A Nightmare on Elm Street - Horror-Neuauflage des Grusel-Klassikers

Und noch ein Remake eines alten Horrorklassikers. Nach Halloween, Texas Chainsaw Massacre und Freitag, dem 13. gibt’s in dieser Woche Freddy Krueger 2.0. Ein sehenswertes Update?

von Christian Mester,
21.05.2010 19:09 Uhr

Mit Horror-Remakes lässt sich gut Kasse machen, dass haben die jüngsten Auftritte von Genreikonen wie Michael Myers, Jason Voorhees und Leatherface. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis der 1984er Klassiker A Nightmare on Elm Street (dt. Titel: Nightmare – Mörderische Träume) sein Facelifting bekommen würde. Der neue Film, der selbstsicher unter dem gleichen Namen wie das Original antritt, stammt aus dem Produktionsstudio der Updates von Texas Chainsaw und Freitag. Hinter der Kamera stand diesmal der Musikvideo-Regisseur Samuel Bayer, der Anfang der 90er unter anderem Nirvanas Clip zu »Smells Like Teen Spirit« inszenierte. A Nightmare on Elm Street ist Bayers Kinoeinstand, ein helfendes Händchen reichte Michael Bay, der Produzent der Transformer- und Bad Boys-Blockbuster.

Alte Story mit neuem Twist

Wie es sich für ein Remake gehört, bleibt die Geschichte des 2010er A Nightmare on Elm Street der Vorlage treu, zumindest größtenteils. Erneut schlagen sich die jugendliche Nancy (Rooney Mara) und einige ihrer Altersgenossen mit dem furchteinflößenden Killer Freddy Krueger (Jackie Earle Haley) herum. Die meisten der beteiligten Teenager bleiben dabei natürlich auf der Strecke, denn erstens will das Publikum Blut sehen und zweitens tötet Freddy seine wehrlosen Opfer in ihren Träumen – entkommen ausgeschlossen.

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Doch Nancy wäre nicht die Hauptdarstellerin, wenn Sie den mysteriösen Todesfällen in ihrer Nachbarschaft nicht auf den Grund gehen wollen würde. Also schnappt Sie sich einen Klassenkameraden (Kyle Gallner) und geht dem Geheimnis des Klingenhandschuh tragenden Mörders auf die Spur.

So weit, so bekannt. Der neue Nightmare gibt den jungen Opfern aber immerhin einen etwas anderen Hintergrund als das Original. Während sich Krueger 1984 nur an den unbeteiligten Kindern seiner Mörder rächen wollte, vereint die neue Clique eine grausame und längst verdrängte Vergangenheit: Sie selbst waren als Kinder bereits Opfer des damals noch lebendigen Freddy. Und seine Verbrechen an den Sprösslingen der Elm Street-Bewohner waren es, die deren Eltern zur Selbstjustiz und Freddy damit in den Feuertod trieben.

Freddy Reloaded

Eines muss man den Horror-Neuauflagen lassen: sie sehen hervorragend aus. Der neue Nightmare bleibt da keine Ausnahme. Regisseur Bayer hat das üppige Budget genutzt und setzt auf Sets von dem die sieben Vorgänger nur träumen konnten. Das Highlight des Films ist aber die Neubesetzung Freddy Kruegers. Jackie Earle Haley (Rorschach aus Watchmen – Die Wächter) übernimmt die alte Kultfigur und macht sie auf ganz eigene Art zu einem unterhaltsamen Widersacher. Anstatt sich an seinem Vorgänger Robert Englund zu orientieren, versucht es Haley eine ganze Spur finsterer. Der neue Freddy ist ein grausamer und zynischer Gegenspieler, der jede seiner Szenen für sich beansprucht und jedes Mal für Spannung sorgt.

Verkohlt

Leider ist Krueger auch schon das einzig Sehenswerte an der Neuauflage, da die jugendlichen Helden durch die Bank enttäuschen. Hauptdarstellerin Rooney Mara schlafwandelt durch ihre Szenen und könnte kaum langweiliger sein, Katie Cassidy ist besser, aber nicht allzu lange dabei. Bei den Jungs ist Kyle Gallner in seinen wenigen Momenten akzeptabel, Fred Dekker aus der Terminator Fernsehserie beweist dagegen, dass er auf der großen Leinwand nichts zu suchen hat.

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Trotz der oftmals atmosphärischen Sets will auch keine wirkliche Spannung aufkommen. Wohl einer der Gründe für die zahlreichen Buh!-Momente, die auf Dauer reichlich nerven und vorhersehbar werden. Ungünstig ist die Tatsache, dass die Kamera oft zeigt, wie klein der Freddy-Darsteller Haley eigentlich ist. Zusammen mit seinen fast echsenartigen Gesichtszügen ist er visuell keine besonders eindrucksvolle Erscheinung.

Enttäuschend ist auch, dass aus der Idee der Albträume nichts gemacht wird. Zeigten die alten Filme absurde, verrückte und vor allem einfallsreiche Traumfantasien, gibt es im Remake lediglich dreckige Räume. So gut Bayers Regie technisch auch sein mag, letztendlich fehlt es seinem ersten Langfilm an Persönlichkeit. Wäre Haleys eingebrachte Eigenart nicht, wäre es ein ausgesprochen dröger, trister Streifen.

Fazit

Christian Mester (bereitsgesehen.de): Handwerklich ist A Nightmare on Elm Street durchaus kompetent inszeniert und gibt somit einem durchaus akzeptablen Freddy die Bühne. Das Zeug zum Klassiker hat das Remake aber längst nicht.


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