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Auf geht's

Mordheim: City of the Damned im Test - Mordsspaß mit Hindernissen

Mordheim: City of the Damned schafft im Test den schwierigen Spagat zwischen der Tiefe des Tabletop-Regelwerks und Spielspaß. Aber nur, wenn man sich auf eine steile Lernkurve einlässt und bereit ist, Ecken und Kanten zu tolerieren.

von Adam Blaszczyk,
02.12.2015 14:55 Uhr

Mordheim: City of the Damned - Launch-Trailer zum Rundentaktik-Strategiespiel 1:07 Mordheim: City of the Damned - Launch-Trailer zum Rundentaktik-Strategiespiel

Die Story von Mordheim: City of the Damned passt auf einen Bierdeckel: Ein Komet krachte auf die mittelalterliche Stadt Mordheim im Warhammer-Universum und nun kämpfen Kriegsbanden aus vier Fraktionen in rundenbasierten Gefechten um dessen Bruchstücke. Ach Story! Wir wollen spannende Kämpfe mit heimtückischen Figuren, also ignorieren wir die imperialen Reikländer, die Schwestern Sigmars und selbst die Chaos-Besessenen - und entscheiden uns für die Skaven. Wann kann man sonst Ratten spielen? Nachdem wir Helden und Gefolge rekrutiert haben, wählen wir eine Mission auf der Karte aus, und schon geht's los.

Rundenbasiertes Gemetzel

Fast, denn zunächst kämpfen wir nicht gegen Gegner, sondern mit einer umständlichen Aufstellung unserer Figuren und Orientierungsproblemen, da es keine Mini-Map in der recht ungewöhnlichen Nahansicht auf die Figuren gibt. Danach geht es wirklich los: Unser Anführer Putrus Halffear rennt mit seinen vergifteten Klingen voraus, trifft nach einer Häuserecke überraschend auf Luther Nimu, einen unserer imperialen Gegenspieler. Vielmehr dieser auf Putrus, da Luther zum Sturmangriff übergeht. Wir wehren uns, verfehlen Luther aber. Also wollen wir unsere Pechratte mit Burak Var zu Hilfe eilen, dem Doppelklauen-Helden unseres Trupps. Doch wir können Burak nicht neben dem Chef positionieren, Kontrollzonen in Form von Kreisen auf dem Boden verhindern das. Die Figuren dürfen nicht zu nah beieinanderstehen.

Mordheim: City of the Damned - Screenshots ansehen

Plötzlich schwenkt die Kamera rasant auf einen zweiten Gegner, der aus einem Gebäude bricht. Auf dem Screen lesen wir irritiert »Moralprobe gescheitert«. Oh Gott, unsere Kampfratten sind in Wahrheit Angsthasen! Die Alpha-Ratte versucht noch zu flüchten, wird aber von dem Imperialen erst betäubt und dann schwer verletzt. Die Gegner nehmen uns auseinander, ein Nager nach dem anderen fällt, während wir nur planlos agieren und überfordert sind. Der Einsatz ist gescheitert.

Es kommt noch schlimmer: Zurück in der Verwaltungsansicht sehen wir mit Erschrecken, dass Halffear einen Arm verloren hat und Var seinen Verletzungen sogar erlegen ist. Und wer in Mordheim stirbt, bleibt auch tot. Außerdem sind wir pleite, können den Sold der Überlebenden nicht bezahlen. Vielleicht sollten wir doch erst mal das Tutorial spielen? Genauer, die zwölf Tutorials! Ignoriert man die, ist man verrückt oder ein krankhafter Optimist. Spielt man die Tutorials, wird man von einem Informations-Overkill über das komplexe Spielsystem Verteidigungshaltungen oder Würfelproben erschlagen. Man muss sich schon auf dieses Mordheim einlassen wollen.

Gothische Albträume

Mit der angenehm morbiden Atmosphäre, die einem H.P.-Lovecraft-Roman entsprungen sein könnte, fällt uns das aber leicht. Die Texturen der Wände lassen zwar zu wünschen übrig, insgesamt ist Mordheim jedoch durchaus was für Aug und Ohr. Nur nicht unbedingt für den Magen: Verstümmelte Leichen baumeln von Querbalken in der leblosen Stadt und groteske Gebilde entpuppen sich als Giftfallen. Amputationen werden zwar im Kampf selbst nicht gezeigt, aber danach.

Auf der Stadtkarte suchen wir uns unsere Missionen aus. Die grünen Ovale zeigen uns die Gebiete für die Missionsziele an. Auf der Stadtkarte suchen wir uns unsere Missionen aus. Die grünen Ovale zeigen uns die Gebiete für die Missionsziele an.

Wir müssen mit den Folgen dieser persistenten Verletzungen leben, wie etwa einer verringerten Bewegungsreichweite beim Verlust eines Beins, das nur leidlich durch ein hölzernes ersetzt wird. Verliert hingegen einer unserer Bogenschützen einen Arm, kann das ziemlich frustrierend werden. Zur Not können wir den Schießbuben entlassen und durch einen Frischling ersetzen - aber auch durch einen erfahrenen Söldner, was jedoch sehr kostspielig ist. Gekämpft wird mit Waffen aus dem Mittelalter und der Renaissance. Es gibt neben Schwertern und Hellebarden also auch altertümliche Schusswaffen.

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