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Bad Teacher - Sie lümmelt in der ersten Bank

In der Komödie Bad Teacher legt sich Cameron Diaz als Proll-Lehrerin für Justin Timberlake ins Zeug.

von Christian Mester,
24.06.2011 21:20 Uhr

Es gibt nicht allzu viele Schauspielerinnen, die bereits mehr als zehn Millionen US-Dollar Gage für eine Filmrolle bekommen haben. Wieso ausgerechnet Cameron Diaz dazu gehört, weiß die staksige Blondine heut selbst nicht. Wie sie bescheiden meint, »sei sie für das Schönheitsideal Hollywoods eigentlich viel zu groß« und habe zudem »zu flache Kurven«. Hinzu kommt, dass sie die meisten ihrer stolzen männlichen Co-Stars im Armdrücken schlagen kann, generell nichts von Schönheits-OPs hält und sich weder als Sex-Symbol, noch als angesagte Dramendarstellerin feiern lässt.

Wer mit ihr gearbeitet hat, weiß aber zu berichten, dass sie erfreulich unkompliziert im Umgang und äußerst talentiert darin ist, gute Laune zu verbreiten. Ein Aspekt, der auch auf der Leinwand ansteckend wirkt und mit dem sie schon in zahlreichen Komödien punkten konnte. Bad Teacher scheint ihr nun mehr oder weniger persönlich auf den Leib geschrieben zu sein, da es sämtliche Gerüchte überspitzt, die um ihre Person ranken – dass sie eine zum Pferde stehlen ist, jeden Mann unter den Tisch trinken kann und eine äußerst perfide Geschäftsfrau ist. Ein Image, aus der sie sich nun bravourös eine Bombenrolle gestrickt hat.

Die Story

Hätte der Dude aus The Big Lebowski eine Schwester, hieße sie Elizabeth (Cameron Diaz). Die Blondine mit der Modelfigur mag auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Mittdreißigerin wirken, steht dem ikonischen Bademantelträger aber in Nichts nach: Sie raucht Marihuana, trinkt harten Alkohol, ist ständig schwer verkatert und pfeift auch sonst auf ein geregeltes Leben, Fleiß oder Vorschriften. Mit geringst möglichem Aufwand arbeitet sie als Lehrerin an einer Schule, und wartet gelangweilt darauf, dass ihr dümmlicher, aber vor allem reicher Freund sie endlich heiratet.

Bad Teacher - Bilder zum Kinofilm ansehen

Weil dieser jedoch rechtzeitig erkennt, was für ein Mensch sie wirklich ist, fliegt sie unverhofft aus der gemeinsamen Villa und darf somit recht widerwillig ans Pult zurück. Frustriert ignoriert sie den Lehrplan und zeigt ihren Schülern jeden Tag dreist nur Filme, bis sie eines Tages ihre zweite Chance zu bekommen scheint. Der gutaussehende junge Lehrer Scott (Justin Timberlake) ist reich und gerade Single geworden – ein ideales Opfer. Elizabeth krempelt also die Ärmel hoch und versucht, zum Ärger einer bereits schwer verliebten Kollegin, ihn für sich zu gewinnen.

Eine Flasche Jacky zum Frühstück

Als trinkfeste Lehrerin ist Cameron Diaz eine Wucht. Fauler als der Dude arbeitet Elizabeth aktiv daran, sich endlich parasitär neu einnisten zu können, damit sie selbst gar nichts mehr machen muss. Eine Rolle, die in vielen Händen zu einer eindimensionalen Nullnummer hätte werden können, von Diaz aber überraschend facettenreich gespielt wird. Ohne näher auf die Hintergründe der Figur eingehen zu können, zeichnet sie ein Bild einer äußert schwierigen und unmoralisch agierenden Person, die ihren Spaß sucht, diesen aber stets auf Kosten anderer hat – und dabei trotzdem sympathisch bleibt. Eine Rolle, die den gesamten Film dominiert und in der Diaz einmal mehr selbstironisch mit ihrem von der Öffentlichkeit auferlegten Sex-Appeal kokettieren kann.

Ihre Gegnerin im Film wird von der eher unbekannten Lucy Punch gespielt, die eine extrem konservative Lehrerin aus dem Lehrbuch abgibt - und kurz vor ihrem Psychoknacks steht. Die Männer spielen in Diaz‘ Show die ganze Zeit nur Nebenrollen. Sänger Justin Timberlake, mit dem Diaz privat ein paar Jahre zusammen war, ist gar am schwächsten, da er vergebens versucht, einen adretten Softie zu geben, hinter seiner schlechten Verkleidung jedoch keine Minute glaubwürdig wirkt. Zumeist scheint es sogar so, als müsse er sich zusammenreißen, nicht selbst ständig laut aufzulachen. Angenehm ist jedoch, dass das gezeigte Kollegium keinen Fantasiewelten entspringt und insgesamt überraschend authentisch wirkt. Man fühlt sich unweigerlich an alte Lehrerschnösel zurückerinnert.


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