Hideo Kojima - Deshalb hat er Konami verlassen

Konami hat Hideo Kojima zwar vertraglich untersagt, über die Gründe für seinen Abschied zu sprechen. Das hält den Game-Designer aber nicht davon ab, einige indirekte Andeutungen zu machen.

von Tobias Ritter,
18.12.2015 08:45 Uhr

Hideo Kojima hat sich erstmals indirekt zu den Gründen für seinen Abschied von Konami geäußert.Hideo Kojima hat sich erstmals indirekt zu den Gründen für seinen Abschied von Konami geäußert.

Bereits seit Monaten war es ein offenen Geheimnis, dass Hideo Kojima seinen Arbeitgeber Konami zum Jahresende verlassen würde. Mittlerweile ist es auch offiziell: Der unter anderem für die Stealth-Action-Reihe Metal Gear Solid verantwortliche Game-Designer hat Kojima Productions als Indie-Studio neu gegründet und arbeitet fortan mit Sony zusammen. Warum er sich genau von Konami verabschiedet hat, darf er aber aufgrund vertraglicher Vereinbarungen auch heute noch nicht im Detail verraten.

Einige Andeutungen sind aber trotzdem drin. Die hat Kojima nun im Gespräch mit The New Yorker gemacht - und dem Management bei Konami dabei indirekt mangelnde Risikobereitschaft und festgefahrene Strukturen vorgeworfen:

"Um einen globalen Markt ansprechen zu können, muss das Management hinter dem jeweiligen Projekt ein Gefühl dafür haben, was funktioniert und was nicht - und bereit sein, Risiken dafür in Kauf zu nehmen. Wer sich nur auf die möglichen Profite direkt vor seiner Nase fokussiert, wird auf lange Sicht abgehängt. Und dann ist es ein Ding der Unmöglichkeit, wieder aufzuholen. "

Auch die Bürokratie bei größeren Publishern prangerte Kojima in dem Gespräch an - und dürfte sich damit wohl ebenfalls auf Konami beziehen:

"Wenn man in großen Unternehmen arbeitet, insbesondere in Japan, dann muss jedes noch so kleine Detail im Voraus genehmigt werden. Und man muss für alles Papierkram erledigen. "

Jetzt, wo er endlich unabhängig sei, könne er sehr viel schneller all die Dinge machen, die er wolle, so der Game-Designer weiter. Er müsse keine Zeit mehr in unnötige Präsentationen investieren und trage die Risiken einfach selbst.

Und auch die neu gewonnene Freiheit, endlich all das sagen zu dürfen, was ihm auf den Herzen liegt, freut Kojima:

"Als ich noch in einer Firma angestellt war, konnten meine persönlichen Aussagen immer als Meinung der gesamten Firma ausgelegt werden. Und deshalb konnte ich nicht immer alles sagen."

Woran Kojima derzeit arbeitet, bleibt allerdings weiterhin ein Geheimnis. Nur so viel ist klar: Das neue Spiel des Game-Designers wird weder etwas mit Silent Hills noch mit Metal Gear Solid zu tun haben. Und es wird Mechs geben.

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