Cheats - In Südkorea drohen Herstellern jetzt Haftstrafen

In Südkorea ermöglicht es ein neues Gesetz ab sofort Entwicklern und Publisher, aktiver gegen die Verbreitung von Cheats und Bots vorzugehen. Herstellung und Vertrieb von Drittprogrammen wie diese sind ab sofort illegal.

von Tobias Ritter,
06.12.2016 09:33 Uhr

Cheats in The Division - Experiment: Klappt der Betrug im MMO-Shooter? 6:43 Cheats in The Division - Experiment: Klappt der Betrug im MMO-Shooter?

Sowohl für Spieler als auch für Spielentwickler sind Cheats ein großes Ärgernis. Und nun beschäftigt sich auch die Justiz damit: In Südkorea hat ein neues Gesetz das Parlament passiert, durch das den Entwicklern von Cheat-Programmen ab Sofort mehrjährige Haftstrafen drohen.

Dem Gesetzestext zufolge sind die Herstellung und der Vertrieb von Programmen, die durch den Rechteinhaber oder die Nutzungsbedingungen eines Spiels untersagt werden, ab sofort illegal.

Neben herkömmlichen Cheats wie Aimbots, Wallhacks und dergleichen schließt das auch Scripts und Bots ein, wie sie etwa bei World of Warcraft häufig zum Gold-Farming verwendet werden.

Haftstrafe von bis zu fünf Jahren

Die maximale Strafe liegt bei fünf Jahren Haft oder einer Geldbuße von knapp 40.000 Euro.

Für Entwickler und Publisher hat das neue Gesetz den Vorteil, dass sie nun nicht mehr auf »indirekte« Gesetze angewiesen sind, um die Verbreitung von Cheats einzudämmen und deren Entwickler zur Rechenschaft zu ziehen. Zumal ein großer Teil der unter anderem für League of Legends und Overwatch verfügbaren Cheat-Programme aus Südkorea stammt.

Es bleibt abzuwarten, ob diese Entwicklung zur Eindämmung der Verbreitung illegaler Dritt-Programme beiträgt - oder das Problem lediglich auf ein Nachbarland verschiebt.


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