Intel Larrabee - Nvidia spottet gelungen über Intel (Update2)

Intel hat seinen Grafikchip Larrabee überraschenderweise eingestellt und wird seinen ersten Grafikchip seit über 10 Jahren nicht auf den Markt bringen.

von Georg Wieselsberger,
10.12.2009 16:32 Uhr

Der Chip selbst und auch die Software-Entwicklung für den Larrabee sind nicht soweit, wie Intel zu diesem Zeitpunkt gehofft hatte. Dies gab Intel-Sprecher Nick Knupffer bekannt. Daher wird der erste Larrabee nicht als eigenständiges Produkt erscheinen, sondern nur als Software-Entwicklungspaket intern und extern verwendet. Intel nahm keine Stellung dazu, ob und welche weitere Versionen des Larrabee eventuell später erscheinen.

Intel hatte seinen Grafikchip erst im November auf der Supercomputer Convention 09 vorgeführt. Dort, so die Vermutung, sei Intel letztlich klargeworden, dass die Leistung des ursprünglich für 2008 geplanten Chips nicht ausreicht, um mit Nvidia und AMD in Konkurrenz zu treten. Auch der Nvidia-Chip Fermi war auf dieser Konferenz zu sehen. Allerdings hatte der bei Intel für den Larrabee zuständige Pat Gelsinger schon im September 2009 den Konzern überraschend verlassen. Damals gab es schon Gerüchte, der Grafikchip sei ein »Fiasko«. Wie das Bild zeigt, sah er schon bei der Präsentation eines Larrabee-Wafers nicht besonders glücklich aus.

Für Nvidia-Chef Jen Hsun-Huang dürfte die Bekanntgabe der Einstellung des Larrabee als Grafikchip eine Genugtuung sein, denn er hatte schon immer behauptet, der Larrabee sei nichts als eine Powerpoint-Präsentation, um Nvidia unter Druck zu setzen. Zumindest nachträglich gesehen lag er damit wohl richtig. Der Intel-Grafikchip sollte durch viele x86-kompatible Kerne mit Vektor-Einheit alle Fähigkeiten rein durch Software erhalten. Dies hat nun ganz offiziell nicht so funktioniert, wie von Intel erwartet.

Update 9. Dezember 2009

Ein wahrer Branchenexperte ist Robert Cringely, der ein Buch darüber schrieb, wie die Firmen im Silicon Valley ihre Millionen verdienen.Er schreibt in seinem Blog, dass er sich sicher ist, dass Intel Nvidia kaufen wird. Der Grafikchip Larrabee sei von einem Mittel gegen Nvidia zu einem Mittel gegen die Übernahme von Nvidia geworden.

Denn mit dem Larrabee und Nvidia wäre Intel erneut in das Visier der Kartellwächter geraten, ohne Larrabee ist das weniger wahrscheinlich. Nvidia würde Intel zudem ideal ergänzen, denn dort stelle man genau die Dinge her, die Intel erreichen wollte. Schnelle Grafikchips für Berechnungen oder Chipsätze mit guter Grafik beispielsweise.

Auch die kartellrechtliche Untersuchung wegen Nvidia könnte durch eine Übernahme aus der Welt geschafft werden. Intel habe bei der Einstellung des Larrabee schon die Übernahme des Fermi-Chips im Auge gehabt. Cringely gibt zu, dass sich das wie eine Verschwörungstheorie anhört, aber manchmal seien diese auch wahr.

Update 10. Dezember 2009

Was einem erst auf den zweiten Blick auffällt: die Nase des Weihnachtsmannes - falls das eine Nase ist.Was einem erst auf den zweiten Blick auffällt: die Nase des Weihnachtsmannes - falls das eine Nase ist.

Eigentlich hätte man eine schnellere Reaktion erwarten können, doch Nvidia hat das vorläufige Ende des Larrabee erst gestern mit einer neuen Karikatur gewürdigt. Doch dafür handelt es sich um die erste wirklich lustige Karikatur der Seite.

Paul Otellini auf dem Schoß des Weihnachtsmanns, um sich einen Grafikchip zu wünschen, dass muss einem erst einmal einfallen. Wenn Nvidia weniger Wert auf verbissene Attacken gegen Intel und mehr Wert auf Humor legen würde, wie bei diesem Bild, wäre Intel's Insides durchaus öfter einen Blick wert.

Übrigens fordert Nvidia dazu auf, eigene Ideen einzuschicken. Wird ein veröffentlichter Cartoon daraus, erhält man einen man eine vom Zeichner Steve Lait signierte Kopie. Sobald zusätzlich eine neue DirectX-11-Geforce ausgelobt wird, überlege sogar ich mir etwas.

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