Intel Sandy Bridge - CPU kann ferngesteuert deaktiviert werden

Intel hat in seine neuen Sandy-Bridge-Prozessoren eine Schutzmaßnahme gegen Diebstahl eingebaut, die manchen Beobachtern Sorge bereitet.

von Georg Wieselsberger,
16.12.2010 15:34 Uhr

Als Intel 1999 erklärte, jeden Pentium III mit einer eindeutigen, internen Seriennummer auszustatten, weil dies die Sicherheit gegen Diebstahl erhöhe und auch gegen illegale Kopien helfe, brach ein Sturm der Entrüstung aus. Datenschützer befürchteten eine mögliche Überwachung. Letztlich deaktivierte Intel dieses Feature.

Die neuen Sandy-Bridge-Prozessoren scheinen eine Neuauflage zu erleben, denn laut itbusiness.ca enthalten die Prozessoren eine »Anti-Diebstahl-Technik«, die es erlaubt, den Prozessor ferngesteuert zu deaktivieren. Um dies zu gewährleisten, muss der Prozessor für das System natürlich identifizierbar sein. Anti-Theft 3.0 soll in der Lage sein, Laptops auch über UMTS zu deaktivieren, wenn das Betriebssystem nicht läuft.

Was sich wie eine gute Sache bei Laptop-Diebstahl anhört, ist laut EU Times aber auch das Aufgeben der Kontrolle über den eigenen Rechner. Mit Gesetzen wie dem Patriot Act und weiteren, noch nicht verabschiedeten Gesetzen, die einen »Abschalter« für das Internet vorsehen, könnte diese Art des Diebstahl-Schutzes laut dem Artikel auch für Kontrolle und Zensur seitens der Regierung missbraucht werden. Allerdings geht aus dem Bericht von itbusiness.ca auch hervor, dass der Nutzer den Diebstahl-Schutz zumindest in der aktuellen Version erst aktivieren muss.


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