Company of Heroes: Tales of Valor - Angespielt: Nur eingeschränkt empfehlenswert

Das zweite, allein lauffähige Addon zum Echtzeit-Strategiespiel bringt neue Kampagnen, Einheiten und Mehrspieler-Modi -- und trotzdem wenig Neues.

von Michael Graf,
09.04.2009 14:15 Uhr

Obwohl es viele Händler schon seit gestern führen, erscheint Tales of Valor offiziell erst heute. Wir haben das zweite, allein lauffähige Addon zum Echtzeit-Strategiespiel Company of Heroes dennoch schon ausführlich gespielt. Ein kurzer Fazit: Obwohl Tales of Valor jeweils drei neue Kampagnen und Mehrspieler-Modi bringt, bietet es unterm Strich trotzdem wenig Neues.

Jede der drei ultrakurzen Kampagnen erzählt in drei Missionen eine Heldengeschichte aus dem zweiten Weltkrieg. Wirklich gut ist allerdings nur der Feldzug »Der Kessel von Falaise«, in dem Sie mit einer deutschen Armee eine besetzte Ortschaft gegen alliierte Panzerverbände verteidigen. Insbesondere auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad müssen Sie dabei alle taktischen Registwer ziehen: Bomber anfordern, Flakgeschütze aufstellen, Panzerfaust-Grenadiere in den verwundbaren Rücken der Gegner bugsieren -- wunderbar knifflig.

In den anderen beiden Feldzügen kommandieren Sie alliierte Fallschirmjäger (selbst auf der höchsten Schwierigkeitsstufe viel zu leicht) oder kämpfen sich mit einem Tigerpanzer durch Feindeshorden (anfangs nett, aber rasch eintönig).

Unter den drei neuen Mehrspieler-Modi von Tales of Valor (wir berichteten) ist ebenfalls nur einer wirklich empfehlenswerter: In der »Steinwall«-Variante verteidigen Sie gemeinsam mit Ihren Mitspielern einen Stützpunkt, gegen den Welle um Welle von KI-Angreifern branden. Insbesondere gegen Ende einer Partie läuft das auf eine verzweifelt-packende Abwehrschlacht hinaus.

In den anderen beiden Modi »Operation Sturm« beziehungsweise »Operation Panzerkrieg« steuern Sie jeweils nur einen einzelnen Helden respektive Panzer. Das wird spätestens nach drei Partien langweilig, zumal es für jeden der neuen Modi nur eine Karte gibt, und Sie keine Computergegner zuschalten können. Außerdem ist Company of Heroes einfach nicht auf Arcade-Scharmützel mit einzelnen Einheiten ausgelegt, sondern auf taktische Schlachten zwischen ganzen Armeen.

Letztere gibt's im regulären Mehrspieler-Modus, in dem Sie um Rohstoff- und Siegpunkte ringen -- und der nach wie vor die größte Stärke von Company of Heroes darstellt. Tales of Valor bringt insgesamt neun frische Einheiten für die Multiplayer-Gefechte. Die Frischlinge ersetzen auf Wunsch altbekannte Truppentypen, wenn auch ohne tiefgreifende Folgen.

Wer Tales of Valor kauft, aber weder das Hauptprogramm noch das erste Addon Opposing Fronts besitzt, darf übrigens trotzdem alle vier Parteien von Company of Heroes anführen: die Achsenmächte, die Panzerelite, die Amerikaner und die Briten. Wer das Weltkriegs-Strategiespiel noch nicht kennt und ausschließlich flotte Mehrspieler-Schlachten schlagen möchte, kann also für 30 Euro zu Tales of Valor greifen. Company of Heroes-Veteranen bekommen selbst zum Sparpreis zu wenig Neues.


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