AMD - Warum ATI sterben muss

Die Entscheidung von AMD, die Marke ATI nicht mehr zu verwenden, sorgt weiterhin für Kritik. AMD-Vizepräsident John Volkmann erklärt die Gründe in einem Blog-Beitrag.

von Georg Wieselsberger,
03.09.2010 11:52 Uhr

Volkmann, der auch für das globale Marketing zuständig ist, beschreibt in seinem Blog die Reaktionen seiner Gesprächspartner auf die Entscheidung mit erstauntem Schweigen und dem Ausspruch »Das hätte ich nicht erwartet«. Ähnlich dürften auch viele PC-Nutzer auf entsprechende Meldungen reagiert haben. Für Volkmann ist das auch nicht überraschend, da Marken schließlich geschaffen werden, um damit Gefühle und Verbindungen zu erzeugen, ähnlich wie im Sport, und das dies für den Spaß in der Branche und bei den Diskussionen über die Konkurrenz sorge.

Aber es gäbe auch Marken, bei denen der tatsächliche Nutzen im Lauf der Zeit abnehme, obwohl sie noch immer einen sentimentalen Wert hätten. Genau das sei mit ATI der Fall. Laut Volkmann glaubt AMD nicht nur, sondern »weiß«, dass Marken bei Prozessoren und Grafikchips beim Kauf so gut wie keine Rolle spielen und die meisten Käufer überhaupt nicht wissen, was in ihrem Rechner steckt. Darum gebe AMD auch kaum Geld dafür aus, um seine Marken im Mainstream-Bereich bekannter zu machen.

ATI sei vor allem bei Spielern und Enthusiasten bekannt und genau aus diesen Gruppen habe man über 4.000 Personen befragt. Obwohl es regionale Unterschiede gab, habe sich gezeigt, dass »Radeon« als Marke genauso bekannt ist. Im Vergleich der Marken AMD und ATI gegen ihre jeweiligen Konkurrenten stellte sich AMD bei den Befragten sogar stärker heraus, umso mehr bei Personen, denen bewusst ist, dass ATI und AMD ein Unternehmen sind. Gerade bei den Personen, für die Marken wichtig sind, schwächt man sich laut Volkmann also selbst, wenn man getrennte Marken verwendet.

Daher wird es ab dem 4. Quartal nur noch neue AMD Radeon- und AMD FirePro-Grafikkarten geben und auch AMD Fusion-Prozessoren mit AMD Radeon-Grafik. Das sei eine gut begründete Entscheidung auf Basis von Kundenbefragung, den Meinungen von Partnern und dem eigenen Verständnis der Branche, wenn man die damit verbundenen Gefühle beiseitelasse.


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