Make Games - Not War - Deutsche Friedensgesellschaft demonstriert gegen Crytek

Die Deutsche Friedensgesellschaft hat bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises eine Protestaktion gegen Crytek gestartet. Grund dafür ist die Kooperation zwischen dem Entwickler und der Rüstungsindustrie.

von Elena Schulz,
27.04.2017 18:49 Uhr

Make Games Not War! - Beim Deutschen Computerspielpreis wurde gegen die Zusammenarbeit von Crytek und der Rüstrungsindustrie demonstriert.Make Games Not War! - Beim Deutschen Computerspielpreis wurde gegen die Zusammenarbeit von Crytek und der Rüstrungsindustrie demonstriert.

Beim Deutschen Computerspielpreis in Berlin geht es dieses Jahr heiß her: Das Gewinner-Studio Mimimi Productions lehnte seinen Preis für Shadow Tactics ab, Grund sollen Unstimmigkeiten bei der Stimmabgabe gewesen sein.

Für Wirbel sorgte auch die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, kurz DFG-VK. Die hat vor der Veranstaltung eine Demonstration gegen den Entwickler Crytek gestartet. Die Protestaktion begründet sich durch die Kooperation zwischen dem deutschen Entwickler und der Rüstungsindustrie.

Crytek verkauft seine Engine nämlich auch an Rüstungsfirmen. Die nutzen die dann um Trainingssimulationen für das Militär zu erstellen, mit denen die Soldaten für den Einsatz trainieren. Laut der offiziellen Website der Organisation handelt es sich dabei auch um Trainingseinheiten für völkerrechtswidrige Militäreinsätze, in denen es darum gehe, Menschen effizienter zu erschießen oder verschiedene Waffensysteme zu bedienen. Eine Videospiel-Software sollte aber nur für zivile Zwecke und eben Spiele genutzt werden.

"Wir fordern daher ein Ende des Verkaufs der CryEngine an die Rüstungsindustrie. Crytek soll ein rein ziviles Unternehmen sein und seine Videospiel-Engine nur für Spiele und andere zivile Zwecke nutzen und verkaufen: Hersteller von Unterhaltungsmedien sollten nicht mit Waffenherstellern zusammenarbeiten. Wir wollen keine Spiele von Unternehmen kaufen und spielen, die auch an realen Militäreinsätzen und Kriegen beteiligt sind und davon profitieren. "

Die Organisation betont, man wolle mit der Kampagne weder irgendein Videospiel verbieten, noch Crytek schaden. Es ginge lediglich darum, dass die Software nicht mehr an Rüstungsfirmen verkauft werden sollen. Die Aktion läuft unter dem Motto »Love Gaming - Hate War!«, beziehungsweise »Make Games - Not War!«.

Report zum Thema: Krieg spielen - Können Spieler am PC das Töten lernen?

Auf der offiziellen Website findet sich ein ausführlicher Artikel, der die Hintergründe der Kooperation zwischen Crytek und der Rüstungsindustrie und die Verknüpfung zwischen Videospielen und Kriegstraining erklärt. Wer wenig Zeit hat, kann sich mit einer knappen »Fünf-Minuten-Fassung« behelfen. Zudem informiert ein Video (oben) genauer über die Hintergründe. Wir haben bereits bei Crytek nachgefragt und fügen das Statement zur Aktion hier ein, sobald es uns vorliegt.

Make Games - Not War - Bilder von der Protestaktion gegen Crytek ansehen


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