Internetsperren - In Italien soll ein Hinweis des Nachbarn auf illegale Downloads ausreichen

In Italien wird ein neues Gesetz beraten, das Internetsperren schon bei einem einzigen Hinweis auf illegale Downloads vorsieht.

von Georg Wieselsberger,
24.09.2011 13:14 Uhr

Der neue Gesetzentwurf in Italien ist zwar noch nicht in Kraft getreten, hat aber bereits für einiges Aufsehen gesorgt. In Zukunft sollen Provider ihre Kunden bereits vom Internet trennen, wenn auch nur ein einziger, unbelegter Hinweis auf illegale Downloads eingeht.

Diese Hinweise werden nicht von einem Richter überprüft und können sogar von Privatpersonen stammen. Als realitätsfern bezeichnen Kritiker auch die weiteren Maßnahmen im Entwurf. So sollen Provider durch Filter sicherstellen, dass es von vornherein keinerlei Verstöße gegen Rechte Dritter geben kann.

Wie Techworld meldet, trägt der Entwurf daher bei italienischen Experten schon die Bezeichnung »Resolution Killer Internet«. Provider würden straf- und zivilrechtlich für das Handeln ihrer Kunden verantwortlich gemacht und normale Bürger zu einem Teil der Polizei. Das Gesetz wird außerdem im Vergleich zu anderen Vorhaben erstaunlich schnell vorangetrieben, so der Bericht.


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