Deutsches Gold-Seller-Portal - Für 300 Millionen Euro nach China verkauft

Der 33-jährige Betreiber einer der bekanntesten Gold-Selling-Plattformen aus Deutschland hat seine Firma bereits 2015 für 300 Millionen Euro an einen chinesischen Investor verkauft. Erst jetzt wurde der Deal in Deutschland bekannt.

von Tobias Ritter,
14.06.2016 14:55 Uhr

Durch World of Warcraft ist das sogenannte Gold-Selling populär geworden. Nun wurde die wohl bekannteste deutsche Plattform für einen dreistelligen Millionenbetrag nach China verkauft.Durch World of Warcraft ist das sogenannte Gold-Selling populär geworden. Nun wurde die wohl bekannteste deutsche Plattform für einen dreistelligen Millionenbetrag nach China verkauft.

Der Verkauf von Spielwährung außerhalb des eigentlichen Spiels ist schon seit langem ein lukratives Geschäft, um das sich in den letzten Jahren fast schon ein eigener Industriezweig entwickelt hat. Und für den Inhaber einer der größten deutschen Gold-Selling-Plattformen hat sich die Geschäftsidee jetzt richtig gelohnt: Er verkaufte seine Plattform nach China - für satte 300 Millionen Euro.

Das berichtet die deutsche Webseite Online Marketing Rockstars. Eigentlich durch den Verkauf von In-Game-Gold für World of Warcraft bekannt geworden, basierte das Geschäftsmodell des 33-jährigen Gründers in seiner Gesamtheit auf dem Verkauf von virtuellen Gütern für diverse andere Online-Rollenspiele wie Everquest 2 und Guild Wars.

Neben Spielwährung wurden auch andere In-Game-Gegenstände und Dienstleistungen wie Auflevel-Dienste angeboten.

Akquisition schon 2015 abgeschlossen

Abgeschlossen wurde der Deal übrigens bereits im Juli 2015. In deutschen Medien wurde die Übernahme jedoch fast gar nicht kommuniziert. Auch Online Marketing Rockstars stieß nur zufällig auf die Geschichte und nutzte zur Recherche fast ausschließlich chinesische Medien.

Demnach ist die nun verkaufte Plattform mit 3,88 Millionen registrierten Nutzern eine der größten ihrer Art in Europa. Und offensichtlich sieht man noch deutliches Wachstumspotenzial: Der gesamte Kaufpreis wird erst fällig, wenn alle Wachstumsziele erreicht sind. Der Nettogewinn müsste dazu von 27,6 Millionen US-Dollar im Jahr 2015 auf 56,44 Millionen US-Dollar im Jahr 2017 steigen.

Bislang muss sich der deutsche Verkäufer des Portals mit 130 Millionen Euro zufrieden geben. Auch das ist jedoch schon eine stolze Summe für ein Gold-Selling-Plattform, die zwischenzeitlich in einer rechtlichen Grauzone agiert hat.

Wohl auch deshalb betont Michael Singer, der ehemalige Marketing-Chef der Plattform, im Gespräch mit Online Marketing Rockstars, dass das Geschäftsmodell lediglich eine Vermittlung zwischen Angebot und Nachfrage gewesen sei. Man habe zu keinem Zeitpunkt selbst virtuelle Güter verkauft.

Weitere Details und Hintergrundinformationen zum Verkauf der bekannten Gold-Selling-Plattform finden sich im ausführlichen Artikel auf onlinemarketingrockstars.de.


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