Google - Firefox-Macher gegen Chrome Frame (Update2)

Google will mit einem Plugin für den Internet Explorer die Nutzung seines Browsers Chrome erleichtern, sowohl für Anwender, die den IE gewöhnt sind, als auch für Webentwickler. Ein HTML-Tag reicht aus, um IE in Chrome zu verwandeln.

von Georg Wieselsberger,
30.09.2009 14:13 Uhr

Google hat eine Vorabversion des Plugins »Google Chrome Frame« veröffentlicht, dass den Internet Explorer auf Befehl von Webseiten dazu bringt, die Rendering Engine des Google-Browsers Chrome zu nutzen. Damit soll die Nutzung von Chrome für Anwender einfacher werden, die den Internet Explorer einsetzen, da die vertraute Benutzeroberfläche erhalten bleibt.

Auch Web-Developer, die den Internet Explorer aufgrund seiner Marktführerschaft nicht ignorieren können, sollen so in die Lage versetzt werden, die Vorteile von Chrome mit dem Microsoft-Browser zu verwenden. Der Befehl, der dafür in Webseiten eingebaut werden muss und von dem Plugin erkannt wird, lautet:

<meta http-equiv="X-UA-Compatible" content="chrome=1">

Update 25. September 2009

Wie The Inquirer meldet, ist Microsoft nicht begeistert von Google Chrome Frame und warnt Nutzer des Internet Explorers davor, das Plugin von Google zu installieren. Man habe beim Internet Explorer 8 große Fortschritte erzielt, um den Browser sicherer zu machen. Plugins seien allgemein ein Sicherheitsrisiko und Google Chrome erst recht.

Die Installation des Plugins würde die Angriffsfläche für Schadsoftware und bösartige Scripts verdoppeln. Dies sei ein Risiko, das man Freunden und Familien nicht empfehlen könne.

Update 27. September 2009

Obwohl Sophos die Aussagen von Microsoft als naiv bezeichnet, weil die vielen Sicherheitsfeatures von Chrome ignoriert würden, die das Plugin mit sich bringt, stimmen die Sicherheitsexperten in gewisser Weise zu. Es würde nicht lange dauern, bis es Webseiten mit der Meldung gäbe: »Diese Seite benötigt ein Google-Plugin. Bitte hier zum Installieren klicken«.

Genau das sei jedoch eine Methode, die bei der Verbreitung von Schadsoftware oft genutzt werde. Es werde also sehr schnell Seiten geben, die statt dem Google-Plugin Schadsoftware anbieten. Damit wäre das Google-Plugin indirekt doch ein Sicherheitsrisiko. Andererseits sei der Internet Explorer 8 der Browser, der gegen solche Angriffe am besten geschützt sei.

Update 30. September 2009

Microsoft erhält unerwartete Schützenhilfe gegen das Plugin Google Chrome Frame. Mike Shaver, der Vize-Präsident von Mozilla hielte es zwar für gut, wenn der Internet Explorer mehr wie Chrome, Safari, Firefox oder Opera funktionieren würde, aber Google Chrome Frame sei der falsche Weg. Es würde viele Fähigkeiten des Internet Explorers deaktivieren oder weniger effektiv machen, beispielsweise den Private-Browsing-Modus oder andere Sicherheitskontrollen.

Auch die Mozilla-Chefin Mitchell Baker hält nichts von dem Google-Plugin. Die Auswirkungen von Chrome Frame seien unerwünscht. Sie erwarte keine dauerhaften, positive Resultate, sondern dass das Plugin zu einer wachsenden Aufsplitterung des Webs und weniger Kontrolle für Webentwickler führen werde.

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