Der PC lebt - Kein Ende in Sicht

Die Absatzzahlen von Komplett-PCs sinken mittlerweile das 6. Quartal hintereinander und die Prognosen der Analysten malen ein düsteres Bild – noch lange keine Grund, vom Ende des PCs zu sprechen, meint Hardware-Chef Florian Klein.

von Florian Klein,
12.04.2016 16:10 Uhr

Die Analysten von Gartner und IDC melden erneut spürbar gesunkene Absatzzahlen von PCs im vergangenen Quartal: Im Vorjahresvergleich ein Einbruch um satte 9,6 Prozent laut Gartner, bei IDC gar um 11,5 Prozent (da diese keine Tablet-Tastatur-Kombis wie etwa Microsofts Surface Pro 3 mit einberechnen).

Noch vor den zu erwartenden Unkenrufen über das Ende des PCs, widerspreche ich hier ganz spontan und vorsorglich: Der PC ist nicht tot - ganz und gar nicht!

Erstens beziehen sich die Zahlen der Analysten nur auf Komplett-PCs großer Hersteller wie Dell, HP, Lenovo &Co. Wer selbst baut, aufrüstet oder bei einem kleineren, oft auf Spieler spezialisierten PC-Laden kauft, wird da also sowieso nicht berücksichtigt - rund 80 Prozent (laut unseren eigenen Umfragen) der GameStar-User fallen also schon Mal durch diese Statistik-Maschen!

Auch der nur schleppende Fortschritt bei der CPU-Leistung ist sicherlich ein Faktor für weniger verkaufte PCs. Ein fünf (!) Jahre alter Rechner mit einem Prozessor wie dem Core i5 2500K plus aktueller Grafikkarte, SSD und Windows 10 spielt auch heute noch fröhlich in hohen Details mit!

Wer seinen PC selbst zusammenbaut und keinen Komplett-Rechner kauft, der taucht in den Statistiken von Gartner und IDC zu den PC-Verkäufen nicht auf.Wer seinen PC selbst zusammenbaut und keinen Komplett-Rechner kauft, der taucht in den Statistiken von Gartner und IDC zu den PC-Verkäufen nicht auf.

Das mag schlecht für die Absatzzahlen von PCs sein, freut aber die Besitzer und deutet keineswegs auf das Ende des PCs als solches hin. Wer nicht spielt, kann seinen in die Jahre gekommenen PC heute sogar komplett ohne Hardware-Veränderungen noch problemlos benutzen - Windows 10 etwa hat niedrigere Systemvoraussetzungen als die Vorgänger und beschleunigt angestaubte Hardware spürbar im Vergleich zu Krücken wie Windows Vista oder selbst gegenüber Windows 7.

Natürlich stimmt es, dass Smartphones und Tablets viele Einsatzbereiche wie Surfen und Chatten erobern, die klassisch dem PC oder Notebook vorbehalten waren. Aber wer erledigt seine Korrespondenz, Hausarbeiten oder Steuererklärung schon damit? Alles was mit produktiver Arbeit zu tun hat, ist nach wie vor Domäne der klassischen x86-Hardware, nur dass heute eben auch ein etwas in die Jahre gekommenes Gerät dafür ausreicht.

Wie lebendig der PC (vor allem bei Spielern) dagegen ist, zeigen eher Nvidias Absatzzahlen, die regelmäßig die Geforce-Produkte als stärksten Umsatztreiber nennen - allein 10 Prozent Wachstum bei den GPUs im Vorjahresvergleich (Q4/14 gegen Q4/15)! Und der PC hat den größten Anteil am weltweiten Spielemarkt, Tendenz steigend. Und VR kommt ja auch noch.

Unterm Strich sagen Zahlen eben immer nur so viel, wie man hineindeuten will, was ich hiermit getan habe - viel Spaß weiterhin beim PC-Spielen!

Der Autor

Florian kann über die seit Jahren wiederkehrenden Abgesänge auf den PC nur Lachen, da er sich seine persönliche Lebenswirklichkeit trotz Smartphone, Tablet, TV-Streaming-Box und so weiter ohne den PC gar nicht vorstellen möchte. Kein anderes Gerät ist so vielseitig, flexibel, innovativ und zentral für das moderne vernetzte Leben wie sein klassischer PC unterm Schreibtisch – und Spielen ist damit eh am besten. Aber zugegeben, mobil ist er mit seinem Big-Tower-Gehäuse nicht!


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