Amazon vs. Netflix - Gerüchte über werbefinanziertes Video-Streaming

Amazon plant anscheinend einen werbefinanzierten Video-Streamingdienst und könnte so den großen Konkurrenten Netflix ärgern.

von Georg Wieselsberger,
24.11.2014 08:32 Uhr

In den USA ist Netflix im Bereich Video-Streaming klar führend.In den USA ist Netflix im Bereich Video-Streaming klar führend.

In Deutschland gibt es Netflix erst seit sehr kurzer Zeit, doch in den USA hat das Unternehmen bereits einen sehr großen Marktanteil und ist dort fast der Inbegriff eines Video-Streamingdienstes. Amazon bietet ebenfalls mehrere Möglichkeiten an, sich Videos über das Internet anzusehen. Neben dem kostenpflichtigen Amazon Instant Video gibt es noch Prime Instant Video, das mit einer etwas weniger umfangreichen Auswahl an Angeboten für Prime-Kunden im Preis enthalten ist.

Laut der New York Post arbeitet Amazon nun aber auch daran, ab Anfang 2015 eine dritte Version anzubieten, die sich zumindest zum Teil durch Werbung finanzieren soll. Damit sollen auch Amazon-Kunden, die keine Prime-Mitglieder sind, günstig Videostreams ansehen können. Der wegen seiner diversen Aussagen zu Videospielen umstrittene Marktforscher Michael Pachter hält so ein Angebot sogar für einen möglichen »Netflix-Killer«, wenn es Amazon gelingt, den bisherigen Preis des Konkurrenten von 7,99 US-Dollar pro Monat zu unterbieten. Gerade Kunden mit weniger Geld oder die auf Kabelfernsehen verzichten, wären dann an einem Wechsel interessiert.

Wie die Zeitung weiter berichtet, will Amazon das neue werbefinanzierte Angebot aber auch dazu nutzen, neue Kunden zu gewinnen, die dann letztlich zu Prime-Mitgliedern werden und die in den USA dafür fälligen 99 US-Dollar pro Jahr bezahlen. Laut inoffiziellen Zahlen hat Amazon Prime aktuell rund 50 Millionen Mitglieder weltweit, von denen rund 25 Millionen das Video-Angebot verwenden. Konkurrent Netflix hat allerdings alleine in den USA schon 33 Millionen Abonnenten für seinen Video-Dienst, so dass Amazon hier trotz aller Erfolge im Streaming-Bereich noch viel aufzuholen hätte. Von Amazon selbst gibt es zu den Gerüchten bislang keine Stellungnahme.


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