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Best of 20 Jahre GameStar - Unsere größten Erfolge

Nach 20 Jahren können wir’s ja mal sagen: Wir bei GameStar sind stolz auf unsere Arbeit. Nicht nur, aber auch dank dieser gelungenen Aktionen.

von Michael Graf,
08.09.2017 00:00 Uhr

Wir haben in 20 Jahren GameStar vieles erreicht - doch das sind unsere Highlights.Wir haben in 20 Jahren GameStar vieles erreicht - doch das sind unsere Highlights.

Gut, es ist so eine Sache mit dem Eigenlob. Die meisten Menschen würden ihre Ohren wohl lieber einer fachgerechten Van-Gogh-Behandlung unterziehen, als zuhören zu müssen, wie sich jemand anders pausenlos selbst beweihräuchert. Aber erstens beweihräuchern wir uns bei GameStar gar nicht pausenlos selbst; im Gegenteil, wie sind oft unsere größten Kritiker. Manch Kollege soll sogar schon an einer falschen Bildunterschrift verzweifelt sein (»Das ist nicht Augusta Treverorum, sondern Augusta Vindelicorum, verdammt noch mal!«).

Zweitens gibt es auch noch einen Artikel über unsere größten Fehler (ab dem 10.9. auf GameStar.de) da sei uns zum Ausgleich einer über unsere größten Erfolge verziehen. Denn tatsächlich machen uns einige Höhepunkte der GameStar-Geschichte besonders stolz. Nicht »Guckt mal, wie geil wir sind«-stolz oder sogar hochnäsig. Nein, wer viel Herzblut und Lebenszeit in seine Arbeit steckt, ist einfach glücklich, wenn er damit auch etwas erreicht - nicht für sich selbst, sondern für euch, unsere Leser!

1. Engagement gegen »Killerspiele«

Vorurteile gegen Spiele und Spieler wuchern in Deutschland spätestens seit den Achtzigern, als die Politik harmlose Arcade-Automaten à la Donkey Kong aus der Öffentlichkeit verbannt und in schmuddelige Spielhallen vertreibt. Diese Ursünde rückt Videospiele in die Nähe des Glücksspiels, machte sie zu etwas Unanständigem, misstrauisch beäugt von der vielbeschworenen »Mitte der Gesellschaft«. Gespielt wird zwar trotzdem immer mehr, dank der Verbreitung von Heimcomputern und -konsolen jedoch vor allem hinter verschlossenen Kinderzimmertüren.

Zeitverschwendung sei das mindestens, seufzen ausgesperrte Eltern überall in der Republik, wenn nicht sogar etwas Gefährliches. Zunehmend berichten Medien über die vermeintliche Vereinsamung oder gar Verrohung der Spieler. Vorurteile, die sich bis in die GameStar-Zeit halten. Ende 1999 etwa warnt die Bild am Sonntag unter der Überschrift »Horror auf dem Gabentisch« vor Shootern wie Half-Life, die Eltern keinesfalls zu Weihnachten verschenken sollten - reine Panikmache.

Auch die vermeintlich seriöse Süddeutsche Zeitung veröffentlicht schlecht recherchierte und sensationslüsterne Spieleberichte. »Nur ein Regal weiter steht Half-Pipe«, heißt es in diesem Artikel aus dem Mai 1999.Auch die vermeintlich seriöse Süddeutsche Zeitung veröffentlicht schlecht recherchierte und sensationslüsterne Spieleberichte. »Nur ein Regal weiter steht Half-Pipe«, heißt es in diesem Artikel aus dem Mai 1999.

Die Forderung, gewalthaltige Spiele komplett zu verbieten, kursiert schon damals. Und schon damals engagieren wir uns für die Belange der Spieler - etwa, indem wir ein Gespräch zwischen GameStar-Lesern und der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS) organisieren.

An Intensität gewinnt die Debatte im April 2002 nach dem Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium, bei dem der 19-jährige Robert Steinhäuser 16 Menschen und sich selbst tötet. Schnell wird bekannt, dass Steinhäuser Ego-Shooter gespielt hat, darunter angeblich auch Counter-Strike. Prompt schwingen Politiker Brandreden gegen »Killerspiele«. Wir wehren uns, sprechen mit Spielekritikern sowie Medienforschern und sammeln über 20.000 Unterschriften gegen die drohende Indizierung von Counter-Strike.

Den Bild-Artikel »Kennen Sie die Spielkameraden Ihrer Kinder?« kontern wir satirisch mit »Kennst du die Zeitung deiner Eltern?«

An die Macher des reißerischen ZDF-Magazins »Frontal21« überreichen wir 2005 einen Protestbrief gegen unfaire Berichterstattung, unterzeichnet von 50.000 GameStar-Lesern. Auch nach den Amokläufen von Emsdetten (2006) und Winnenden (2009) sezieren wir schlecht recherchierte Medienberichte und konfrontieren Politiker. Und bis heute geben wir Kontra, wenn alte Vorurteile wieder aufflackern.

Etwa, als die Süddeutsche Zeitung 2016 in einem Artikel über Spielesucht Unterhaltungssoftware mit illegalen Drogen gleichsetzt. Oder als der deutsche Innenminister Thomas de Maizière nach einem Amoklauf in München die Verbotsdebatte aufwärmt. Insgesamt sind die »Killerspiel«-Beißreflexe zuletzt jedoch klar abgeklungen. Das würden wir uns niemals alleine auf die Fahnen schreiben.

Dennoch sind wir stolz darauf, dass wir für die Spieler gekämpft und dennoch Kriegsrhetorik vermieden haben. Wir haben stets seriös berichtet, auch darüber, dass Mediengewalt durchaus ein Risikofaktor für reale Gewalttaten sein kann - aber nie der einzige oder ausschlaggebende. Ein geistig gesunder Spieler wird nicht zum Amokläufer.

Gunnar Lott und Jörg Langer übergeben die gesammelten Unterschriften gegen die Indizierung von Counter-Strike an Elke Monssen-Engberding von der Bundesprüfstelle.Gunnar Lott und Jörg Langer übergeben die gesammelten Unterschriften gegen die Indizierung von Counter-Strike an Elke Monssen-Engberding von der Bundesprüfstelle.

2. Die Origin-Enthüllung

Mitte 2011 startet Electronic Arts seine neue Download-Plattform Origin. Klar, der Publisher will den boomenden Digitalmarkt nicht kampflos Steam überlassen. Doch dann meldet sich im Oktober - kurz vor dem Release des Origin-Vorzeigespiels Battlefield 3 - ein besorgter Rechtsanwalt bei GameStar: Er hat in der Origin-Lizenzvereinbarung (EULA) erhebliche Verstöße gegen Verbraucher- und Datenschutzrechte festgestellt.

Unter anderem räumt sich Electronic Arts das Recht ein, allerlei Daten auf den Spielerrechnern auszulesen - inklusive personenbezogener Informationen wie Namen und Adressen. In einer frühen EULA-Fassung sichert sich der Publisher sogar das Recht, diese Daten für Marketingzwecke zu verwenden und private Nachrichten der User zu überwachen. Bei Klagen gegen Origin-Klauseln soll angeblich englisches Recht gelten, nicht deutsches. Falls man überhaupt klagen darf, denn auch das »verbietet« EA.

In der Ursprungsversion der Origin-EULA verbargen sich zahlreiche rechtliche Fußangeln.In der Ursprungsversion der Origin-EULA verbargen sich zahlreiche rechtliche Fußangeln.

Und das sind nur einige der Rechtsverstöße, die wir mithilfe des Rechtsanwalts im Artikel »Der Teufel im Vertragsdetail« aufarbeiten. Darin bezeichnen wir Origin unter anderem als Spyware, als Spionageprogramm. Mit über drei Millionen Aufrufen und 3.000 Kommentaren ist dieser Artikel bis heute der meistgelesene und -kommentierte, der jemals auf GameStar.de veröffentlicht wurde. Sowie der meistverlinkte, selbst Spiegel Online berichtet über unsere Enthüllungen.

Electronic Arts passt daraufhin die EULA an, spricht aber nicht mit den Fans, was die Community erzürnt. Erst Wochen später lädt die Firmenspitze zum runden Tisch mit Community-Vertretern und Verbraucherschützern, um über die umfassenden Änderungen an Origin und seiner EULA zu sprechen: Man habe die unzulässigen Klauseln entfernt und gelobt künftig Transparenz. »Das war ein Scheiß, und das wissen wir auch«, gesteht der Europachef Jens-Uwe Intat. Ohne unseren Artikel hätte ihn diese Erkenntnis womöglich nie ereilt.

Am überraschend eckigen runden Tisch spricht Electronic Arts mit Community-Vertretern.Am überraschend eckigen runden Tisch spricht Electronic Arts mit Community-Vertretern.

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