Incorruptible Fighter - Computerspiel soll Korruption in China bekämpfen

von Volker Stuckmann,
06.08.2007 15:36 Uhr

Korrupte Beamte dürfen ab sofort von jedermann gefoltert werden - zumindest virtuell. Möglich macht dies ein Spiel der chinesischen Provinzregierung von Zhejiang, welches den Kampf gegen Korruption mit interaktiver Unterhaltung verbinden möchte. Das berichtet der Internet-Auftritt der chinesischen Zeitung China Daily.

Das Incorruptible Fighter (Unbestechlicher Krieger) getaufte Computerspiel erzähle die Geschichte eines Mannes, der gegen korrupte Beamte vorgehe und sich selber durch die Verbesserung von Moral und Ethik läutere. Punkte sammle der Spieler durch die Folter der käuflichen Staatsbediensteten und die Unterstützung ehrlicher Beamter. Am Ende des Spiels, das zudem über Kultur, Geschichte und Bräuche aufklären soll, stehe schließlich eine friedliche Welt ohne Korruption.

Um dem Spiel einen gewissen Realismus zu verleihen, habe man alle 165 Charaktere auf Persönlichkeiten der chinesischen Geschichte aufgebaut. Während das Spielgeschehen vor Landschafts-Aufnahmen der Provinz stattfindet, sollen typische Delikatessen und Bastelarbeiten aus der Region die Heil- und Mana-Tränke ersetzen.

Ein Spieler namens Sun zeigte sich gegenüber China Daily begeistert: »Wenn ich viele korrupte Beamte foltere, fühle ich mich, als hätte ich etwas Großartiges geleistet.« Und auch zahlreiche andere Internet-Nutzer schienen von Incorruptible Fighter sehr angetan. So berichtet das Magazin PC World, dass die offizielle Spiele-Website zwischenzeitlich unter der Last von 100.000 Zugriffen chinesischer Spieler zusammengebrochen war.

Experten bezweifeln laut China Daily unterdessen den Erfolg des Spiels im Kampf gegen Korruption. Nicht Jugendliche, sondern Regierungsbeamte sollten Anti-Korruptions-Unterricht erhalten, forderte etwa Wang Xiongjun, Politikwissenschaftler an der Universität von Peking.


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