Making Games Report - Was kann Windows Phone 7

Microsofts Windows Phone 7 unterstützt sowohl die Browsererweiterung Silverlight als auch das Tool-Framework XNA – Tom Wendel stellt die Anwendungsmöglichkeiten für Spieleentwickler vor.

von Yassin Chakhchoukh,
21.08.2010 12:44 Uhr

Tom Wendel, Developer Evangelist bei Microsoft: »Im März hat Microsoft eine Vorabversion seines neuen Betriebssystems für Mobiltelefone veröffentlicht: Windows Phone 7. Und schon auf den ersten Blick lässt sich erkennen, dass im Vergleich zu den Vorgänger-Versionen Windows Mobile 6.x radikale Änderungen vorgenommen wurden. Die leicht unübersichtliche Art des bisherigen Betriebssystems ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Die neue Oberfläche setzt eher auf ein minimalistisches und durchgängig textbasiertes Design, genannt »Metro«. Das ist keine neue Erfindung. Das Metro-Design wird von Microsoft bereits auf dem hauseigenen MP3-Player Zune (nur in den USA erhältlich), bzw. in Form der Zune-Software verwendet und hat sich dort bereits bewährt.

Was das neue Betriebssystem verspricht: Ordnung in der Oberfläche, flache Navigationsstrukturen für eine stressfreie und intuitive Bedienung. Das geht natürlich nur durch die Unterstützung der darunter liegenden Technik und der Software-Architektur, um die erforderliche Performance zu erreichen. Zwar stellt Microsoft die Hardware für das Phone nicht selbst, gibt in diesem Punkt aber klare und strikte Vorgaben an die Hardware-Hersteller. Das beinhaltet nicht nur Restriktionen im Bereich der CPU-Leistung oder dem verbauten Arbeitsspeicher, sondern beinhaltet auch Vorgaben zur Screen-Auflösung, verwendeter Anzeige- und Touch-Technik oder der Menge und Anordnung der Knöpfe auf dem Gerät.

Die Vorteile: Hat man sich einmal an die neue Oberfläche gewöhnt, sind alle anderen Phone-Devices genauso zu bedienen. Und Entwickler freuen sich, dass alle Applikationen des Geräts in der .NET-Runtime laufen. Es ist kein nativer Code mehr notwendig und auch gar nicht mehr möglich. Indem alle Applikationen kontrolliert in der Sandbox laufen, kann auch eine ordentliche Performance sichergestellt werden. Visualisierungstechnologien gibt es zwei: Zum Einen Silverlight, eine Technologie, die sich bereits im Windows Client und im Web bewährt hat. Silverlight ist für ereignisgetriebene Anwendungen mit hübschen Formularen und Oberflächen geeignet. Alternativ dazu kommt XNA ins Spiel. XNA, als die .NET-Kapselung um DirectX, erlaubt 2D- und 3D-Zeichenvorgänge und Echtzeit-Rendering – eine prima Vorlagefür die Entwicklung von vollwertigen 3D-Spielen.

Microsofts neues Smartphone-Betriebssystem integriert Xbox Live als eigenen Hub inklusive Gamerscore und Cross-Platform-Play.Microsofts neues Smartphone-Betriebssystem integriert Xbox Live als eigenen Hub inklusive Gamerscore und Cross-Platform-Play.

Die Oberfläche

Bei genauerer Betrachtung der Metro-Oberfläche fallen zwei Konzepte besonders ins Auge. Zunächst vor allem der Start-Screen, der beim Startup die wichtigsten Informationen anzeigt. Dies wird mit sogenannten Live Tiles realisiert -- kleinen quadratischen Icons, die über die wichtigsten Dinge informieren. Anwendungen können ihre Tiles hier installieren und die wichtigsten Dinge anzeigen. Standardmäßig sind dies Elemente wie Mails, SMS und Bilder, aber auch etwa Xbox live. Die Navigation läuft über das kapazitive Multitouch-Display. Navigiert man beispielsweise über das Xbox Live Tile auf den »Xbox Live Hub«, erscheint eine weitere Neuerung auf dem Screen. Windows Phone 7 führt den User nicht durch unzählige Menüs und verschachtelte Tiefen der Navigation, sondern platziert Inhalte auf virtuellen, breiten Hubs. Es handelt sich dabei um große Flächen, auf denen die passenden Inhalte angeordnet werden. Das Telefon fungiert hier sozusagen als Lupe auf der Oberfläche, um zu den gesuchten Inhalten zu finden.

Natürlich gibt es auch weiterhin die gute, alte Liste installierter Applikationen, um direkt auf Anwendungen zuzugreifen und diese zu starten. Hier findet sich jede Anwendung wieder, die über den Mobile Marketplace installiert wurde. Dies ist derzeit auch der einzige Weg, Programme auf das Phone zu installieren. Eine gute Möglichkeit, entwickelte Spiele unkompliziert und ohne größeren Aufwand für Endkunden zum Kauf bereitzustellen.«

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Dieser Artikel erschien in Ausgabe 04/2010 des Making Games Magazins.


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