben.

    Die BLM Proteste und die nationale Aufmerksamkeit haben dem linken Flügel um Cortez einen ziemlichen Auftrieb gegeben welche auch für andere "woke" Politik steht.
    Nun schwingt das Pendel aber wieder in die andere Richtung, gerade weil die stark gestiegene Kriminalität in den USA ein immer größeres Thema wird und die Demokraten befürchten das sie die Midterms verlieren wenn sie die Kriminalität nicht in den Griff bekommen.
    Dazu passt das beim demokratischen Vorentscheid in New York Adams mit einer "Law & Order" Plattform gewonnen hat. Interessant dabei ist das Adams zu großen Teilen bei der armen und schwarzen Bevölkerung gepunktet hat welche, so sollte man denken, ja eher für Defund the Police sein sollte. Allerdings ist daraus anscheinend, wie so oft, ein Elitenprojekt für Leute die Woke erscheinen wollen geworden während die eigentlich Betroffenen andere Sorgen haben.
     
  11. Charaktermaske

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    Wenn man nicht von einer wirklichen Neuartigkeit ausgeht, stellt sich aber natürlich die Frage, ob es sinnvoll ist, den Begriff der Cancel Culture dafür zu nutzen, eben weil er als Kampfbegriff mit einer relativ klaren Feindrichtung - vermeintlich woke Linksliberale - fungiert. Wie gesagt: Diskussionen bspw. über Probleme und Potentiale sozialer Medien und über die von ihnen ausgehenden Wirkungen gibt es auch unabhängig von der Diskussion über Cancel Culture, in der üblicherweise sehr viele Dinge auf einmal vermischt und vereinseitigt werden. Und natürlich kann man das Nutzen von sozialem Druck außerhalb rechtlich geregelter Verfahren wie dem Rechtssetzungsprozess kritisch sehen, aber dann stellt sich schon die Frage, ob die Fokussierung auf die unter Cancel Culture subsumierten Arten dieses Drucks sinnvoll ist und andere Formen ausgenommen werden sollten, wie es jedenfalls in der Begriffsverwendung in den Medien geschieht.

    Ich bezweifle bei dem Vergleich mit Hexenprozessen, dass es sich um relevant gleiche Phänomene handelt, weil die in Frage stehenden Probleme in meinen Augen ganz andere sind (Hexen als Bedrohung qua ihrer Natur vs. Grenze der Meinungsfreiheit) und mir nicht ganz klar ist, welche konkreten Fälle dir vor Augen stehen. Dass der Aspekt dezentraler Durchsetzung nicht neu ist, d'accord, aber ich weiß nicht, ob man dafür Hexenprozesse als Vergleich braucht. Ich weiß aber auch nicht, ob das nicht zu weit vom Thema weg führt. Im Zweifel vielleicht per PN.
     
  12. Dawizard

    Dawizard
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    Nein, er ist schon weit jenseits davon. Alles was Rechte/Konservative und diejenigen die sich bei ihnen anbiedern wollen doof finden ist "Cancel Culture".

    Deine Unterstützung für einen faschistischen Putschversuch hat Konsequenzen? "Cancel Culture".
    Deine wissenschaftsfeindliche Polemik macht dich ungeeignet als Testimonial für die Förderung von wissenschaftlichem Denken? Du kannst danach in jedes Mikrofon über die "humane Variante des Pogroms" gegen dich jammern und weiter ungestört im ÖR deinen Bullshit verbreiten? Trotzdem "Cancel Culture".
    Die Nachlassverwalter eines Autors ziehen freiwillig ein paar seiner Werke zurück oder eine Firma benennt freiwillig ihre Tomaten-Paprika-Pampe um? "Cancel Culture".
    Hinweise vor Fernsehprogrammen? "Cancel Culture".
    Terrorismus? Irgendwie auch"Cancel Culture" weil $GRUENDE.
    Nazitäter und Nazis die gerne Täter gewesen wären konnten nach dem Krieg weiter von ihren Taten schwärmen? Alles andere wäre "Cancel Culture".
    Dein Pferd wird wegen Doping disqualifiziert? Ein schrecklicher Fall des woken Cancelmobs :(


    Wo die angeblichen Verteidiger der Meinungsfreiheit und der Freiheit der Wissenschaft nicht über "Cancel Culture" und "PC" jammern:
    Wenn gegen eine Wissenschaftlerin gehetzt wird weil ihre Forschung nicht ins Weltbild mancher Menschen passt
    Wenn der ÖR wieder einmal einen Kniefall macht weil Nazis sich angegriffen fühlen könnten. Immerhin hat Tom Buhrow dieses Mal nicht seine Mitarbeiter unter den Bus geworfen.
    Wenn Lehrer wegen Engagements gegen Nazis denunziert werden
    Wenn es tatsächlich gesetzlich verboten Informationen über Abtreibungen zu nennen
    Wenn Kampagne von radikalen Rechten und ihren "bürgerlichen" Freunden zur Löschung unliebsamer Fakten über einen CDU-Kandidaten führt
    Wenn nach einer rechten Kampagne ein Minister eine wissenschaftliche Definition ändern lässt


    "Boycotts, they're like sexual assault allegations: They should only have consequences for liberals"



    Du hast deine Frage selbst beantwortet :nixblick:
     
  13. Hank J.

    Hank J.
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    cancel culture ist ein schnittiges schlagwort, deswegen wird es häufig genutzt. es ist ja auch gefühlt ein neues phänomen, wie ich ja in meinen vorherigen posts argumentiert habe, was durchaus die entstehung eines neuen begriffs für ein eigentlich altes problem erklären kann. öffentliche diskussionen neigen in letzter zeit dazu, moralisierend und emotionalisierend geführt zu werden, was natürlich eine gemeinsame diskussionsgrundlage erschwert. ich halte es für wenig zielführend, sich hier über begrifflichkeiten zu streiten, da anscheinend ja ein gewisser konsens dahingehend besteht, dass das, was mit cancel culture gemeint ist, doch irgendwo existiert. ich habe den eindruck, es geht eher darum, den ton und die sprache regulieren zu wollen, also man kann ruhig über die inhalte diskutieren, die man unter dem begriff cancel culture zusammenfassen möchte, dafür musst du dann aber meine sprache sprechen.

    bei der cancel culture geht es insofern um meinungsfreiheit, wie auch die anschuldigung, eine hexe zu sein darunter fallen würde. die kultur hat sich geändert, heute wird (bei uns zumindest) niemand mehr verfolgt, wer als hexe bezeichnet wird. vielmehr verbindet CC und hexenjagden die angebliche bedrohung, die von den beschuldigten ausgeht als auch der damit verbundene vigilantismus. nicht die anschuldigungen sind das problem, sondern wie damit umgegangen wird.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Juli 2021
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  14. Sace

    Sace
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    Meinst du etwa tone policing?
     
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    Ich glaube nicht, dass das bloße Begriffsstreitigkeiten sind, siehe den Post von Dawizard. Mir scheint da ein ganz zentraler Punkt wirklich zu sein, dass der Begriff vornehmlich gegen Linksliberale eingesetzt wird, dort aber für alle möglichen Phänomene. Man kann natürlich sagen, dass man selbst den Begriff eben anders verwendet, aber dann muss man sehr vorsichtig sein, wenn andere den Begriff verwenden, weil man nicht weiß, ob die ebenfalls vom eigenen Verständnis ausgehen. Natürlich kann das nicht darauf herauslaufen, irgendwelchen (jedenfalls in öffentlichen Diskursen) unerreichbaren Idealen an Begriffsklarheit hinterherzulaufen, aber die Frage, ob es Cancel Culture "wirklich gibt", hängt eben schon damit zusammen, denn die wenigsten würden ja wohl etwa die Katalysatorfunktion der öffentlichen Medien bestreiten beispielsweise, sondern diese eher anders bewerten oder die Verengung auf "woke" Positionen beklagen. Mir geht es da auch nicht um Regulierung des Tons, sondern um genauere Erfassung der Probleme.

    Ich bleibe skeptisch, ob der gemeinsame Nenner zwischen Hexenjagden und Cancel Culture annähernd groß genug ist, um einen sinnvollen Vergleich anzustellen. Sozialen Druck außerhalb rechtlich geregelter Verfahren gibt und gab es immer, Boykottaufrufe gegen Einzelne ohne dass diese rechtlich verurteilt wurden o.ä. auch, da muss man nicht bis zu den Hexenjagden zurück.
     
  16. Sace

    Sace
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    Innerhalb dieses Umfelds ist das kein Problem, wir befinden uns inzwischen auf Seite 285 und es lässt sich alles nachlesen.

    Ich finde schon, dass der Vergleich sinnvoll ist, denn die Mechaniken ähneln sich sehr. Natürlich gab es derlei Bestrebungen schon immer. Neue Technologien und besonders neue Richtungen, aus denen heraus diese Bestrebungen eingebracht werden, befeuern die gesellschaftliche Spaltung aber weiter. Wie hier schon angemerkt wird der öffentliche Diskurs von links immer elitärer, siehe auch den versuchten Ausschluss von Wagenknecht bspw. Meinungsvielfalt wird durch Konformität ersetzt. Darf man sicherlich auch (noch) drüber reden, oder?
     
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    Spätestens wenn man sich auf Beiträge stützt bzw. solche verlinkt, die außerhalb dieses Umfelds entstanden sind, wird es trotzdem problematisch. Privatsprachen scheinen mir nicht sonderlich nützlich.

    Natürlich kann man darüber reden, ich wüsste nicht, wo ich das bestritten habe. Einen Ausschluss aus einer Partei aufgrund von Aussagen, den ein großer Teil der Partei für nicht mit deren Ausrichtung vereinbar hält, zu vergleichen mit Hexenverbrennungen scheint mir aber völlig abwegig. Da passen andere Beispiele besser (Blockieren von Luckes Vorlesungen zB, unabhängig, wie man das bewertet), aber auch da denke ich wie schon gesagt, dass man nicht bis zu Hexenverbrennungen zurückmuss.
     
  18. Sace

    Sace
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    Das war auch nur das Beispiel für den sich ändernden Diskurs bzw. die Definition von "Links", siehe den vorhergehenden Teilsatz. Die Parallelen zu Hexenverbrennungen hat @Hank J. mMn. schon ausreichend beschrieben.

    Kann man gut drüber diskutieren, wobei diese Blockaden ja ein isolierteres Phänomen sind. Falls du bessere entsprechend weit verbreitete Phänomene beschreiben möchtest oder Gedanken dazu hast, bist du von meiner Seite aus immer herzlich eingeladen, ich lese alle Beiträge mit Interesse.
     
  19. Makney

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    naja, die Parallelen sind schon, da nur das man halt heute nicht mehr die Leute verbrennt. Es war ja ein Beispiel dafür das es kein neues Phänomen ist sondern schon hunderte Jahre alt ist.

    Und ich gehe sogar noch weiter das das Cenceln in unserer Kultur und dem Gruppen bilden welches der Mensch macht tief verwurzelt ist. Weil an sich ist auch Rassismus, Antisemitismus usw. ja auch ein Canceln einer andern Gruppe/Personen. Weil es darum geht die eigene Gruppe vor "Eindringlingen" oder Leuten wo mein der Meinung ist die gehören nicht in die Gruppe, zu schützen und sich und die Gruppe als besser darzustellen. Mobbing in der Schule ist z.b. auch ein Canceln und schützen der eigenen Gruppe in Verbindung der Besser Stellung der eigenen Gruppe. Wie stark und einschneidend das Canceln am ende ist hängt von der Gruppen Größe ab, je größer die Gruppe des so merh schaden wird beim Opfer verursacht, das geht halt dann von Kack Schulzeit bis Völkermord.
     
  20. Charaktermaske

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    Innerlinke Diskussionen und Anfeindungen sind nun allerdings auch beileibe nichts, was annähernd neu ist, man muss sich ja nur mal Marx' Meinung zur Sozialdemokratie anschauen, oder als jüngstes Beispiel das zumeist nicht unter Cancel Culture subsumiert wird, die Abspaltung der WASG. Neu bzw. verändert sind vielleicht die Dinge, über die gestritten wird, aber das allein dürfte ja noch nicht das Canceln ausmachen. Dass ich den Vergleich zu Hexenverbrennungen für unpassend halte, habe ich ja schon mehrfach gesagt.

    Dann verliert der Begriff allerdings auch die letzte Kontur und sollte gänzlich vermieden werden, wenn von Mobbing bis Völkermord alles Canceln ist, und löst sich darin auf, nicht aus Gruppendruck zu handeln- richtig, aber wenig geeignet zur Erklärung und Lösung konkreter Probleme.
     
  21. Hank J.

    Hank J.
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    hinter dem streit stehen ja auch ideologische positionen. man kann nicht einerseits den begriff cancel culture ablehnen und sich dann über die einseitigkeit der benutzung echauffieren. ich weiss nicht wie oft wir in diesem thread schon die zirkeldiskussion von 'cancel culture gibt es nicht, das ist ein rechtes schreckgespenst' zu 'aha! cancel culture von rechts!' durchexerziert haben. im zuge dessen wird dann auch gegen gespenster argumentiert, weil das konzept 'cancel culture von rechts' zumindest hier niemand ablehnt bzw. niemand davon ausgeht, dieses phänomen liesse sich auf einen teil des politischen spektrums reduzieren. dass der begriff oft auch zweckentfremded wird, geschenkt. das ist aber kein alleinstellungsmerkmal sondern findet sich überall wieder, wie z.b. auch wenn begriffe wie 'freiheit', 'demokratie' oder 'sicherheit' als vorwand genutzt wirken, anderen menschen bomben auf den kopf zu werfen.

    ich habe ja meinen gedankengang bzgl. des vergleichs dargelegt und fände des recht unproduktiv, das alles nochmal zu wiederholen. ich möchte dich ja auch gar nicht überzeugen, sondern dir nur erklären, warum ich den vergleich für sinnvoll halte.
     
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  22. acer palmatum

    acer palmatum
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    Meddlfranken (tatsächlich)
    "Asterix neu gelesen

    Zwanghafte Prügeleien und ein bisschen Rassismus

    ...

    Die Entstehungszeit der Reihe legt eine andere Lesart nahe. Schließlich fiel das Erscheinen des ersten Bandes mit dem Zusammenbruch des französischen Kolonialreichs zusammen: 1958 erklärte Guinea als erste französische Kolonie in Afrika seine Unabhängigkeit. 1960 folgten vierzehn weitere Kolonien, zwei Jahre später Algerien. Dazwischen, im Juli 1961, erschien das erste Album um den kleinen schnauzbärtigen Widerstandskämpfer: „Asterix der Gallier“.

    ..."

    Da bin ja froh das ich nie ein großer Asterix-Fan war. :ugly:

    Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.d...-bisschen.1270.de.html?dram:article_id=500168
     
  23. Klatsch

    Klatsch
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    Nochmal kurz zum Vergleich mit der mittelalterlichen Hexenverfolgung.

    Es geht ja vor allem ums Prinzip, also kein Gericht und ein wütender Mob entscheidet bzw. nimmt massiven Einfluss und das eben vom Hörensagen.

    Dann kam das Argument, dass es so nicht vergleichbar wäre, weil es absolut gesehen relativ wenige der als Hexe Beschuldigten waren, die dann auch umgebracht wurden. Erstmal ist das kein Argument und zweitens, wird sicherlich ein vielfaches an Beschuldigten, vertrieben worden sein, oder gemieden, also auch bei der Berufung und dem Verdienst des Lebensunterhalts.
     
  24. Charaktermaske

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    Bei der Anführung "Cancel Culture von Rechts" wird es wohl eher um eine Kritik daran gehen, dass der Begriff im öffentlichen Diskurs für die darunter gefassten Phänomene nicht verwendet wird- aber sei's drum, ich kann Ermüdungseffekte nach 285 Seiten verstehen.

    Man müsste sich halt schon mal anschauen, welche Fälle, in denen von Cancel Culture die Rede ist, überhaupt rechtlich fassbar sind, damit ein Gericht entscheiden kann. Nur ein Beispiel: Verdachtskündigungen, wo es auch um Hörensagen geht, gab es auch vor und gibt es unabhängig von der Diskussion um Cancel Culture. Und natürlich gibt es Hinsichten, unter denen man das vergleichen kann, u.a. angesichts der deutlich unterschiedlichen Intensität und der übrigen Gründe halte ich das aber letztlich nicht für zielführend.
     
  25. Sace

    Sace
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    Muss man nicht zwangsläufig, um die "Kultur" dahinter zu kritisieren. Ganz besonders seit Twitter mit den Möglichkeiten, die es bietet, ist wieder diese Art von Vigilantismus auf dem Vormarsch, in rechten und linken Filterblasen.

    Warum? Und um welches Ziel geht es?
     
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    Dass das Internet hier verstärkend wirkt, ist ja auch von Beginn an meine Position. Dass Gruppendynamiken, Boykottaufrufe etc. aber erst seit dem Internet verstärkte Wirkung haben, bezweifle ich dann doch relativ stark, wenn ich allein auf die Geschichte der BRD schaue.
    Und klar, man kann die "Kultur" kritisieren. Es gilt aber mE weiterhin: die einzelnen Phänomene unterscheiden sich viel zu stark, um sie auf einen sinnvollen gemeinsamen Nenner bringen zu können, den man dann auf dieser Abstraktionsebene diskutieren könnte.

    Der Vergleich diente, wenn ich das richtig verstanden habe, dem Aufzeigen dessen, dass (dezentrale) Gruppendynamik ein bestimmendes und konstitutives Element von Cancel Culture sei. Dass es Gruppendynamiken, verstärkt durch das Internet, gibt, kann man denke ich kaum bestreiten. Mein Problem mit dem Vergleich ist zum einen, dass er mE unnötig hochgreift, wenn Verbrennungen von Menschen aufgrund von Gerüchten gleichgesetzt werden mit den Dingen, die man heute unter Cancel Culture fasst und dadurch das heutige Problem überbewertet (man kann natürlich sagen, es geht um das Prinzip, aber zumindest unterbewusst wirkt das Schreckensbild "bald brennen die Menschen" dennoch).
    Zum anderen unterschlägt es die Potentiale: man könnte Gruppendynamiken auch als Demokratisierung, Emanzipation begreifen. Ich würde mich aber ebenso dagegen wehren, hier Parallelen zur Anfangsphase der französischen Revolution zu ziehen, obgleich es vielleicht auch hier Parallelen gibt.
    Zuletzt habe ich jedenfalls Unbehagen, Phänomene aus völlig anderen Gesellschaftsformationen mit den heutigen zu vergleichen; das scheint mir auf ein anthropologisches Argument hinauszulaufen, das ich wohl nicht mitgehen würde, weil ich die Diskussion um Cancel Culture eher als Problem eines Systems auffassen würde, das individuelle Freiheit gleichzeitig in den Mittelpunkt stellt und unbestimmt lassen muss, was darunter zu verstehen ist.
     
  27. Sace

    Sace
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    Ich denke, es gilt als erwiesen, dass soziale Netzwerke der Cancel Culture einen enormen Schub verliehen haben. Technologie sei Dank wurde, wenn wir uns erinnern, bspw. der Bayern 3-Moderator Matuschik ganz international gehasst, inkl. teils rassistischer Beleidigungen und Morddrohungen an ihn und seine Familie.

    Da musst du nochmal genauer lesen, denn es ging nicht darum, die abschließenden Strafen miteinander zu vergleichen, sondern die Gemeinsamkeiten der Wege bis zu diesen. Das kann nicht genug überbewertet werden. Dass Verbrennungen bzw. Hinrichtungen nicht ungleich schlimmer sind, als Jobverlust oder "nur" Morddrohungen auf Basis einer vermeintlich gerechten Sache, hat hier niemand behauptet, das war nicht Kern der Vergleiche.
     
  28. Dead man walking tot, aber glücklich

    Dead man walking
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    Deshalb steht genau hinter der von dir zitierten Stelle noch etwas in der Klammer.
     
  30. Sace

    Sace
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    Gut, an dieser Stelle würde ich dann statt "Hexenverbrennungen" das präzisere Wort "Hexenverfolgung" nutzen, wenn du dich explizit am Wort "Verbrennungen" störst.
     
  31. Dawizard

    Dawizard
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    Dann kannst du doch garantiert zahlreiche Beispiele nennen wo jemand einerseits den Mythos "Cancel Culture" bestritten hat und andererseits "Cancel Culture" anders als in Referenz auf diesen Mythos verwendet hat.
     
  32. Sace

    Sace
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    Du selbst bist auch gleich das beste Beispiel. Erst gefühlte 100 Beiträge mit "angebliche Cancel Culture" verfassen, bei Diskussionen reflexartig "das ist keine Cancel Culture, sondern X" schreiben und zuletzt kommen hauptsächlich Beiträge von dir mit Beispielen vermeintlich rechten cancelns in der Art "Natürlich ist das hier keine Cancel Culture".

    Mein persönlicher Favorit ist aber #8965 in diesem Thread: "angebliche Cancel Culture" zusammen mit "in Wirklichkeit canceln ja die anderen" in einem einzigen Beitrag!
     
  33. Charaktermaske

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    Das würde nicht viel ändern, weil bei Hexenverfolgungen klar ist, dass sie zu Verbrennungen geführt haben. Das Problem liegt im Hervorrufen der Abscheu vor Hexenverbrennungen, die durch den Vergleich auf Cancel Culture übertragen wird, auch wenn man den Vergleich auf die Mittel beschränken möchte. Das ist nicht der einzige und nichtmal der wichtigste Grund, aus dem ich den Vergleich für nicht sinnvoll halte, s.o., aber es ist ein weiterer, ihn nicht zu nutzen.
     
  34. Dawizard

    Dawizard
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    Richtig, ich zeige gerne den Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei Rechten. Egal ob es um die angebliche Verteidigung der Meinungsfreiheit, Männlichkeitsideale oder "small government" geht.

    Gefragt waren aber Beiträge wo jemand "'Cancel Culture' anders als in Referenz auf diesen Mythos verwendet hat." Also?
     
  35. Sace

    Sace
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    Du kannst jederzeit mit eigenen bzw. besseren Beispielen ergänzen. Bis dahin bleibt es in meinen Augen der momentan treffendste Vergleich. Denn hingerichtet wurde auch in anderen Angelegenheiten, der Aufbau bis dahin, per einfachen Gerüchten und Denunziation, zeigt hingegen eindeutig Parallelen auf. Und fast jeder kann etwas mit Hexenverfolgung anfangen, was es anschaulicher macht.

    Gefragt waren Personen, die hier einerseits behaupten, Cancel Culture sei eine (eigentlich nicht existente) Erfindung der Rechten und andererseits selbige der Cancel Culture bezichtigen, das war die Aussage von Hank und das, was du hier anzweifelst. Du bist eine dieser Personen in diesem Thread.
     
  36. Shavo Odadjian Gonorrhea Gorgonzola

    Shavo Odadjian
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    Ich weiß gar nicht, was das krummste an den Hexenverfolgungsvergleichen ist.
    Die Tatsache, dass Hexenprozesse in der Regel vor weltlichen Gerichten geführt wurden und eben nicht vom "Mob".
    Oder die Tatsache, dass bei der Hexenverfolgung prinzipiell (gemessen am Anklagepunkt: Hexerei) nur Unschuldige betroffen sein konnten.
    Oder die Tatsache, dass Hexenverfolgung (bzw. besser Progrome generell) immer gewaltsames Vorgehen beschreiben.

    Wenn es nur eine Gemeinsamkeit für einen Vergleich braucht, dann ist alles Hexenverfolgung.
    QAnon mit Ihrem Glauben an von Teufeln besessene Leute, die einen 'verhexen'? Vom Mob angezündete Asylantenheime? Pelzträger mit Blut bespritzen (Stichwort: Schandmal)? Judenboykott damals? Stasi-Spitzel? "Schiiiiri, wir wissen wo dein Auto steeeeeeht."?

    Alle Forschung an diesen Dingen einstellen bitte, wir haben endlich rausgefunden, dass alles das gleiche ist.

    Vielleicht braucht es diese dämlichen Vergleiche einfach nicht, um das Phänomen "Cancel Culture" zu verstehen?

    Insbesondere wenn diese so lückenhaft und nichtssagend sind, ebenso wie die Definition von Cancel Culture selbst.
    Oder würdest du wirklich deine Hand dafür in's Feuer legen, dass
    http://news.bbc.co.uk/2/hi/8315980.stm
    und das Feuern von Eva Herrmann im Prinzip die selben Ursachen haben?

    Du willst einen besseren Vergleich? Habe Ich oben gegeben.
    Fußballfans ggü. einem unliebsamen Schiedsrichter.
    Eine grölende Masse die ihren Unmut über jemanden äußert, ungeachtet ob 'bewiesen' ist, dass derjenige falsch gehandelt hat;
    mit Äußerungen von "Ich bring dich um." zu "Schmeißt den raus." und weiteren angekündigten Bedrohungen für Leib, Leben, Familie oder Besitztümer.

    Immer noch schräg, aber imho schon etwas treffender für bestimmte Dinge, die allg. unter CC zusammengefasst werden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Juli 2021
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  37. Sace

    Sace
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    Ungeachtet dessen, dass deine Punkte bez. Hexenverfolgung nicht zuende gedacht sind bzw. an Hanks Erklärungen vorbei gehen, weiß ich nicht, was nötig ist, um das Phänomen der Cancel Culture für unsere Berufszweifler verständlich zu beschreiben.

    Wenn dein Schirivergleich quasi Tagesordnung (bzw. entsprechend weit verbreitetes Phänomen, dass es als "Kultur" durchgeht) ist, dann hast du ein gutes Beispiel gefunden. Ob das hier von entsprechenden Leuten akzeptiert wird? Keine Ahnung.
     
  38. Ixalmaris

    Ixalmaris
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    Du machst den Fehler zu glauben das die Beschreibung das Problem ist. Diese Poster wollen es nicht verstehen weil es in ihrer Scheuklappenideologie nicht sein darf. Da kannst du erklären und beschreiben so viel du willst, sie werden es nicht akzeptieren. Da kannst du genauso gut versuchen einen Flat Earthler zu überzeugen das diese rund ist.
     
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  39. Oi!Olli Vollzeitskinhead

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    Matthäus 7 3
     
  40. Shavo Odadjian Gonorrhea Gorgonzola

    Shavo Odadjian
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    Solche Vergleiche führen halt zu nichts.
    Dann müssen wir halt warten, bis "die Leute nicht mehr an Hexen Rassisten/Sexisten glauben" oder diesen Urmakel, der immer wieder zu solchen Phänomen führt, tilgen oder was ist die Erkenntnis?
     
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