Beliebte Foto-App Meitu - Vorwürfe aufgrund von Datenhunger

Die immer beliebter werdende Foto-App Meitu soll Selfies und andere Bilder mit Filtern verschönern, allerdings genehmigt sie sich dafür wohl unnötig viele Berechtigungen.

von Nils Raettig,
21.01.2017 18:29 Uhr

Trump mal anders: Die Foto-App Meitu verändert Bilder mit Filtern, was aktuell besonders gerne mit Promi-Fotos gemacht wird. Dafür genehmigt sie sich aber sehr viele Smartphone-Berechtigungen. Quelle: Twitter-User @greenami1Trump mal anders: Die Foto-App Meitu verändert Bilder mit Filtern, was aktuell besonders gerne mit Promi-Fotos gemacht wird. Dafür genehmigt sie sich aber sehr viele Smartphone-Berechtigungen. Quelle: Twitter-User @greenami1

Die vor allem in China und den USA beliebte Foto-App Meitu für Android und iOS sieht sich aktuell mit teils schweren Vorwürfen wegen Datenmissbrauchs konfrontiert. Bei der Installation verlangt sie nach vielen Berechtigungen, die für eine Foto-App unnötig zu sein scheinen, außerdem soll sie Handys auf mögliche Jailbreaks hin untersuchen, Code von Drittanbietern enthalten und versuchen, an die einzigartige IMEI-Nummer des Geräts zu kommen.

Laut einem Artikel auf Zeit.de relativieren Sicherheitsexperten die Datensammelwut allerdings ein Stück weit. Letztlich gehe es der App primär um das weit verbreitete Adtracking und die Verknüpfung mit eher unbedenklichen Diesten von Drittanbietern wie WeChat. Gegenüber Cnet.com geben die in China ansässigen Entwickler gleichzeitig an, aufgrund von Beschränkungen durch die chinesische Regierung für manche Funktionen den Umweg über Drittanbieter gehen zu müssen.

Ganz anders schätzt das die Schweizer Technik-Seite digitech.ch ein. Dort heißt es, die Mechanismen, die den chinesischen App-Herstellern aufgezwungen würden, seien dazu da, Dissidenten aufzuspüren und zu identifizieren. Es gehe "ausnahmsweise mal nicht um Werbung, sondern um Menschenleben".

Die Wahrheit liegt wahrscheinlich wie so oft irgendwo zwischen den verschiedenen Einschätzungen. Allerdings scheint es in jedem Fall angebracht zu sein, sich die Installation der App vorher gut zu überlegen.

Quellen: Zeit.de, Cnet.com, Digitech.ch


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