GTA: Episodes from Liberty City - Verkaufsverbots-Forderung wegen »Musik-Klau«

Wegen eines unrechtmässig verwendeten Samples im Song Conga Kid auf dem Soundtrack von The Ballad of Gay Tony fordert das Zivilgericht Barueri (São Paulo) einen weltweiten Verkaufsstopp für die DLC-Sammlung Episodes from Liberty City.

von Michael Obermeier,
19.10.2010 11:22 Uhr

Nicht wegen übertriebener Gewalt, inflationärem Schimpfwortgebrauch oder nackten Tatsachen sondern wegen einem Lizenzverstoß beim Soundtrack möchte ein brasilianisches Gericht den Verkauf von Grand Theft Auto IV: Episodes from Liberty City verbieten lassen. Das berichtet die Website Kotaku.com und beruft sich auf eine Meldung der brasilianischen Ausgabe der Seite.

Ärger für Gay Tony: Die Musik in seinen Clubs sorgt für rechtliche Probleme.Ärger für Gay Tony: Die Musik in seinen Clubs sorgt für rechtliche Probleme.

Der Stein des Anstoßes: In der Episode The Ballad of Gay Tony taucht das Musikstück »Conga Kid« vom Musiker Daniel Haaksman auf. In eben diesem Song soll ein Stück des Liedes »Bota o Dedinho pro Alto« vom Komponisten Hamilton Lourenço da Silva ohne Erlaubnis eingearbeitet worden sein. Kurios: Dessen Sohn, Nachwuchskünstler MC Miltinho, spielt im Musikvideo zu Conga Kid die Hauptrolle.

Die Entwickler von Rockstar Games bzw. das für den Soundtrack in The Ballad of Gay Tony verantwortliche deutsche Plattenlabel MAN Recordings konnten zwar eine unterschriebene Erlaubnis für die Verwendung des Songs vorweisen, offenbar hat man aber nicht das Einverständnis aller Rechteinhaber eingeholt.

Deshalb muss Rockstar sofort den Verkauf der Ladenversion von Episodes from Libery und den Download von The Ballad of Gay Tony einstellen. Jeden Tag den die Inhalte weiter verfügbar sind, kostet Rockstar eine Strafgebühr von knapp 2.150 Euro - so fordert es zumindest das Zivilgericht Barueri (São Paulo).

Zur Stunde wusste die US-Zentrale von Rockstar noch nichts von der Gerichtsentscheidung und auch im deutschen Xbox LIVE Marktplatz ist The Ballad of Gay Tony regulär herunterladbar. Unklar ist zudem, inwieweit eine Entscheidung der brasilianischen Justiz weltweit anerkannt wird.


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