Highlights, Enttäuschungen, Wünsche - Mein Jahresrückblick 2012: Kai Schmidt

Kai freut sich über einen glaubwürdigen (Anti-)Helden, bedauert den Niedergang einer Serie und glaubt an das Potential der Wii U.

von Kai Schmidt,
03.01.2013 14:30 Uhr

Mein Highlight des Jahres: Max Payne 3

Auch wenn einige Fans herumgeheult haben, dass der unbewegliche Fleischklops mit der Glatze nicht mehr der alte Max ist, war mein Highlight ganz klar Rockstars Fortsetzung Max Payne 3. Ja, die »Graphic Novel«-Zwischensequenzen sind weg. Ja, Max treibt sich tatsächlich am hellichten Tag auf der Straße herum. Sakrileg? Nein. Vielmehr die konsequente Fortführung der Geschichte des Max Payne, der ob des Verlusts seiner Familie und anderer Schicksalsschläge zum hemmungslosen Trinker geworden ist und als Bodyguard arbeitet.

Rockstar versteht es vortrefflich, den Spieler in die Geschichte hineinzuziehen und ihn mit dem perspektivenlosen Wrack, das einst ein toller Polizist war, mitfühlen zu lassen. Die Videospielfigur Max Payne wird im dritten Teil der Reihe endlich zu einem glaubhaften, menschlichen Wesen. Bravo! Naja, und dann ist da natürlich noch die grandiose Action, die ebenfalls einen nicht unerheblichen Teil dazu beiträgt, dass ich das Spiel so mag.

Max Payne 3 - Test-Video ansehen 8:10 Max Payne 3 - Test-Video ansehen

Meine Enttäuschung des Jahres: Resident Evil 6

Richtig enttäuscht war ich 2012 von Resident Evil 6 , da Capcom im Vorfeld die Erwartungen unglaublich hoch angesetzt hatte. Eine Rückkehr zum Horror, die dank drei Kampagnen mit unterschiedlichen Schwerpunkten aber auch Actionfreunde bedienen sollte. Was letztlich dabei heraus kam, war ein unausgegorener Mix aus wenig Horror und ganz viel Action, die dank der völlig in die Hose gegangenen Kamera stellenweise richtig unfair wurde.

Rätsel sucht man abseits simpler Itemsuche vergebens, und die an den unpassendsten Stellen auftauchenden, unlogischen Quick-Time-Events nerven einfach nur. Capcom hat hier klar versucht, das Spielgefühl an den Action-Overkill der Resident Evil-Kinofilme anzupassen – doch das hat nicht ganz geklappt, denn was man letztlich ablieferte, war noch hirnloser als Paul W.S. Andersons viel gescholtener Kinoquark. Schade drum, denn an einigen Stellen blitzt so etwas wie ein richtig gutes Spiel durch.

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Mein Wunsch für 2013: Gute Spiele für Wii U

Ich wünsche mir 2013, dass Nintendos gerade erst veröffentlichte Wii U angesichts der bevorstehenden Enthüllungen der Next-Gen-Konsolen von Sony und Microsoft nicht den traurigen Weg beschreiten muss, den die Wii zuvor beschritten hat. Ich wünsche mir, dass Nintendos »neue Konsole mit dem GamePad« von den Drittherstellern nicht nur mit lieblosen Umsetzungen und Minispiel-Dreck bedacht wird, sondern dass wir auch ambitionierte Projekte sehen, die das besondere Feature der Wii U geschickt nutzen, um den Spieler noch tiefer in die Spielwelt hineinzuziehen. Und damit meine ich keine auf dem Controllermonitor eingeblendeten Karten- oder Inventarbildschirme! Strengt eure grauen Zellen an, liebe Entwickler. In der Konsole steckt viel Potenzial – ihr müsst es bloß vernünftig nutzen.

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